Der neue VW-Sparplan enthält nur wenig konkrete Maßnahmen. Jedes zweite Konzernmodell soll allerdings wegfallen. Welche Autos es bald nicht mehr geben könnte.
Der neue VW-Sparplan ist da, doch er enthält nur wenig konkrete Maßnahmen. Jedes zweite Konzernmodell soll allerdings wegfallen. Welche Autos es bald nicht mehr geben könnte.
Die Sparpläne bei Volkswagen bringen die Gewerkschaften auf die Barrikaden. Bis zu 120.000 Jobs könnten wegfallen und vier Werke in Deutschland geschlossen werden. Die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung am Donnerstag lieferte nur wenig Konkretes. Zwei entscheidende Zahlen gab es aber:
Parallel dazu plant Europas größter Autohersteller, „seine Technologieführerschaft zu stärken, zentrale Technologiefelder zu harmonisieren, Synergien konzernweit zu heben und Parallelstrukturen abzubauen“, heißt es aus Wolfsburg.
Die 50 Prozent bedeuten allerdings nicht, dass jedes zweite VW-Modell wegfällt, sondern beziehen sich auf die gesamte Marken-Palette des Konzerns inklusive Audi, Skoda, Seat, Cupra und sogar Ducati. Und nicht alle Modell-Einstellungen haben unmittelbar mit der aktuellen Unternehmenskrise zu tun. FOCUS online sagt, welche Modelle sicher oder wahrscheinlich auf der Streichliste stehen.
Bei VW stehen die wahrscheinlichsten Kandidaten bereits fest. Aus Konzern-Kreisen erfuhr FOCUS online, dass es vorerst auch bei dieser Liste bleiben soll:
Folgende Modelle stehen auf dem Prüfstand, sind bereits gestrichen oder erscheinen laut Experten als wahrscheinlichste Opfer auf den Streichlisten:
Auch für die lange eingestellten Modelle R8 und TT gibt es erstmal keine Aussichten auf Fortsetzung. Wichtig für Audi wird der US-Markt werden, nachdem China als Cash Cow weggefallen ist. Mit dem US-Geschäft will Volkswagen laut „Bild“-Berichten bis zu 27 Milliarden Euro zum Konzerngewinn beitragen. Für Audi seien langfristig nur noch fünf Limousinen vorgesehen. Bis 2035 könnten jedoch insgesamt 19 Modelle in den volumenstarken SUV- und Offroad-Segmenten angeboten werden. Im Gespräch ist sogar eine eigene Fertigung in den USA, um Zölle zu umgehen und die im Gegensatz zur EU attraktiven Standort-Bedingungen der USA (darunter niedrige Lohn- und Energiekosten, weniger Klima-Regulierung und Bürokratie) auszunutzen.
Für die elektrische Marke sieht es eher gut aus, denn viele der Modelle verkaufen sich solide. Demnächst kommt der Raval als elektrischer Polo-Bruder. Das Aus droht allerdings dem in die Jahre gekommenen Cupra Ateca und dem Cupra Leon.
Der klassische Verbrenner bleibt für Porsche eine wichtige Cash Cow, denn der 911 verkauft sich immer noch gut und ist ein gewinnträchtiges Modell. Beim E-Auto Taycan dagegen könnte es den Cross Turismo und Sport Turismo treffen. „Fraglich bleibt die Zukunft des Panamera und des geplanten extra großen SUV. Das elektrische Cayenne Coupé ist noch zu neu, sein älteres Verbrenner-Pendant könnte dagegen verzichtbar werden“, so „Motor1“.
Schon lange ging das Gerücht um, dass Seat quasi durch Cupra ersetzt wird. Der Konzern widersprach dem immer vehement. Fest steht allerdings: Fast alle Modelle wie Arona, Ibiza sind veraltet. Viele verkaufen sich aber noch gut. Denkbar wäre, dass Seat analog zu Dacia stärker auf Low-Budget getrimmt wird; gerade auch mit sparsamen Verbrennern und Hybriden, die es bei Cupra nicht gibt.
Skoda ist sowohl bei Benzin- und Dieselmodellen (z.B. Octavia, Kodiaq, Kamiq) erfolgreich als auch bei E-Autos (Enyaq, Elroq, ganz neu der Epiq). Allerdings müssen die Tschechen in Europa wegen des Verbrenner-Verbots 2035 zwangsweise mehr auf Elektro setzen. „Ein Streichkandidat ist der Scala, während Fabia und Kamiq langfristig vom Epiq absorbiert werden könnten“, schreibt „Motor1“.
Mit dem Werk Hannover ist gleichzeitig das wichtigste Nutzfahrzeug-Werk der Wolfsburger als möglicher Schließungs-Kandidat im Gespräch. Dann würde es den Multivan treffen und auch den elektrischen ID.Buzz, der zwar viele Sympathien eimheimste, sich aber schlechter verkauft als erhofft. Wie schon beim Pickup Amarok und dem Hochdach-Kombi Caddy dürfte es bei neuen Modellen eine enge Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Ford geben.
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