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Studien belegen: Sommerhitze ruiniert E-Auto-Akku

Дата публикации: 08-08-2026 15:29:00

Viele E-Auto-Fahrer laden im Sommer falsch. Warum Hitze die Ladeleistung senkt, welcher Fehler besonders häufig ist und wie Sie schneller laden.

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Besitzer eines E-Autos machen im Sommer oft einen entscheidenden Fehler beim Laden. Hohe Temperaturen können die Ladeleistung deutlich bremsen und wertvolle Zeit kosten.

Viele Fahrer laden ihr Elektroauto abends voll und lassen es danach über Nacht oder den ganzen Tag in der Sommerhitze stehen. Der eigentliche Fehler liegt dabei nicht im Vollladen selbst. Entscheidend ist der Zeitpunkt und wie lange der Akku bei hoher Ladung und Wärme verbringt.

Hitze und volle Ladung schaden dem Elektroauto-Akku

Hohe Temperaturen und ein hoher Ladezustand beschleunigen die Alterung von Batteriezellen. Der Akku verliert dadurch mit der Zeit Kapazität – selbst dann, wenn das Elektroauto nur steht. Ursache sind chemische Nebenreaktionen, die bei einem voll geladenen Akku besonders leicht auftreten.

Eine 2014 im Fachjournal Journal of Power Sources veröffentlichte Studie von Dr. Madeleine Ecker und ihrem Team an der RWTH Aachen zeigte: Je höher die Lagertemperatur, desto schneller altern Lithium-Ionen-Zellen. Das gilt sowohl für den Kapazitätsverlust als auch für den Anstieg des Innenwiderstands. Treffen hohe Temperaturen und ein hoher Ladezustand zusammen, verstärken sich beide Effekte. Für E-Auto-Fahrer bedeutet das: Ein voll geladener Akku an einem heißen Sommertag belastet die Batterie besonders stark.

Studien widerlegen einfache Faustregeln

Dr. Vivek Lam, Batterieforscher am Stanford Linear Accelerator Center, und sein Team untersuchten 2025 im Fachjournal Joule 232 handelsübliche Batteriezellen verschiedener Hersteller über einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren. Die Studie bestätigt den Zusammenhang zwischen Hitze, Ladezustand und Alterung, zeigt aber auch, dass sich Batterien je nach Zelltyp unterschiedlich entwickeln. Einen einfachen Merksatz wie „jedes zusätzliche Prozent schadet proportional mehr“ liefert die Forschung nicht.

Bereits 2016 untersuchten Dr. Peter Keil von der Technischen Universität München und seine Kollegen verschiedene Ladezustände zwischen 0 und 100 Prozent. Ihre im Journal of The Electrochemical Society veröffentlichten Ergebnisse zeigen ebenfalls: Die Alterung verläuft nicht linear, sondern hängt von der jeweiligen Zellchemie ab.

Volles Laden ist nicht automatisch ein Fehler

Ein vollständig geladener Akku schadet also nicht automatisch. Entscheidend ist, wie lange er bei hoher Ladung verweilt. Wer den Akku um 6.55 Uhr auf 100 Prozent lädt und um 7 Uhr losfährt, setzt die Zellen nur kurz der ungünstigen Spannungslage aus. Denn sobald das Auto fährt, sinkt der Ladezustand wieder. Wer dagegen abends volllädt und das Elektroauto bis zum nächsten Nachmittag in der Sonne stehen lässt, verlängert genau das Zeitfenster, in dem hohe Ladung und Wärme gemeinsam wirken.

Im Alltag hilft deshalb die Faustregel, den Ladestand zwischen etwa 20 und 80 Prozent zu halten und nur dann auf 100 Prozent zu laden, wenn direkt danach eine längere Fahrt ansteht. Diese Regel gilt aber nicht für jedes Elektroauto-Modell gleichermaßen. Volkswagen empfiehlt für den ID.4 Pro 4 Motion laut eigenen technischen Angaben ein tägliches Ladeziel von 80 Prozent und rät erst vor längeren Fahrten zu 100 Prozent.

Ford setzt für seinen Mustang Mach-E mit NCM-Batterie in der entsprechenden Betriebsanleitung einen höheren Alltagswert von 90 Prozent an und empfiehlt zusätzlich, den Ladevorgang bewusst zu verzögern, damit die Batterie zuerst abkühlen kann. Bei der LFP-Version desselben Modells rät Ford dagegen, den Akku regelmäßig, mindestens einmal im Monat, vollständig zu laden, damit das Batteriemanagementsystem den Ladezustand korrekt berechnet. „Beim Abstellen Ihres Fahrzeugs über einen längeren Zeitraum als 30 Tage sollte der Ladezustand circa 50 Prozent betragen“, so der Hersteller.

Direkte Sonne entscheidet nicht allein

Die vielzitierte pralle Sonne erklärt das Problem nur zum Teil. Wissenschaftlich zählt die tatsächliche Zelltemperatur im Akku, nicht die Innenraumtemperatur oder das Wettersymbol auf dem Display. Moderne Elektroautos kühlen ihre Batterie deshalb aktiv. Volkswagen verbaut im ID.4 zum Beispiel Wasserkanäle in der Bodenplatte des Akkus, die die Zellen in einem Zielbereich um 25 Grad Celsius halten sollen. Dieses System mindert die thermische Belastung, hebt sie aber nicht vollständig auf. Das gilt besonders, wenn das Fahrzeug längere Zeit unbewegt und ungeladen in der Sonne steht.

Wer die Herstellerangaben im Handbuch beachtet, den Ladevorgang möglichst kurz vor der Abfahrt beendet und das Elektroauto nach Möglichkeit im Schatten oder in der Garage parkt, entlastet die Batterie spürbar. Eine einzelne Ausnahme, etwa ein versehentlich voll geladenes Elektroauto an einem heißen Tag, schadet dabei noch nicht spürbar. Für die langfristige Gesundheit des Akkus zählt, wie die Alterungsforschung zeigt, das wiederholte Muster über Monate und Jahre, nicht die einzelne Abweichung von der Regel.

Quellen: „Calendar and cycle life study of Li(NiMnCo)O2-based 18650 lithium-ion batteries“ (J. Power Sources, 2014); „A decade of insights: Delving into calendar aging trends and implications“ (Joule, 2025); „Calendar Aging of Lithium-Ion Batteries“ (J. Electrochem. Soc., 2016); Volkswagen AG; Ford Motor Company

Von Philipp Rall

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