Es ist ein grausamer Fall: Eine Frau soll in einem Wohnhaus in Soest in Westfalen mehrfach über Monate hinweg gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein.
Es ist ein grausamer Fall: Eine Frau soll in einem Wohnhaus in Soest in Westfalen mehrfach über Monate hinweg gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein.
Ein Nachbar berichtete der „Bild“ nun, dass er das Opfer bereits am 30. Oktober gesehen hatte – wenige Tage, bevor er den Notruf wählte. „Ihr Gesicht war übel zugerichtet. Wir waren damals überzeugt, dass sie sich wegen Halloween gruselig maskiert hatte“, erzählte der 18-Jährige.
Das Martyrium der Frau soll sich 2025 über Monate hingezogen haben. Der „Soester Anzeiger“ und der WDR hatten berichtet. Der 18-jährige Anwohner habe die Frau am 3. November spätabends halb nackt und gefesselt auf der Terrasse des Nachbar-Reihenhauses gesehen und die Polizei alarmiert. Sie sei zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen und monatelang im Krankenhaus behandelt worden.
Die Mutter des 18-Jährigen Zeugen sagte der „Bild“, dass man nur selten etwas aus dem Haus hören konnte. „Wir haben ab und zu einen lauten Schrei gehört, doch das klang nach einem heftigen Streit zwischen dem Mann und der Frau. Von den Misshandlungen haben wir nichts mitbekommen.“
Gegen vier männliche Personen sei Anklage wegen „diverser Delikte zulasten einer Frau“ erhoben worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Zu den angeklagten Personen und Tatvorwürfen äußerte sich die Anklagebehörde aber nicht und verwies auf das zuständige Landgericht, wo ein Strafprozess anstehe.
Am 12. Oktober beginnt der Strafprozess. Es seien zwölf Verhandlungstage angesetzt, teilte das Landgericht Arnsberg auf Anfrage mit. Unter anderem gehe es um gefährliche Körperverletzung und Vergewaltigung, die den vier Angeklagten „in unterschiedlicher Beteiligung“ vorgeworfen werde. Zwei Männer sitzen laut Gericht in Untersuchungshaft. Bei den beiden anderen Anklagten handele es sich um Jugendliche.
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Nach Angaben aus Justizkreisen ist das Opfer eine 33-jährige Frau. Anklage sei erhoben worden wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, gemeinschaftlicher Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Die zwei angeklagten Jugendlichen seien 16 und 17 Jahre alt. Bei dem Hauptverdächtigen handele es sich um einen 29-Jährigen, hieß es weiter aus Justizkreisen.
Er wohnte demnach mit seiner damaligen Lebensgefährtin und drei Kindern in dem Haus, in dem es zu den Taten gekommen sein soll. Seine Lebensgefährtin und das spätere Opfer sollen sich gekannt haben, bevor es zu den mutmaßlichen Gewaltfällen kam. Laut WDR ist der Mann polizeibekannt.
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Das Haus, in dem es zu den entsetzlichen Taten gekommen sein soll, liegt in einer ruhigen Reihenhaussiedlung im Grünen. Laut einem dpa-Reporter wirkt es unauffällig und steht leer. Einsatzkräfte sind nicht mehr vor Ort. Nur ein Polizeisiegel an einem Fenster weist darauf hin, dass man es mit einem mutmaßlichen Tatort zu tun hat. Ab und zu sind Medienvertreter in der Straße zu sehen. Aus der Nachbarschaft möchte sich niemand äußern.
Der schockierende Fall lässt Erinnerungen an das „Horrorhaus von Höxter“ wach werden – auch wenn es deutliche Unterschiede gibt. Auf dem Hof in Höxter in Ostwestfalen waren Frauen grausam gequält worden, zwei starben an ihren Misshandlungen.
Als Täter war Wilfried W. 2018 wegen Mordes durch Unterlassen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ende 2023 ordnete das Landgericht Paderborn zusätzlich an, dass er nach Verbüßen der Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss. Seine Frau war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Paar hatte Frauen mit Kontaktanzeigen auf ihren Hof gelockt.
In dem Soester Fall war das Opfer aber nach Informationen aus Justizkreisen nicht dauerhaft eingesperrt. Dennoch sei es immer wieder zu den angeklagten Gewalttaten gekommen. Viele Fragen bleiben offen.
dpa
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