Nach zehn Jahren im amerikanischen Animationsfilmbereich wagt eine junge Frau den extremen Neustart. In Frankreich bereitet sie nun Nutzpflanzen gezielt auf den Klimawandel vor.
Nach zehn Jahren im amerikanischen Animationsfilmbereich wagt eine junge Frau den extremen Neustart. In Frankreich bereitet sie nun Nutzpflanzen gezielt auf den Klimawandel vor.
Katya Lebedev hat nach ihrer Karriere in der US-Filmindustrie einen radikalen Neuanfang gewagt. Die 35-Jährige betreibt seit Anfang 2024 eine Baumschule in der französischen Gemeinde Gourgé, wie der Sender France 3 berichtet. Dort konzentriert sie sich auf die Zucht von Gewächsen, die extremen Wetterbedingungen standhalten können. Mit diesem Konzept steht sie nun im Finale des landesweiten Agrarwettbewerbs „Graines d’Agriculteurs“.
Der Weg in die Landwirtschaft war für die Gärtnerin keineswegs vorgezeichnet, da sie zuvor in einem völlig anderen Berufsfeld arbeitete und gesundheitliche Gründe eine Wende herbeiführten. „Zehn Jahre lang habe ich in den USA im Animationsfilm gearbeitet. Mit Covid verspürte ich das Bedürfnis, mich wieder mit der Natur zu verbinden“, schildert Lebedev ihre Motivation laut France 3.
Vor ihrer Selbstständigkeit absolvierte sie eine Ausbildung in Unternehmensführung und eine zweijährige Lehre bei der Landschaftsgärtnerei Jardins du Gué in Lhoumois. Heute bereitet sie Pflanzen auf den Klimawandel vor, indem sie sie im Freien kultiviert und robuste Arten auswählt. Zudem entwirft sie klimaangepasste Gärten.
Ihre innovative Arbeit brachte sie ins Finale eines Nachwuchspreises. Am 22. September entscheidet eine Jury gemeinsam mit einer Online-Abstimmung über den mit 3.000 Euro dotierten Preis von „Terres Innovantes“, unterstützt vom französischen Landwirtschaftsministerium und Unternehmen.
Die Geschichte von Katya Lebedev zeigt, dass ein Berufswechsel auch mit Mitte 30 oder später sinnvoll sein kann, wenn sich Interessen, Werte oder die eigenen beruflichen Ziele verändert haben. Wichtig ist laut dem Jobportal „Stepstone“, vor einem Wechsel herauszufinden, welcher Beruf wirklich passt und sich über die tatsächlichen Anforderungen des neuen Arbeitsfelds zu informieren.
Dabei helfen eine ehrliche Analyse der eigenen Stärken, Erfahrungen und Wünsche sowie Gespräche mit Menschen aus dem neuen Berufsfeld. Für den Neustart gibt es laut „Stepstone“ verschiedene Wege – etwa Umschulung, Weiterbildung, Studium, berufsbegleitende Qualifizierung oder eine schrittweise Selbstständigkeit. Finanzielle Fragen sollten früh geklärt werden, da Weiterbildungen oder ein beruflicher Neustart oft mit Kosten oder vorübergehenden Einkommenseinbußen verbunden sind.
Entscheidend sind laut „Stepstone“ eine gute Planung, Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu lernen.