Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat eine Belgierin Vollzeit gearbeitet. Als sie die Abrechnung für ihren Ruhestand erhielt, brach sie in Tränen aus.
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat eine Belgierin Vollzeit gearbeitet. Als sie die Abrechnung für ihren Ruhestand erhielt, brach sie in Tränen aus.
Nach über 50 Jahren harter Arbeit im Vollzeitjob blickt Christiane Vereecke fassungslos auf ihre finanzielle Situation im Ruhestand. Die 69-jährige Belgierin erlebte sie einen Schock, als sie kurz vor ihrer Rente ihr zukünftiges Budget ausrechnen ließ: „Ich sah, dass ich 1.578 Euro Rente bekommen würde. Ich war gerade auf der Straße unterwegs und fing buchstäblich an zu weinen. Zuerst dachte ich, es sei ein Irrtum.“
Heute erhält sie eine tatsächliche Rente von 1835 Euro netto im Monat, wie das belgische Nachrichtenportal „HLN“ berichtet. Sie empfindet die Auszahlung dennoch als unverschämt im Verhältnis zu ihrer enormen Lebensarbeitszeit.
Als die Belgierin vor ihrem offiziellen Ruhestand eine erste Berechnung anforderte, belief sich der prognostizierte Betrag auf 1578 Euro netto. „Ich war in diesem Moment spazieren und habe buchstäblich auf der Straße angefangen zu weinen“, zitiert „HLN“ die enttäuschte Rentnerin. Sie habe zunächst an einen Rechenfehler geglaubt, da der Betrag weit unter ihrem letzten Nettoverdienst von rund 2300 Euro lag. Die Seniorin stört vor allem, dass Menschen mit langen Phasen von Arbeitslosigkeit oder Krankheit am Ende teilweise ähnlich hohe Bezüge erhalten.
Der belgische Arbeitsökonom Stijn Baert von der Universität Gent liefert eine Erklärung für die unerwartet niedrige Berechnung. Nach Angaben von „HLN“ betont der Experte, dass für die Berechnung nicht das letzte Gehalt, sondern der Durchschnittsverdienst der gesamten Karriere herangezogen wird. Christiane Vereecke habe zwar länger gearbeitet als die üblichen 45 Jahre, doch zusätzliche Arbeitsjahre führen im System nur zu einer geringen Erhöhung der Rente.
Auch hierzulande reicht die gesetzliche Rente häufig nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Als Möglichkeiten zur Aufstockung nennt die Sparkasse vor allem private Altersvorsorge, freiwillige Einzahlungen in die Rentenkasse, Grundsicherung und längeres Arbeiten. Wer frühzeitig privat vorsorgt, kann sich beispielsweise über eine private Rentenversicherung oder fondsbasierte Altersvorsorge zusätzliche Einnahmen sichern.
Ab 50 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen freiwillige Beiträge in die Rentenkasse gezahlt werden, etwa um Abschläge bei einem vorgezogenen Renteneintritt auszugleichen. Wer im Alter über ein sehr geringes Einkommen verfügt, kann unter bestimmten Voraussetzungen Grundsicherung beantragen. Als Richtwert nennt die Sparkasse für 2026 ein Gesamteinkommen von weniger als 1062 Euro, wobei der tatsächliche Anspruch von der individuellen Situation abhängt.
Laut einem Artikel der Volksbanken Raiffeisenbanken helfen folgende Maßnahmen, um im Rentenalter finanziell besser aufgestellt zu sein:
Laut den Volksbanken Raiffeisenbanken sollte so früh wie möglich mit der Altersvorsorge begonnen werden, um stärker vom Zinseszinseffekt zu profitieren.