Robyn (70) wollte ihre Altersvorsorge sinnvoll anlegen und investierte in ein Tiny-House-Dorf für Alleinstehende. Interessierte Frauen stehen Schlange.
Robyn (70) wollte ihre Altersvorsorge sinnvoll anlegen und investierte in ein Tiny-House-Dorf für Alleinstehende. Interessierte Frauen stehen Schlange.
Mit 70 Jahren verwirklichte sich Robyn Yerian einen Traum und investierte einen großen Teil ihrer Altersvorsorge in ein Tiny-House-Dorf im texanischen Cumby. „Ich bin nicht der Typ, der über die 'Was-wäre-wenn-Frage“' grübelt“, zitierte sie das People Magazin, als sie ihr Projekt startete. Auf dem Grundstück leben inzwischen elf alleinstehende Frauen im Alter von 60 bis 80 Jahren in ihren eigenen kleinen Häusern.
Sie zahlen monatlich 450 US-Dollar (etwa 390 Euro) für einen erschlossenen Stellplatz inklusive Wasser, Abwasser, Müllentsorgung und Grünpflege. Rund 500 Frauen stehen auf der Warteliste.
Angesichts steigender Lebenshaltungskosten wollte Yerian ihre Altersvorsorge nicht ungenutzt lassen und schuf stattdessen bezahlbaren Wohnraum mit einer starken Gemeinschaft. Für den Aufbau des Dorfes investierte sie insgesamt etwa 150.000 US-Dollar (129.000 Euro). Die Bewohnerinnen bringen ihre eigenen Tiny Houses oder Wohnmobile mit. Eine von Yerian bereitgestellte Unterkunft inklusive Stellplatz kann für rund 700 US-Dollar (606 Euro) gemietet werden. Der Mietpreis sollte laut „People“ dauerhaft stabil bleiben.
Im Mittelpunkt steht jedoch nicht nur das günstige Wohnen, sondern auch die gegenseitige Unterstützung im Alltag. Die Frauen helfen einander bei Krankheit, Arztbesuchen, Einkäufen und alltäglichen Aufgaben. Eine eiserne Regel für das gemeinsamen Leben im Tiny-House-Dorf gibt es allerdings und die lautet: kein Drama. Alles, was belastet, muss sofort ins Gesicht gesagt werden.
Studien zeigen, dass das Interesse an Tiny Houses seit 2018 gewaltig gestiegen ist, besonders bei urbanen Bewohnern, die minimalistische Wohnformen bevorzugen. Die Nachfrage in Deutschland wuchs 2022 deutlich, mit Tiny Houses als 24 Prozent der Bauanfragen auf Comobau, einem Online-Portal für mobiles, modulares und serielles Bauen. Trotz Einstiegskosten ab 40.000 Euro, die sich mit Zusatzkosten wie Solarsystemen und Genehmigungen weiter erhöhen können, sehen viele darin eine Möglichkeit zum nachhaltigen, kostensparenden Leben.
Die rechtlichen Hürden für das dauerhafte Wohnen in Tiny Houses sind jedoch hoch, da nur ein kleiner Teil der Kommunen dies erlaubt. Stationäre Häuser benötigen eine reguläre Baugenehmigung und müssen an Versorgungsanschlüsse angeschlossen werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
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