Der französische Alpenverein stellt die Darstellung des zuständigen Bürgermeisters infrage. Die Bergsteiger seien anders als behauptet nicht bewusst ein hohes Risiko eingegangen.
Der französische Alpenverein stellt die Darstellung des zuständigen Bürgermeisters infrage. Die Bergsteiger seien anders als behauptet nicht bewusst ein hohes Risiko eingegangen.
Nach der Aufregung um 32 Alpinisten, die trotz Warnungen am Mont Blanc unterwegs waren und später ihre Rettung selbst bezahlen mussten, ist inzwischen ein Streit über die Darstellung des Vorfalls entbrannt.
Der Präsident des französischen Alpenvereins (FFCAM) kritisierte die Aussagen des Bürgermeisters in einer auf LinkedIn veröffentlichten Mitteilung. „Lassen wir nicht zu, dass sich eine Darstellung durchsetzt, die nicht der Wahrheit entspricht“, schreibt Charles Van der Elst dort.
Bürgermeister Jean-Marc Peillex hatte zuvor von einer „absurden Situation“ gesprochen und eine kostenlose Evakuierung der Bergsteiger abgelehnt. Nach seiner Darstellung hätten sich diese bewusst über die Warnungen hinweggesetzt.
„So ist es nicht gewesen“, kontert nun Alpenvereins-Chef Van der Elst. Den Bergsteigern sei demnach nichts vorzuwerfen, da sie zum Zeitpunkt der Warnungen bereits auf dem Weg gewesen seien. Erst auf der Hütte hätten sie von der „lebensgefährlichen Steinschlaggefahr“ erfahren. „Die Bergrettung basiert auf einem einfachen Prinzip: Man macht die Rettung nicht davon abhängig, wie die Person dorthin gelangt ist“, heißt es in der Mitteilung.
Peillex bezeichnete die Mitteilung auf Instagram wiederum als „sinnlose Kontroverse“ und warf Van der Elst vor, völlig danebenzuliegen. „Er hat keinen Bezug zur Realität in den Bergen“, schreibt Peillex. „Es ist an der Zeit, dass die Akteure aus den Bergen wieder die Zügel in die Hand nehmen, um diesen Standpunkten der Stadtbewohner entgegenzutreten.“
In Deutschland werden die Bergungs- und Rettungskosten nicht automatisch von der Krankenkasse übernommen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen tragen die Kosten nur, wenn der Einsatz medizinisch notwendig ist. Zum Beispiel, wenn ein Bergsteiger bei einem Steinschlag getroffen wird oder beim Wandern stürzt und ins Krankenhaus muss. Aber selbst dann ist der Umfang begrenzt.
„Wird eine Person aus schwierigem Gelände geborgen, ohne dass unmittelbare Lebensgefahr besteht, bleiben die Kosten häufig unversichert“, heißt es auf der Webseite der Nürnberger Versicherung. Denn ein Helikoptereinsatz in den Alpen kostet im Durchschnitt zwischen 3000 und 5000 Euro.
Wer Mitglied im Deutschen Alpenverein (DAV) ist, bekommt die Such-, Bergungs-, und Rettungskosten bis zu einer Summe von 50.000 Euro erstattet. Dieser Versicherungsschutz greift weltweit, bei Pauschalreisen nur innerhalb Europas.
Aber auch hier gilt: Werden die Schäden durch vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten herbeigeführt, entfällt der Schutz.
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