Es ist eine neue Hiobsbotschaft für die Stadt Kaiserslautern. Die Molkerei Hochwald schließt ihren Standort in der Merkurstraße. Rund 80 Arbeitsplätze fallen weg.
Es ist schon länger darüber spekuliert worden, jetzt ist es klar. Die Firma Hochwald trennt sich vom Firmenstandort Kaiserslautern. Eine strategische Entscheidung des Unternehmens, so eine Sprecherin von Hochwald. Trotzdem sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erst recht kurzfristig über die Schließung des Standortes in der Stadt informiert worden. Im September soll schon Schluss sein. Ein Schlag für die Angestellten.
Kathrin Lorenz ist die Unternehmenssprecherin der Hochwald Food GmbH, eine der größten deutschen Molkereigenossenschaften. Sie sagt, dass der Standort in Kaiserslautern nicht mehr rentabel sei. Die Anlage hatte zuletzt hauptsächlich den chinesischen Markt bedient. Die Absätze dort schwankten aber stark und seien zuletzt zurückgegangen. Deshalb habe sich das Unternehmen dazu entschieden, den Standort zu schließen. Die Schließung soll demnach in zwei Schritten erfolgen. Der Hauptteil soll schon im September geschlossen werden. Die Milchannahmestelle soll laut Lorenz mit fünf bis zehn Mitarbeitern wohl noch bis Anfang kommenden Jahres weiterbetrieben werden, bis danach bei Hochwald in Kaiserslautern final die Türen geschlossen werden.
Schock und Enttäuschung bei der Belegschaft in KaiserslauternObwohl schon länger spekuliert worden ist, sind die Mitarbeiter erst Ende Juni auf einer Betriebsversammlung über die Schließung des Werks informiert worden. Maurice Heyeck ist Betriebsratsvorsitzender und beschreibt die Situation als sehr gefühlsintensiv.
Die Belegschaft ist teils geschockt und halt auch echt enttäuscht.
Die Mitarbeiter in Kaiserslautern seien immer die sprichwörtliche Extrameile gelaufen. Sie hätten viel geleistet und immer loyal zum Unternehmen gestanden. "Die Belegschaft ist teils geschockt und halt auch echt enttäuscht", so Heyeck.
Laut Hochwald gab es für einige Mitarbeiter aus Kaiserslautern das Angebot, an anderen Produktionsstandorten weiterarbeiten zu können. Für wie viele Mitarbeiter das aber tatsächlich infrage kommt, sei noch nicht klar. Der Sozialplan werde gerade erst verhandelt, so die Unternehmenssprecherin.
Wie geht es weiter für Milchbauern in der Pfalz?Für die Landwirte und Milchbauern aus der Region soll sich laut Lorenz nicht viel ändern. Die Milch würde auch weiterhin von Hochwald bei den landwirtschaftlichen Betrieben aus der Westpfalz, dem Saarland und dem angrenzenden Frankreich abgeholt werden. Allerdings würde die Milch nicht mehr in Kaiserslautern verarbeitet werden, sondern dann eben an anderen Unternehmensstandorten, wie zum Beispiel in Thalfang im Kreis Bernkastel-Wittlich oder Mechernich im Kreis Euskirchen.
Kaiserslautern Weg frei für neuen Investor Nach ACC-Aus: Neue Chance für Batteriefabrik in Kaiserslautern?Das bestätigt auch Jürgen Vogelgesang. Er ist Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd. Vogelgesang betreibt in Martinshöhe in der Südwestpfalz selbst einen Hof, auf dem Milch produziert wird und ist zudem der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes in Kaiserslautern. Dennoch betont er, dass der Wegfall des Standortes in Kaiserslautern ein herber Schlag für die Angestellten und auch die Bauern und Landwirte ist, die genossenschaftlich am Unternehmen beteiligt sind.
Wirtschaftsförderung von Kaiserslautern bedauert Entscheidung von HochwaldDer Geschäftsführer Philip Pongratz von der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern bedauert die Entscheidung von Hochwald, den Standort im Industriegebiet an der Merkurstraße zu schließen. Weil eine offizielle Mitteilung des Unternehmens noch fehle, könne er noch keine weiteren Angaben machen. Allerdings betont Pongratz, dass Kaiserslautern trotz der rund 80 wegfallenden Arbeitsplätze aktuell noch stabil aufgestellt sei.
Wie es mit dem Gelände im Gewerbegebiet von Kaiserslautern weitergeht, ist noch offen. Dazu könne bisher noch nichts gesagt werden. Die Hochwald-Unternehmenssprecherin verweist darauf, dass sich die Firma noch keine Gedanken gemacht hat, was sie mit dem Gelände machen wollen. Auch die Stadt und Wirtschaftsförderung haben noch keine Pläne. Sie verweisen darauf, dass das Gelände im Privatbesitz sei und man abwarten müsse. Noch sei es zu früh, darüber zu spekulieren, was mit der Fläche in Zukunft passiert.
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