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Maisernte startet sechs Wochen früher als üblich – Landwirte besorgt

Дата публикации: 13-08-2026 10:00:00

Viele Felder sind ungewöhnlich früh leer. Jetzt beginnt sogar schon die Maisernte. Landwirt Klaus Freihart aus Neresheim-Ohmenheim zieht eine ernüchternde Bilanz.

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Stand: 13.08.2026, 12:00 Uhr

Von: Ulrike Schneider

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„Die Maisernte ist sechs Wochen früher als normal“, sagt Matthias Freihart. Der Vollerwerbslandwirt aus Ohmenheim rechnet damit, dass auf dem Härtsfeld Ende August kein Mais mehr auf den Feldern stehen wird.

„Die Maisernte ist sechs Wochen früher als normal“, sagt Matthias Freihart. Der Vollerwerbslandwirt aus Ohmenheim rechnet damit, dass auf dem Härtsfeld Ende August kein Mais mehr auf den Feldern stehen wird. © Oliver Giers

Viele Felder sind ungewöhnlich früh leer. Jetzt beginnt sogar schon die Maisernte. Landwirt Klaus Freihart aus Neresheim-Ohmenheim zieht eine ernüchternde Bilanz.

Neresheim-Ohmenheim. Wo bis vor Kurzem noch Getreide stand, liegen Stoppeln in der Augustsonne. Mähdrescherhaben ihren Dienst für dieses Jahr getan. Rund drei Wochen früher als sonst sind die Landwirte in diesem Jahr mit der Getreideernte fertig. Und jetzt geht es schon mit dem Mais los.

„Die Maisernte ist sechs Wochen früher als normal“, sagt Matthias Freihart aus Ohmenheim, der mit seinem Vater Klaus Vollerwerbslandwirte in Ohmenheim ist. Normalerweise wird der Mais auf dem Härtsfeld zwischen dem 25. September und dem 10. Oktober geerntet, fügt Klaus Freihart an. In diesem Jahr rechnen die beiden damit, dass Ende August kaum noch Mais auf den Feldern steht. „Ich denke, dass Ende August jeder Mais weg ist“, stellt er fest.

Ein Sommer, wie ihn keiner kennt

Für Klaus Freihart ist das ein weiteres Zeichen dafür, wie außergewöhnlich dieser Sommer verlaufen ist. Seit 53 Jahren ist er Landwirt. Eine solche Getreideernte hat er nach eigener Einschätzung noch nicht erlebt: „So eine schlechte Getreideernte gab es noch nie.“

Der Volksmund sagt über das Härtsfeld: „Hier ist es immer einen Kittel kälter.“ In diesem Sommer hätte sich Freihart über diese Besonderheit wohl gefreut. „Das Frühjahr war kalt, der Niederschlag war Mangelware und im April und Mai war es trocken“, sagt er. Ende Mai wurden auf dem Härtsfeld bereits mehr als 30 Grad erreicht, im Juni kletterten die Temperaturen auf knapp 40 Grad. „Es war viel zu heiß für unsere Region.“

Weizen und Raps: Erträge halbiert

Die Feldbestände sind 2026 aufgrund der extremen Trockenheit deutlich dünner als in den vergangenen Jahren.

Die Feldbestände sind 2026 aufgrund der extremen Trockenheit deutlich dünner als in den vergangenen Jahren. © Ulrike Schneider

Die Wintergerste ist längst vom Feld, Weizen und Raps sind eingebracht. Gerade beim Weizen zeigen sich die Folgen des Wetters. Die Bestände seien nach dem trockenen Frühjahr dünn gewesen, die Zahl der Körner pro Ähre um etwa ein Drittel geringer als in normalen Jahren. Dann kam die Hitze und beschleunigte die Reife.

„Der Weizen wurde notreif“, sagt Freihart. Viele Körner seien nicht mehr richtig ausgebildet gewesen und vertrocknet. In normalen Jahren erntet er rund 80 Doppelzentner Weizen pro Hektar. In diesem Jahr sind es etwa 40. Damit hat sich der Ertrag halbiert.

Auch der Raps hat unter der Trockenheit gelitten. Und beim Mais ist die Hoffnung auf eine späte Erholung inzwischen vorbei. „Das bisschen, was es zuletzt geregnet hat, war ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Freihart.

Kosten steigen, Preise bleiben

Die schlechte Ernte schlägt unmittelbar auf die Einnahmen durch. Freihart rechnet im Durchschnitt mit rund 500 Euro weniger pro Hektar. Die Kosten für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, Maschinen und Arbeit bleiben dagegen bestehen. Beim Weizen liegen die Produktionskosten nach seiner Rechnung bei etwa 1100 bis 1200 Euro pro Hektar, die Pacht kommt noch hinzu. Gleichzeitig sind die Getreidepreise im Vergleich zum Vorjahr praktisch gleich geblieben. Für eine Tonne Weizen bekommt ein Landwirt derzeit etwa 180 bis 200 Euro.

„Der Preis ist stabil“, sagt Freihart. Und schiebt sofort hinterher: „Für uns Landwirte ist das aber nicht positiv.“ Denn wenn der Ertrag sinkt, hilft ein gleichbleibender Preis nicht weiter.

Trockenheit trifft auch das Grünland

Auch auf den Wiesen ist die Trockenheit nicht zu übersehen. Das Grünland ist vielerorts braun. Nach dem ersten Schnitt fehlte der Regen für ausreichendes Wachstum. Während Klein- und Hobbygärtner ihre Pflanzen bei Bedarf gießen können, ist das für einen landwirtschaftlichen Betrieb keine Möglichkeit. „Unsere Flächen sind zu groß.“

Wie angespannt die Situation ist, zeigt auch ein Beispiel aus Ohmenheim: Die Wasserentnahmestelle am Bohnenbrunnengebäude ist wegen der anhaltenden Trockenheit seit Ende Juni geschlossen.

Landwirtschaft am Limit

Aufgrund des fehlenden Niederschlags hat die Ernte 2026 bereits im Juli begonnen. Das Foto zeigt einen Mähdrescher bei der Rapsernte auf dem Härtsfeld.

Aufgrund des fehlenden Niederschlags hat die Ernte 2026 bereits im Juli begonnen. Das Foto zeigt einen Mähdrescher bei der Rapsernte auf dem Härtsfeld. © Ulrike Schneider

Dabei seien die Bedingungen für die Landwirtschaft auf dem Härtsfeld ohnehin nicht einfach, sagt Freihart. Die Böden gehören zu den Kargeren der Region und rund um Neresheim zu den schwächsten im Ostalbkreis. Der Härtsfelder Boden besteht aus Kalkverwitterungsgestein und kann Wasser nur begrenzt speichern. Dazu kommt die Lage im Regenschatten: Ein Teil der Niederschläge bleibt bereits am Albaufstieg hängen. „Wenn aber erst das Frühjahr trocken ist und anschließend eine Hitzewelle folgt, werden die Grenzen des Bodens sichtbar“, erklärt der Landwirt.

Lesen Sie dazu auch: Zu heiß und zu trocken: Ernte im Landkreis fällt 2026 schlecht aus

Ein Jahr zum Vergessen – oder Warnsignal?

Für Freihart ist ein einzelnes Jahr noch zu verkraften. „Ich denke, dass das jetzt jeder schweren Herzens verkraften muss“, sagt er. Dann wird er deutlicher: „Aber wenn es zur Regel wird, dann gibt es ein Problem.“

Links: „Perfekte“, ausgereifte Ähren. Rechts: Verkümmerte und nicht voll entwickelte Ähren aufgrund des fehlenden Niederschlags.

Links: „Perfekte“, ausgereifte Ähren. Rechts: Verkümmerte und nicht voll entwickelte Ähren aufgrund des fehlenden Niederschlags. © Ulrike Schneider

Trotz der schlechten Ernte sieht Matthias Freihart die Versorgung der Verbraucher nicht gefährdet. „Obwohl auf dem Härtsfeld heuer eine sehr schlechte Ernte eingefahren wird, wird Getreide in genügender Menge für den Verbraucher zur Verfügung stehen“, sagt er. Süddeutschland sei für den Weltmarkt nicht ausschlaggebend. Zugleich appelliert Freihart an die Verbraucher, in trockenen Zeiten sparsam mit Wasser umzugehen und Lebensmittel nicht achtlos wegzuwerfen.

Für ihn selbst bleibt diese Ernte trotzdem eine bittere Bilanz: Die Felder sind früher leer, die Erträge deutlich geringer – und die Kosten bleiben.

Mehr zum Thema: Ostalb-Landwirte: Schlechte Preise und Bürokratie bedrohen Existenzen

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