Bitcoin (BTC) sichert mehr als eine Billion Dollar – muss sich plötzlich aber gegen Angriffe von immer effizienteren, gefährlicheren KIs verteidigen. Die Entwickler – nahezu hilflos ausgeliefert. 40 Schwergewichte der Krypto-Branche wollen daran etwas ändern – und fordern in einem offenen Brief an die führenden KI-Unternehmen jetzt Unterstützung. Anthropic (Claude), OpenAI (ChatGPT) und Google DeepMind […]
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BTC-Riesen fordern Kooperation: Wie gefährlich kann KI dem Bitcoin wirklich werden? (Foto: Magnific.com, user8647581)
Bitcoin (BTC) sichert mehr als eine Billion Dollar – muss sich plötzlich aber gegen Angriffe von immer effizienteren, gefährlicheren KIs verteidigen. Die Entwickler – nahezu hilflos ausgeliefert. 40 Schwergewichte der Krypto-Branche wollen daran etwas ändern – und fordern in einem offenen Brief an die führenden KI-Unternehmen jetzt Unterstützung. Anthropic (Claude), OpenAI (ChatGPT) und Google DeepMind sollen helfen. Alles sei kaputt, warnt ein Sicherheitsforscher. Wie ernst ist die Lage?
„Alles ist kaputt“: Der Brandbrief der Bitcoin-TitanenErst die Quantencomputer, jetzt Künstliche Intelligenz: Moderne Technik will dem Bitcoin ans Leder, das geparkte Kapital abstauben. Zumindest bei Letzterer ist die Gefahr bereits real – so real, dass sich die Krypto-Branche nun dagegenstemmt. 40 Top-Unternehmen fordern Unterstützung, darunter Jack Dorseys Zahlungskonzern Block, Michael Saylors Bitcoin-Horter Strategy und Adam Backs Infrastruktur-Firma Blockstream, außerdem die Mega-Börse Coinbase, Konkurrent Kraken und die Krypto-Wallet-Anbieter BitGo, Ledger und Trezor.
Das Problem: Die Sicherheitsfilter der mächtigsten KI-Modelle verhindern, dass man mit ihnen gezielt nach Schwachstellen suchen kann. Für Angreifer gilt das nicht – sie umgehen die Filter einfach oder nutzen freiere Modelle. Die Bitcoin-Entwickler sind von den speziellen Partner-Programmen der großen KI-Firmen bislang ausgeschlossen – diese würden jedoch tiefere Einblicke ermöglichen. Die Forderungen lauten deshalb: Zugang zu den leistungsfähigsten Modellen, ausreichend Rechenkraft, sichere Testumgebungen und einen direkten Draht zu den Sicherheitsteams der KI-Firmen.
Wie ernst die Lage ist, demonstriert das „Bitcoin Red Team“: Die Gruppe freiwilliger Top-Programmierer hat binnen 2 Wochen mit KI-Hilfe praktisch das komplette Open-Source-Ökosystem rund um Bitcoin durchleuchtet – und Tausende Fehler in Hunderten Projekten gefunden – viele davon kritisch. „Everything is broken“ – alles ist kaputt, so das ernüchternde Fazit von Teammitglied Calle. Die Bedrohung ist also nicht nur theoretisch. Das zeigt auch der Fall rund um BTCPay Server, eine Open-Source-Plattform für Krypto-Zahlungen: Über eine der entdeckten Lücken konnten Angreifer bereits Konten leerräumen.
OpenAI öffnet die Tore – Anthropic schweigtWie reagieren die KI-Giganten auf die Alarm-Sirenen? Immerhin: Es tut sich bereits was. ChatGPT-Anbieter OpenAI beispielsweise stellt mit „GPT-5.6-Cyber“ erstmals ein spezialisiertes Modell für geprüfte Sicherheitsforscher bereit: „Wir legen Frontier-Intelligenz in die Hände vertrauenswürdiger Verteidiger, bevor Angreifer sie einsetzen können“, meldet das bekannteste KI-Unternehmen auf X. Anthropic äußert sich bislang nicht – brisant, denn dessen Modelle gelten als führend: In Sicherheitstests wurden bereits 3 Organisationen gehackt. „Die größten Player der Branche kämpfen jetzt darum, das Netzwerk zu schützen“, kommentiert Bitcoin-Historiker Pete Rizzo. Der Kurs reagiert bislang verhalten – noch: Nach einem Rückgang um 2,84 Prozent innerhalb der letzten 7 Tage notiert Bitcoin gegenwärtig bei 62.804 Dollar.
6 Millionen Dollar als Köder – doch die Super-KI beißt nicht anDoch wie gefährlich kann KI dem Bitcoin wirklich werden? Ausgerechnet einer der Unterzeichner des Brandbriefs liefert dazu einen Hinweis – mit einer Wette, wie sie die Branche selten erlebt hat. Mike Belshe, Chef des Verwahr-Riesen BitGo, hat 100 Bitcoin – umgerechnet 6 Millionen Dollar – in einen Wallet gelegt und direkt an Anthropic adressiert. Die Ansage: Schluss mit den Spielchen – wenn eure KI ein „Hacking-Monster“ ist, dann schnappt euch das Geld, gibt sich Belshe kampfeslustig.
Das Ergebnis? Stille. Kein Hack, kein Verlust, jeder SAT unangetastet. Auch jetzt, 2 Wochen später. Pete Rizzo zieht Bilanz: „KI kann das stärkste Geld-Netzwerk der Welt nicht hacken“, so der Bitcoin-Historiker an seine mehr als 217.000 Follower auf X. Ein KI-Konzern mit Billionen-Bewertung gegen ein paar Zeilen Mathe: Trotzdem bleibt der Tresor zu. Die Krypto-Leitwährung schüttelt die KI-Panik bislang elegant ab – und das wird auch so bleiben, sobald die Entwickler beim Rüstzeug auf Augenhöhe sind.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Jannis Grunewald ist zum ersten Mal 2015 in Kontakt mit dem Bitcoin gekommen, seitdem lässt ihn das Thema Kryptowährungen nicht mehr los. Er schreibt als freier Autor für Krypto-Publikationen.
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