ETF-Sparpläne eignen sich wegen hoher Renditen gut für die private Altersvorsorge. Doch Kursschwankungen sind möglich: In der weltweiten Finanzkrise von 2007 bis 2009 verloren ETFs etwa die Hälfte an Wert. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Sebastian Felser gibt "Finanztip"-Chefredakteur Saidi Sulilatu Ratschläge, wie das Investment gelingt.
ETFs sind nichts für kurzfristige Geldanlagen, sagt der Finanzexperte. Er empfiehlt einen Zeithorizont von mindestens 15 Jahren. Dann könnten Verluste, wie bei der weltweiten Finanzkrise, wieder ausgeglichen werden. Es habe nämlich fünfeinhalb Jahre gedauert, bis die Aktien wieder das Vorkrisenniveau erreicht hatten.
Tipp 1: in Krisenzeiten bei ETF-Geldanlage Ruhe bewahrenDer "Finanztip"-Chefredakteur rät dazu, auch bei Börsenturbulenzen nicht in Panik zu geraten. Wichtig sei es, sich klarzumachen, dass das Investment in einen global operierenden ETF das Verlustrisiko minimiere. Denn ein solcher Fonds bestehe aus Aktien von "hunderten oder tausenden Unternehmen weltweit". Die Wahrscheinlichkeit, dass alle keine Gewinne mehr machen, "gehe gegen null". Empfehlenswert für die Geldanlage in einen ETF sei ein Sparplan. Kursverluste in Krisensituationen könnten durch den sukzessiven Kauf teilweise ausgeglichen werden.
Eure Fragen zum Thema Finanzen Finanzexperte Prof. Hartmut Walz: Richtig anlegen und sparen Tipp 2: Geldentnahme aus ETF für Rentenalter durchrechnenWer einen ETF-Sparplan für die Altersvorsorge hat, für den ist ein Crash am Aktienmarkt zu Rentenbeginn besonders hart. Wichtig sei es deshalb, die Geldentnahme gut zu planen, erklärt Saidi Sulilatu. "Als grobe Faustregel von Finanztip sagen wir: Drei Prozent von dem Ersparten kann ich pro Jahr herausnehmen." Das sei kein besonders hoher Betrag. Doch man sorge für den Fall von Börsenturbulenzen vor, damit einem nicht das Geld ausgeht. Denn verliert der ETF in Krisenzeiten an Wert, müsse man mehr Anteile verkaufen, um den gleichen Betrag zu bekommen.
Tipp 3: ETF-Kursverluste während des Rentenalters einplanenEin Crash an den Finanzmärkten kann einen auch im Rentenalter treffen. Doch häufig seien die Auswirkungen nicht so dramatisch, beruhigt der Finanzexperte. Sollten Börsenturbulenzen erst zehn Jahre nach Auszahlungsbeginn einsetzen, habe sich das Depot wahrscheinlich schon gut entwickelt. "Man kann mit den Auszahlungen wahrscheinlich so weiter machen, wie geplant." Generell wichtig sei es jedoch, dass die private Altersvorsorge auf mehreren finanziellen Säulen aufgebaut ist. Der "Finanztip"-Chefredakteur rät zur 60:40-Regel. Das heißt: 60 Prozent des Privatvermögens sollte man in ETFs und Aktien ansparen - 40 Prozent sollten auf Fest- oder Tagesgeldkonten für die Rente zur Verfügung stehen.