Pünktlich zum Start in die heiße Phase des Wahlkampfs schließt die Partei die Reihen. Der Landesvorstand erklärt das Problem mit dem Landtagsabgeordneten für gelöst.
Die AfD Sachsen-Anhalt hat ihren Konflikt mit ihrem Landtagsabgeordneten Matthias Lieschke beendet. Zu Jahresbeginn war der Abgeordnete aus Kemberg in die bundesweiten Schlagzeilen geraten. Seine Fraktion hatte ihn ausgeschlossen, schon im Dezember war ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden. Er hatte angeblich heimlich ein Parteitreffen mitgeschnitten und das Video des internen Calls weitergeleitet.
Jetzt hat der Landesverband auf der letzten Vorstandssitzung vor der Landtagswahl am 6. September beschlossen, das eingeleitete Parteiverfahren zu beenden. Das erfuhren Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und Berliner Zeitung von AfD-Pressesprecher Patrick Harr. „Das Ausschlussverfahren ist obsolet“, sagte er, „man hat sich mit Matthias Lieschke geeinigt.“ Unmittelbar nach der Wahl werde sich die neue Fraktion konstituieren und der werde Lieschke dann aller Voraussicht nach angehören.
Im Januar hatte die Fraktionsgeschäftsführung mitgeteilt, der Entscheidung sei eine ausführliche Aussprache vorausgegangen, bei der Lieschke die Vorwürfe „in keiner Weise entkräften konnte“. Die Rede war von schwerem partei- und fraktionsschädigendem Verhalten.
Matthias Lieschke, als Direktkandidat für die AfD im Wahlkreis 25 aufgestellt, ist seit 2014 in der Partei, sitzt seit 2016 für diese im Landtag. Der Kfz-Schlossermeister aus Kemberg (bei Wittenberg) war viele Jahre als Unternehmer mit einer Oldtimer-Werkstatt selbstständig. Am Rande eines Wahlkampftermins in der Kleinstadt Gräfenhainichen am Donnerstag bestätigte er die Beendigung des Konfliktes: „Jetzt machen wir gemeinsam Wahlkampf, unterstützen uns gegenseitig.“
Die Entscheidung fiel pünktlich zum Start in die heiße Phase des Wahlkampfs. Am Donnerstag besuchte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den Wahlkreis Lieschkes in dessen Begleitung. Ausführliche Berichterstattung folgt.
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