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Konzert von Danger Dan und Igor Levit: Keine Angst, dafür viel Liebe im Columbiatheater

Дата публикации: 22-07-2026 09:52:17

Ursprünglich sollte der Musiker Danger Dan seinen neuen Song "Keine Angst" gemeinsam mit Starpianist Igor Levit in der ZDF Satiresendung "Die Anstalt" präsentieren. Doch die beiden Künstler wurden kurz vor der Aufzeichnung von der ZDF Intendanz ausgeladen. Stattdessen spielten sie den Song nun live.


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Danger Dan gibt Konzert nach ZDF-Ausladung Keine Angst, dafür viel Liebe im Columbiatheater

Archivbild: Pianist Igor Levit spielt mit dem Sänger Danger Dan (r) bei einer Probe vor einem Benefizkonzert. (Quelle: dpa/Koall)
Audio: rbb24 Inforadio, 22.07.2026, Christoph Kober im Gespräch mit Cora Knoblauch

Von Cora Knoblauch

Daniel Pongratz aka Danger Dan und Igor Levit haben kurzfristig eingeladen und ihre Fans sind gekommen: nach nicht einmal 45 Minuten waren die Tickets für die gestrige Veranstaltung im Berliner Columbiatheater ausverkauft.

Innerhalb weniger Tage hatten Pongratz und Levit, diese eher ungewöhnliche Musik-Combo aus antifaschistischem Rap und klassischem Klavier, einen Alternativabend zu ihrem geplatzten Auftritt im ZDF auf die Beine gestellt.

Ursprünglich sollte der Musiker Danger Dan seinen neuen Song "Keine Angst" gemeinsam mit Starpianist Igor Levit in der ZDF Satiresendung "Die Anstalt" präsentieren. In dem Song geht es um das Thema "Widerstand gegen Rechtsextremismus". Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF, den Auftritt zu streichen. Der Sender begründete das damit, dass der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Stattdessen spielten sie den Song nun live.

Unter dem Titel "Die keine Angstalt" hatten sie Freunde, Weggefährten und Unterstützer ins Columbiatheater eingeladen: unter anderem den Rechtsanwalt Peter Raue, einen Teil des ZDF-Teams der "Anstalt" und Musiker und Performancekünstler Blixa Bargeld. Der eröffnete den Abend mit den berühmten Zeilen Bertolt Brechts "In den finsteren Zeiten, wird da noch gesungen werden? Ja, es wird gesungen werden. Von den finsteren Zeiten."

Danger Dan verlässt Grauzone nicht

Mit Brecht und Tucholsky im Gepäck wiederholten die Hosts der Show den eindringlichen aber stets vage formulierten Appell an das Publikum, "aktiv zu werden" und sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun, um dem "Erstarken faschistischer Kräfte" etwas entgegenzusetzen. Wie diese Aktivitäten aussehen könnten, bliebt offen. Danger Dan hatte sich genug anwaltlichen Beistand ins Haus geholt, um die berühmte Grauzone nicht zu verlassen, die er erfolgreich in seinem Hit "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" besingt.

Levit macht mit Waldstein-Sonate Publikum sprachlos

Danger Dan und Igor Levit spielen gemeinsam und solo, Levit präsentiert Beethovens Waldstein-Sonate – die habe er zwar schon oft gespielt, sagt Levit, aber noch nie "in so einem Rahmen" und er könne nicht glücklicher sein, dieses bewegende, besondere Klavierstück im Columbiatheater zu spielen. Das Publikum lauscht muksmäuschen still, nicht mal das übliche Handy-Gefilme findet statt.

Selbstjustiz sei strafbar, "aber"

Zwischen ihren Musikstücken bitten Danger Dan und Levit die Journalistin Heike Kleffner auf die Bühne, die beispielhaft Angriffe und Überfälle durch Rechtsextremisten in ostdeutschen Bundesländern aufzählt und aus den Biografien der Opfer rassistischer und antisemitischer Gewalt erzählt.

Die Anwältin Kristin Pietrzyk, spezialisiert auf Strafrecht, Polizei- und Versammlungsrecht und engagiert für Opfer rassistisch motivierter Straftaten nimmt dann mehr oder weniger deutlich Stellung zu den Vorwürfen, der Song "Keine Angst" beinhalte Aufrufe zu direkter und indirekter Gewalt gegen Rechtsradikale. Selbstjustiz sei strafbar, grundsätzlich abzulehnen und indiskutabel, sagt Pietrzyk. Und fügt dann noch einige "abers" hinzu. Die Perspektive der Opfer rechter Straftaten bliebe in den Diskussionen der vergangenen Tage unberücksichtigt, bemängelt die Anwältin unter dem Applaus des Publikums. Und fügt hinzu: "Danger Dan übernimmt Verantwortung, indem er Namen nennt, indem er Partei ergreift. Indem er nicht so tut als sei es neutral in Zeiten erstarkender faschistischer Bewegungen einfach nur Künstler zu sein. Darin liegt keine Verachtung für den Rechtsstaat, sondern eine Ernstnahme seiner Versprechen."

Ein Schild am Comlumbia Theater weist auf ein Konzert der Musiker Danger Dan und Igor Levit hin. (Quelle: dpa/Kilian) Ein Schild am Comlumbia Theater weist auf ein Konzert der Musiker Danger Dan und Igor Levit hin. (Quelle: dpa/Kilian)

Viel Liebe für Publikum und Unterstützer

Danger Dan und Igor Levit bedanken sich überschwänglich bei ihren Unterstützern und lassen blicken, dass die vergangenen Tage und Wochen hart gewesen seien. Levit witzelt, dass es privat bei Chips, Gulasch und Bier immer friedlich und entspannt sei, aber kaum träten die beiden Musiker gemeinsam in die Öffentlichkeit, breche der nächste Shitstorm los.

Das Publikum nimmt die eineinhalbstündige Show freundlich und wohlwollend auf. Zwischen ein paar einzelnen Antifa-T-Shirts und "Alerta, alerta, Antifascista!" Rufen hat sich im Columbiatheater eine treue Fangemeinde versammelt, die den Zuspruch und das musikalische Empowerment von Danger Dan und Igor Levit dankbar annimmt. Nicht allein zu sein mit den Ängsten vor "Faschisten im Parlament und Faschisten auf den Straßen", dieses Gefühl wollten die Musiker ihren Freunden und Fans unbedingt mit nach Hause geben. Die Besucher haben diesen Zuspruch wie eine freundschaftliche Umarmung mit viel Liebe gerne angenommen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 22.07.2026, 08:50 Uhr

Audio: rbb24 Inforadio, 22.07.2026, Christoph Kober im Gespräch mit Cora Knoblauch

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 6.02. Источник: www.rbb24.de.