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Arbeit und KI: KI drückt auf Löhne und macht Berufseinstieg schwieriger

Дата публикации: 12-08-2026 06:36:23

In einer Umfrage des Ifo zeigt sich, dass viele Betriebe sinkende Löhne durch KI erwarten. Und der Start ins Berufsleben wird nach Ansicht von Experten immer schwieriger.

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Künstliche Intelligenz verschiebt die Situation am Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen in Deutschland rechnen durch ihren Einsatz mit sinkenden Löhnen, wie eine Umfrage des Ifo-Instituts ergab. Und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) berichtet, dass KI die Einstiegschancen am Arbeitsmarkt erschwert.

Das Ifo hat mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland, die KI nutzen gefragt, wie diese sich dies in den kommenden fünf Jahren auf die Löhne auswirken wird. „Insgesamt sehen wir, dass deutlich mehr Unternehmen negative Effekte erwarten als positive“, fasst Ifo-Forscherin Anna Ruffert die Ergebnisse zusammen.

Arbeitnehmer mit wenig Erfahrung trifft es am härtesten

Bei Arbeitnehmern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung erwartet demnach rund die Hälfte der Betriebe eine solche Entwicklung in den nächsten fünf Jahren. Einen Anstieg sagen nur sehr viel weniger vorher. Und auch für erfahrene Arbeitnehmer überwiegen die Firmen, die sinkende Löhne erwarten, gegenüber denen, die von einem Anstieg ausgehen. 

Auch je nach Qualifikation gibt es teils deutliche Unterschiede. Bei den Arbeitnehmern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung ohne Hochschul- oder Fachhochschulabschluss erwarten 48,3 Prozent der Betriebe sinkende Löhne, nur 5,9 Prozent steigende. Mit Hochschulabschluss und geringer Erfahrung sind es sogar bei 50,8 Prozent der Unternehmen sinkende Löhne - aber auch bei 16,3 Prozent steigende. 

Erfahrende Akademiker haben noch am ehesten Chancen

Die Aussichten für Arbeitnehmer mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung sind ebenfalls überwiegend schlecht, wenn auch nicht ganz so negativ: Ohne Hochschulabschluss erwarten 40,4 Prozent der Unternehmen sinkende Löhne und nur 9,7 Prozent steigende. Mit Hochschulabschluss steigen die Chancen hier deutlich. Zwar erwarten immer noch 37,5 Prozent der Unternehmen sinkende Löhne, aber auch 26 Prozent steigende.

„Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen“, so das Fazit von Ifo-Forscherin Ruffert. „Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen.“

Auch je nach Branche zeigen sich deutliche Unterschiede. Am häufigsten erwarten Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich sinkende Löhne. Für Beschäftigte mit kurzer Berufserfahrung und ohne Hochschulabschluss sagen dies hier 53,3 Prozent, für Beschäftigte mit langer Erfahrung immer noch 44,2. Im Handel sind es 47,9 und 41,3 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe 46,5 und 38,9 Prozent. Am schwächsten sind die Auswirkungen am Bau: Hier erwarten nur 39 Prozent sinkende Löhne für Mitarbeiter mit niedriger Berufserfahrung und 31,3 Prozent bei höherer Erfahrung. 

Schon der Berufseinstieg wird schwierig

Und es geht nicht nur um das Gehalt: Gerade Jobs, über die viele junge Menschen bislang ins Berufsleben einstiegen, könnten sich durch Automatisierung und generative KI besonders schnell verändern, heißt es von der ILO, die sich dabei aber nicht spezifisch auf Deutschland bezieht. Sie nennt kaufmännische und administrative Tätigkeiten, Jobs im Verkauf und im Dienstleistungsbereich sowie Stellen in der Produktion und in einigen technischen Berufen. 

Einige der Jobs blieben zwar, stellten aber neue Anforderungen. Gefragt seien deshalb digitale Kenntnisse, die Fähigkeit zur Kontrolle von KI-Ergebnissen und ein Verständnis dafür, wann menschliches Urteil notwendig bleibt. Gleichzeitig wachse aber die Nachfrage in wissensintensiven technischen Berufen weiter, etwa Naturwissenschaften, Ingenieurwesen, Gesundheitswesensowie Informations- und Kommunikationstechnologien. 

Die Organisation fordert deshalb mehr Investitionen in gute Bildung, berufliche Ausbildung, lebenslanges Lernen und Ausbildungsplätze.

© dpa-infocom, dpa:260812-930-517194/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

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