Bei sommerlicher Hitze wird die Wohnung zur Sauna. Eigentümer und Mieter können unterschiedlich darauf reagieren. Welche Optionen sie haben, erklärt Kolumnist Markus Kamrad.
Ich war letztens bei einer Veranstaltung zum Wahlkampf in Berlin. Einer der Diskutanten forderte gegen die Hitzewelle den Einbau von Klimaanlagen. Zunächst einmal stimmt es, dass wir unser Vorgehen anpassen müssen.
Richtig lüften, also eher in den kühlen Phasen und dann tagsüber eher dichtmachen, bleibt wichtig. Aber was machen, wenn auch nachts die Temperaturen draußen höher sind als drinnen? Und das über Tage oder Wochen?
Dann wird es mit unseren üblichen Tipps für heiße Tage schwierig. Klimaanlagen, kühlende Wärmepumpen und andere technologische Lösungen werden stärker Einzug halten in Berlins Häuser und Wohnungen. Aber das ist nicht die eine Lösung, zu der wir in Debatten neigen.
Stelle ich mir in eine schlecht isolierte Mietwohnung ein mobiles Klimagerät, bin ich am Ende des Sommers gut gekühlt, aber auch ärmer als nötig. Kluger Hitzeschutz ist ein Mix.
Gute Dämmung hilft nicht nur im Winter, für Eigentümer ist das oft der erste Schritt. Wie ohnehin Hitzeschutz und Wärmeversorgung oft nah beieinander liegen.
Begrünte Vorgärten oder Balkone helfenMieterinnen und Mieter haben es hier schwer. Ein echter Bringer ist Verschattung, vor allem außen, bevor die Wärme durch das Fenster durch ist. Begrünte Vorgärten helfen, und selbst begrünte Balkone bei Mietwohnungen bringen Erleichterung. Bei begrünten Fassaden und Co. die Notwendigkeit einer Abstimmung mit dem Vermieter prüfen!
Ein Großteil der Verantwortung liegt bei der öffentlichen Hand. Deshalb ist es gut, dass Berlin mehr Bäume pflanzen möchte. Aber das darf nicht zulasten eines klugen Mixes der Anpassung und vor allem nicht zulasten des Kampfs gegen die weitere Erderwärmung gehen.
Auf individuelle Anpassung kommt es anPrävention ist meist günstiger, als die Symptome zu behandeln. Machen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung klimawandelfit. Aber seien Sie sich im Klaren darüber, dass es auf einen individuellen Mix ankommt.
Hauseigentümer im Neubau haben andere Möglichkeiten und Herausforderungen als Mieter im Altbau. Begrünung, Dämmung, Verschattung, Belüftung, Abschalten von überflüssigen Wärmequellen wie dem Zweitkühlschrank und technische Lösungen sollten in der jeweils sinnvollen und vor allem machbaren Kombination zusammenspielen.
Das ist leider nicht die einfache Lösung, die wir alle gerne hätten. Aber in Kombination trotzdem hilfreich. Und sowohl ökonomisch als auch ökologisch der effizienteste Weg.
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