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Geplantes Pflegeheim in Marzahn-Hellersdorf: Jetzt könnte auch der nächste Betreiber abspringen

Дата публикации: 13-08-2026 10:45:50

Auf dem Gelände des ehemaligen Wernerbads in Kaulsdorf sollen 160 Pflegeplätze entstehen. Doch die geplante Miete wäre für Bewohner kaum finanzierbar. Nun steht das Projekt erneut auf der Kippe.

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Im ehemaligen Wernerbad in Berlin-Kaulsdorf schwimmt längst niemand mehr: 2002 wurde das Freibad geschlossen, seitdem holt sich die Natur den einstigen Naherholungsort zurück. Auf dem Gelände soll seit Jahren eine Pflegeeinrichtung entstehen. Doch nun drohen die Verhandlungen mit der möglichen Betreiberin, der Vivantes, zu scheitern – es wäre bereits das dritte Mal. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege auf die Anfrage des SPD-Abgeordneten Jan Lehmann hervor.

„Die grobe Erstkalkulation für die Jahresmiete liegt deutlich über den Antragsmieten vergleichbarer Einrichtungen im Neubau“, schreibt eine Sprecherin der Senatsverwaltung. Die monatliche Belastung für pflegebedürftige Menschen beziehungsweise das Land Berlin als Träger der Sozialhilfe läge demnach bei mehr als 1000 Euro. „Vergleichbare Neubauten liegen darunter“, heißt es weiter.

Senat nennt Kostenrechnung „strittig“

Grund für die hohe Miete sind offenbar die Baukosten, die auf die spätere Miete der Einrichtung umgelegt werden sollen. Die Senatsverwaltung bezeichnet die Parameter zur Umwandlung der Baukosten in die jährliche Miete als „strittig“. Im ersten Quartal dieses Jahres habe es bereits zwei Treffen zwischen der Senatsverwaltung, dem potenziellen künftigen Betreiber Vivantes und der landeseigenen Berlinovo gegeben.

Wer erinnert sich noch an das Wernerbad in Kaulsdorf, das 2002 für immer schloss? Viele verbinden das Bad mit dieser Betonskulptur des Nilpferds "Knautschke", die noch heute dort steht. Das Flusspferd steht unter Denkmalschutz, doch die anderen Reste des ehemals beliebten Bades sollen bald verschwinden. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos von verlorenen Orten in Berlin und dem Umland an leserbilder@tagesspiegel.de! Foto: Archiv früherer Förderverein Wernersee

Viele verbinden das Wernerbad mit dieser Betonskulptur des Nilpferds „Knautschke“, die noch heute dort steht. Das Flusspferd steht unter Denkmalschutz.

© Archiv früherer Förderverein Wernersee

Die Berlinovo, der das Grundstück an der Ridbacher Straße gehört, sieht dort die Errichtung von insgesamt 160 Plätzen vor, darunter 113 vollstationäre Plätze, 31 Plätze in der Kurzzeitpflege und 16 Plätze in der Tagespflege.

„In den Gesprächen wurde seitens des Senats verdeutlicht, dass die geplante Jahresmiete nicht tragfähig ist“, heißt es in der Antwort auf Lehmanns Anfrage. Eine Rückmeldung seitens Berlinovo stehe noch aus. Von dem Projekt abrücken wolle man keinesfalls. „Die stationären Pflegeplätze, insbesondere die Kurzzeitpflegeplätze, werden angesichts der demografischen Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf dringend benötigt“, schreibt die Senatsverwaltung.

Vivantes, Caritas, jetzt wieder Vivantes

Nachdem sich die Vivantes Forum für Senioren GmbH Ende 2022 aus ersten Gesprächen mit der Grundstückseigentümerin Berlinovo zurückgezogen hatte, hatte es Gespräche mit der Caritas gegeben.

Im Februar 2025 scheiterten auch diese: Die Caritas habe an dem Standort nur eine ambulante Pflege einrichten wollen, der Bezirk aber ein Mischkonzept mit sowohl ambulanter als auch stationärer Pflege vorgesehen, sagte Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) damals auf Tagesspiegel-Nachfrage. „Wir sind trotz mehrerer Gespräche nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen.“

Unklar ist bislang auch, ob es nach dem Bau des Pflegeheims einen öffentlichen Zugang zum Wernersee, an dem sich früher das Freibad befand, geben wird. „Ein uneingeschränkter Zugang zum Gewässer besteht für die Öffentlichkeit laut festgesetztem Bebauungsplan 10-63 derzeit nicht“, schreibt das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Die Grünfläche sei derzeit als „private naturnahe Parkanlage“ eingetragen. „Eine Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit müsste mit dem Eigentümer privatrechtlich geregelt werden“, so das Bezirksamt.

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