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Glücksgefühle im Sattel: Warum passionierte Radfahrer auch radlos Sport machen sollten

Дата публикации: 07-08-2026 09:38:50

Radfahren ist eine extrem populäre Sportart - auch und gerade auf Mallorca. Mit dem Boom steigt allerdings auch die Zahl der Überlastungsbeschwerden und Verletzungen, häufig verursacht durch eine falsche Sitzposition oder ein schlecht eingestelltes Fahrrad.

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Radfahren ist eine extrem populäre Sportart - auch und gerade auf Mallorca. Mit dem Boom steigt allerdings auch die Zahl der Überlastungsbeschwerden und Verletzungen, häufig verursacht durch eine falsche Sitzposition oder ein schlecht eingestelltes Fahrrad.

Die Physiotherapeuten-Kammer der Autonomen Region Madrid (CPFCM) hat einen Zehn-Punkte-Leitfaden veröffentlicht, der helfen soll, typische Beschwerden zu vermeiden.

Eine der gesündesten Ausdauersportarten

Die gute Nachricht: Nach Einschätzung der Fachleute zählt Radfahren zu den gesündesten Ausdauersportarten überhaupt – vorausgesetzt, es wird in einem angemessenen Umfang betrieben. Einschränkungen gelten lediglich für Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Beckenbodens, neurologischen Leiden oder Gleichgewichtsstörungen.

Zu den positiven Effekten gehören ein besserer Muskeltonus, eine verlangsamte Entwicklung von Arthrose, ein niedrigerer Blutdruck sowie eine höhere Herz- und Lungenleistung. Zudem trägt regelmäßiges Radfahren dazu bei, das Körpergewicht zu kontrollieren und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes zu senken.

Irrtümer, die sich hartnäckig halten

Die schlechte Nachricht: Unter Radfahrern halten sich manche hartnäckige Irrtümer. Nach Angaben der Physiotherapeuten sind Taubheitsgefühle im Dammbereich durch den Sattel ebenso wenig normal wie einschlafende Hände, Rückenschmerzen aufgrund der nach vorn geneigten Haltung oder ständig überlastete Beine.

Solche Beschwerden gelten heute keineswegs als unvermeidliche Begleiterscheinungen des Radfahrens. Vielmehr zeigen biomechanische Untersuchungen, dass sie in den meisten Fällen auf eine ungünstige Sitzposition oder eine fehlerhafte Einstellung des Fahrrads zurückzuführen sind. Ein korrekt angepasstes Rad und ein sinnvoll aufgebautes Training können das Risiko von Beschwerden oder Verletzungen deutlich senken.

Zehn Empfehlungen für schmerzfreies Radfahren

Biomechanische Analyse

Die beste Vorsorge ist eine professionelle biomechanische Vermessung. Dabei werden Körperbau, Beweglichkeit und frühere Verletzungen berücksichtigt, um die optimale Sitzposition zu ermitteln. Gleichzeitig lässt sich dadurch die Kraftübertragung verbessern und der Energieverbrauch beim Fahren reduzieren. Auf Mallorca bieten einige Fahrrad-Fachgeschäfte diesen Service an, beispielweise Velomallorca direkt im Zentrum von Palma (velomallorca.net), S’Escapada mit mehreren Filialen auf der Insel (sescapada.com) oder das Movement Quality Center (mqcmallorca.com).

Die richtige Rahmengröße

Die Analyse hilft außerdem dabei, die passende Rahmengröße zu wählen. Ein ungeeignetes Fahrrad lässt sich auch durch spätere Einstellungen nur begrenzt optimieren.

Das passende Fahrrad

Rennrad, Mountainbike, Gravelbike, Triathlonrad oder Citybike – jedes Modell ist für einen anderen Einsatzzweck entwickelt worden. Deshalb sollte das Fahrrad entsprechend dem geplanten Einsatz ausgewählt werden.

Sattelhöhe korrekt einstellen

Der Sattel darf weder zu hoch noch zu niedrig stehen. Am tiefsten Punkt der Pedalbewegung sollte das Bein fast vollständig gestreckt sein.

Lenker und Vorbau anpassen

Auch die Lenkerhöhe spielt eine wichtige Rolle. Wer regelmäßig unter Rückenschmerzen leidet, profitiert oft von einem höheren Vorbau, weil dadurch eine aufrechtere und rückenfreundlichere Sitzhaltung möglich wird.

Pedalplatten richtig einstellen

Falsch montierte Cleats können Muskeln, Sehnen und die Lendenwirbelsäule unnötig belasten. Auch Beschwerden an Hüfte, Achillessehne oder Waden sind häufig auf eine fehlerhafte Position der Pedalplatten zurückzuführen.

Zusätzliches Krafttraining

Ein gut eingestelltes Fahrrad ersetzt kein körperliches Training. Vor allem eine kräftige Rumpf- und Bauchmuskulatur sorgt für mehr Stabilität und entlastet den Bewegungsapparat.

Die richtige Trittfrequenz

Anfängern empfehlen die Experten eine Kadenz von rund 90 Pedalumdrehungen pro Minute. Wer dauerhaft mit einer zu niedrigen Trittfrequenz fährt, belastet insbesondere die Kniegelenke stärker.

Gesundheitscheck ab 50

Wer nur gelegentlich Rad fährt, sollte sich spätestens ab dem 50. Lebensjahr – oder bei bestehenden Herz-, Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen – ärztlich untersuchen lassen, bevor er zu einer Tramuntana-Gebirgsrundfahrt losprescht. Gerade auf Mallorca kommt es immer wieder zu tragischen Vorfällen mit älteren Radfahrern, die sich über- und die Insel unterschätzen. Die höchsten Berge sind hier zwar „nur“ um die tausend Meter hoch, aber oft beginnt die Fahrt praktisch auf Meereshöhe.

Ausreichend trinken

Vor allem im Sommer gilt: ausreichend trinken – vor, während und nach der Tour – und nicht primär alkoholische Getränke. Außerdem sollten Fahrten möglichst nicht in die größte Mittagshitze gelegt werden.

Physiotherapie beginnt lange vor der Verletzung

Nach Ansicht der Physiotherapeuten besteht ihre Aufgabe nicht erst darin, bereits entstandene Verletzungen zu behandeln. Ebenso wichtig ist die Prävention. Dazu gehören die Optimierung der Sitzposition, die Analyse des Bewegungsablaufs und die individuelle Anpassung des Fahrrads an den jeweiligen Fahrer.

Ist es dennoch zu einer Verletzung gekommen, zielt die physiotherapeutische Behandlung darauf ab, Schmerzen zu lindern, die eigentliche Ursache zu beseitigen und Rückfälle zu verhindern. Im Profiradsport gehört diese präventive Arbeit längst zum Alltag – sie dient sowohl der Leistungssteigerung als auch einer schnelleren Regeneration nach Training und Wettkampf.

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