Mit Lisanne Gräwe und Jella Veit kommen zwei junge, aber erfahrene Bundesliga-Spielerinnen nach Köpenick – und zwei Freundinnen. Die Neuzugänge stehen auch für den wachsenden Anspruch der Union-Frauen.
Frauen-Bundesliga Vom Main an die Dahme: Veit und Gräwe wollen Union voranbringen
Vielleicht konnte Union Berlin ja beim Thema Wassernähe punkten. Jedenfalls sagt Lisanne Gräwe zu ihrem neuen Arbeitsort Köpenick: "Es gefällt mir sehr. Es ist grün, hat viel Wasser, und wenn eine Stadt Wasser hat, dann ist das immer schön."
Veit und Gräwe wurden in Frankfurt Freundinnen
Gräwe (Sternzeichen Wassermann!) wechselte im Sommer von Eintracht Frankfurt in die wasserreiche Hauptstadt. Und wer die vergleichsweise karge Hessen-Metropole kennt, dürfte verständnisvoll nicken. Klar, der Main. Vielleicht noch der Langener See, ansonsten ist das Gewässer-Angebot mau.
Und so sieht man die 23 Jahre alte Fußballerin zufrieden an der Dahme entlang schlendern, neben ihr: Jella Veit, die es ebenfalls zur neuen Saison vom Tabellendritten der Vorsaison in die Hauptstadt zog. Drei Jahre spielten sie gemeinsam mit dem Adler auf der Brust, in dieser Zeit entstand eine Freundschaft, die sie nun im neuen Köpenicker Umfeld weiterführen wollen.
Union bietet aufstrebenden Profis Top-Bedingungen
"Lisanne ist ein entspannter Mensch, offen, man kann mit ihr über alles reden. Das macht es im Fußball einfacher, dass man auch neben dem Platz jemanden hat, an den man sich wenden kann", sagt Veit über Gräwe, die wiederum ihre Teamkollegin als "immer ehrlich" und "gute, offene" Gesprächspartnerin adelt.
Außer der Freundschaft eint beide, dass ihre Profikarrieren gerade Fahrt aufnehmen – und sie sich bei Union Berlin die optimalen Bedingungen versprechen.
"Ich hatte gute Gespräche mit den Verantwortlichen. Ich hatte das Gefühl, dass da noch viel im Kommen ist", sagt die zentrale Mittelfeldspielerin über ihren Wechsel zum Neuntplatzierten der abgelaufenen Saison. Sie wolle dabei helfen, dass der Klub sich weiter oben in der Tabelle etabliert.
Mehr Verantwortung für Gräwe?
Bei der Eintracht spielte Gräwe in der vergangenen Saison meist zentral hinter der Frankfurter Lichtgestalt Laura Freigang. In Berlin will sich Gräwe "als Führungsspielerin weiterentwickeln", wie sie dem Kicker anvertraute [kicker.de].
Mehr Verantwortung und vor allem mehr Spielzeit erhofft sich wohl auch Abwehrfrau Jella Veit. Ihren auslaufenden Vertrag hatte die 21-Jährige bei den Hessinnen nicht verlängert, nachdem sie neben 18 Liga-Einsätzen auch immer wieder auf der Bank saß. Im März feierte sie beim 4:0-Sieg über Norwegen ihr Debüt unter Christian Wück für die Nationalmannschaft, eine erneute Nominierung dürfte auch von regelmäßiger Spielpraxis abhängen.
Zusammen gegen Inter Mailand gefordert
Für Veit und Gräwe bedeutet der Wechsel in die Hauptstadt auch einen Verzicht auf das europäische Geschäft, während die Ex-Kolleginnen gerade im Qualifikationsturnier um die Rückkehr in die Königsklasse kämpfen.
Aber was bei Union noch nicht ist, soll noch werden. Jedenfalls treten die Ambitionen der Frauenabteilung des 1. FC Union immer deutlicher zutage: Außer Gräwe und Veit kamen auch die Neuzugänge Nelly Smolarczyk (Torwärtin, VfL Wolfsburg), Jill Janssens (Abwehr, TSG Hoffenheim) und Leela Egli (Sturm, SC Freiburg) allesamt von der Bundesligakonkurrenz.
Und wie schon in der Vorsaison, als Real Madrid zu Gast war, präsentiert das Team von Trainerin Marie-Louise Eta auch an diesem Wochenende mit Inter Mailand einen schillernden Gegner als Season-Opener (am Sonntag ab 14:45 Uhr live im rbb Fernsehen und im Stream auf rbb24.de).
Frankfurter Fraktion wird größer
Der Frankfurter Block von Union Berlin wächst derweil mit der Verpflichtung Gräwes und Veits weiter an: Im vergangenen Sommer wechselten bereits Tanja Pawollek und Anna Aehling vom Main an die Dahme. Eine Frankfurter Vergangenheit haben außerdem Tomke Schneider und Torhüterin Cara Bösl sowie Leonie Köster, die in dieser Saison leihweise beim Berner Sport Club YB Erfahrungen sammeln soll.
Die Eingewöhnung wird so für die Neuankömmlinge vom Main sicherlich leichter, was nicht zuletzt für Union von Nutzen sein dürfte. In zwei Wochen kommt der Meister FC Bayern München zum Saisonauftakt ins Stadion An die Alte Försterei.
Sendung: rbb|24, 07.08.2026, 16:17 Uhr
Video: rbb|24, 07.08.2026, Dennis Wiese
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