Nachdem Publikumsliebling Dejan Milosavljev die Füchse Berlin verlassen hat, stellt sich der Deutsche Handball-Pokalsieger im Tor neu auf. Eigengewächs Lasse Ludwig rückt in den Fokus - und ein 40-jähriger Neuzugang soll ihm zur Seite stehen.
Handball Neue Zeitrechnung im Tor der Füchse: "Lasse Ludwig hat eine Riesen-Zukunft"
Zwischen den Pfosten beginnt für die Füchse Berlin in der kommenden Handball-Saison eine neue Zeitrechnung. Nach sieben Jahren, in denen die Hauptstädter unter anderem ihre erste Deutsche Meisterschaft feierten (2025) und den DHB-Pokal gewannen (2026), wechselte Torwart Dejan Milosavljev zum polnischen Rekordmeister Industria Kielce.
Eigengewächs Lasse Ludwig bekommt nun also die Chance, die großen Fußstapfen zu füllen, die der Publikumsliebling in Berlin hinterlässt. "Das ist eine Riesen-Möglichkeit", sagt der 23-Jährige im Gespräch mit dem rbb. "Es waren jetzt erst drei Wochen, fühlt sich aber an wie drei Jahre. Es ist schon sehr vertraut mit Palle. Wir können uns wirklich auf die Saison freuen und voneinander lernen."
Titelsammler Palicka über Ludwig: "Mega Entwicklung"
"Palle", das ist Andreas Palicka, ein 185-facher schwedischer Nationaltorhüter und 40-jähriger Routinier, den die Füchse zur neuen Saison verpflichtet haben und der Ludwig unterstützend zur Seite stehen soll. In Palickas Vita stehen diverse Stationen in Deutschland, Schweden, Dänemark und Frankreich. Insgesamt sieben Deutsche Meistertitel (sechs mit dem THW Kiel und einen mit den Rhein-Neckar Löwen) feierte der Schwede bereits. Außerdem gewann er mit Kiel zwei Mal die Champions League und mit Paris Saint-Germain drei Mal die Französische Meisterschaft. Mit der schwedischen Auswahl holte er 2022 die Europameisterschaft.
"Man sieht, dass Lasse schon sehr weit im Kopf ist, obwohl er ein paar Jahre jünger ist als ich. Meine Rolle hier ist es, Lasse auf seiner Straße und in seinem Torwartleben zu unterstützen – auf einer Straße, auf der ich selbst schon gewandert bin", sagt Palicka über seine neue Aufgabe in Berlin. Ludwig sei "ein hervorragender Torwart mit einer Riesen-Zukunft. Lasse ist ein sehr positionsstarker, physischer Torwart, der das Spiel sehr gut liest. Er hat hart trainiert – das sieht man. Ich beobachte ihn schon seit vielen Jahren - und besonders in den letzten zwei Jahren fand ich seine Entwicklung mega."
Ein neuer und besonders erfahrener Mann für die Füchse Berlin: Torwart Andreas Palicka (Quelle: IMAGO / Oliver Vogler)
Alte Bekannte
Während Palicka seinen neuen Cheftrainer Nicolej Krickau schon aus einer gemeinsamen Zeit im Jugendbereich kennt, ist der Schwede wiederum für Lasse Ludwig kein Unbekannter. "Ich habe es ihm letztens schon mal gesagt: Ich bin mal mit ihm eingelaufen. Ich glaube, das sagt schon alles." Schließlich habe Ludwig, der im baden-württembergischen Achern geboren wurde, als Jugendlicher regelmäßig die Heimspiele der Rhein-Neckar Löwen besucht. "Zu der Zeit war Palle da."
Besonders hebt Ludwig hervor, dass sein neuer Torwart-Kollege "schon bei so vielen Top-Klubs gespielt und da immer auf Weltklasse-Niveau gehalten" habe. "Heute sagt man: Er hat Aura. Er wirkt im Spiel sehr dominant und hat sehr verrückte Bewegungen drauf, die ich mir abschauen kann, um die Bälle noch entschlossener zu halten."
Ludwig: "Wir sind eine Weltklasse-Mannschaft"
Vor allem gehe es aber "darum, die Spiele zu gewinnen. Natürlich kann immer nur einer im Tor stehen, zu einem guten Team gehört aber auch ein gutes Torhüter-Duo." Und das gemeinsame Ziel ist klar: "Wir sind eine Weltklasse-Mannschaft und wollen Titel gewinnen. Wir sind nochmal enger zusammengewachsen. Es ist wichtig, dass wir unsere Routinen beibehalten", sagt Lasse Ludwig. "Wir schauen von Spiel zu Spiel. Egal, ob es ein Pokal-Spiel gegen einen Zweitligisten oder ein Champions-League-Spiel ist – wir wollen immer Vollgas geben."
Ähnlich selbstbewusst und zuversichtlich gibt sich auch Andreas Palicka, der von seinem neuen Arbeitgeber einen sehr positiven Eindruck zu haben scheint: "Hier gibt es viele Weltklasse-Spieler. Auch die Jugendstruktur bei den Füchsen ist Weltklasse, vielleicht sogar die beste auf der Welt", meint der Schwede. "Sie schieben immer wieder junge Talente hoch, die verdammt gut Handball spielen können. Diese Mischung aus Erfahrung und Jugend macht die Füchse zu einer gefährlichen Mannschaft."
Für die Berliner beginnt die neue Saison am 22. August (18 Uhr) - und direkt mit der ersten Titelchance: In München treffen die Füchse im Finale um den DHB-Supercup auf Meister und Rivale SC Magdeburg.
Sendung: rbb|24, 12.08.2026, 21:45 Uhr
Audio: rbb|24, 12.08.2026, Dennis Wiese
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