Sollte eine Brücke, an der Menschen sich das Leben nehmen, für Kletter-Erlebnisse genutzt werden? Nach drei Suiziden an der Müngstener Brücke binnen zwei Wochen wird diese Frage kontrovers diskutiert. Was Kritiker sagen – und was der Anbieter der Touren entgegnet.
Erlebnis Klettern an der Müngstener Brücke: Den „Brückensteig“ gibt es jetzt seit fünf Jahren. Viele sind begeistert. In Zusammenhang mit der Suizidprävention gibt es aber auch Kritik an dem Angebot.
Foto: BrückensteigSolingen/Remscheid · Sollte eine Brücke, an der Menschen sich das Leben nehmen, für Kletter-Erlebnisse genutzt werden? Nach drei Suiziden an der Müngstener Brücke binnen zwei Wochen wird diese Frage kontrovers diskutiert. Was Kritiker sagen – und was der Anbieter der Touren entgegnet.
Stefan Böhm hat eine klare Meinung dazu: „Die Kletterei ist kontraproduktiv“, sagt der Betreiber des Kiosks und der Minigolf-Anlage im Müngstener Brückenpark an der Wupper. Seit fünf Jahren wird Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke für Klettertouren genutzt. Böhm findet, für die Vorbeugung von Suiziden sei dieses Erlebnisangebot wenig hilfreich. „Früher haben die Leute die Polizei gerufen, wenn sie jemand auf der Brücke entdeckten, heute sagen sie sich: Das ist bestimmt nur ein Kletterer“, schildert der Beobachter seinen Eindruck. So bestehe die Gefahr, dass Hilfe ausbleibt oder zu spät kommt.