Weniger als ein Meter Wasser fließt teils durch die Fahrrinne der Oder. Zu wenig für Güterschiffe - auf einem Teil des Flusses können Frachter zur Zeit nicht fahren.
Pegel zu niedrig Güterschiffe können auf der Oder teils nicht mehr fahren
Die anhaltende Trockenheit hat die Pegelstände der Oder so stark sinken lassen, dass die Güterschifffahrt teilweise eingestellt werden musste. Das bestätigte eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Oder-Havel gegenüber dem rbb am Montag.
Bereits seit Wochen fahren demnach keine Güterschiffe mehr zwischen den Pegeln Ratzdorf (Oder-Spree) und Hohensaaten-Finow (Märkisch-Oderland). Teilweise liegen die Pegelstände in der Fahrrinne unter einem Meter. Am Montagvormittag waren es in Frankfurt (Oder) 97 Zentimeter.
Auch der Wasserstand der Elbe ist teils zu niedrig. In Wittenberge lag der Wasserstand der Elbe am Montagmorgen bei 97 Zentimetern, in Lenzen waren es nur 73 Zentimeter. Frachtschiffe brauchen etwa eineinhalb Meter Tiefe, um sicher zu fahren.
Oder-Spree-Kanal weiterhin befahrbar
Ein Verbot für die Binnenschifffahrt gebe es seitens des Amtes nicht, so die Sprecherin. Aufgrund der niedrigen Wasserstände sei die Fahrt für Frachter jedoch per se nicht möglich. Die Sport- und Freizeitschifffahrt ist von diesen Einschränkungen nicht betroffen.
Entwarnung kommt dagegen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel für den Oder-Spree-Kanal. Westlich von Eisenhüttenstadt bis nach Berlin liegen die Pegelstände des Kanals im grünen Bereich. Güterschiffe, unter anderem vom Stahlhersteller Arcelor Mittal, können hier weiter ohne Probleme fahren.
Wasserpegel in Brandenburg auf niedrigem Niveau
Derzeit sind zahlreiche Wasserpegel in Brandenburger Gewässern auf einem Tiefstand. Neben der Oder sind laut der Messdaten des Landesamtes für Umwelt Brandenburg (LfU) von Anfang Juli auch die Spree ist betroffen.
Die niedrigen Pegel seien eine Folge von Trockenheit, hieß es damals. Schon das Frühjahr war zu trocken. Die weitestgehend ausgebliebene Schneeschmelze und eine sehr lange Zeit Niedrigwasser - das "ist außergewöhnlich und eben nicht saisonal", schreibt das LfU. Die Hitzetage in der Region mit Temperaturen von teils über 40 Grad Celsius hätten zusätzlich zur Verdunstung beigetragen.
Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 20.07.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell, 20.07.2026, Juliane Gunser
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