Gesa Krause hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham das Gold-Triple über 3000 m Hindernis perfekt gemacht. Olivia Gürth holte Bronze. Lea Meyer erlebte ein Drama - und teilte …
Stand: 13.08.2026 • 23:16 Uhr
Gesa Krause hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham das Gold-Triple über 3000 m Hindernis perfekt gemacht und dem deutschen Team den ersten Triumph bei den kontinentalen Titelkämpfen beschert. Olivia Gürth holte Bronze, Lea Meyer erlebte ein Drama - und teilte aus.
Gesa Krause strahlte über das ganze Gesicht und herzte ihr Töchterchen Lola Emilia. Die Familie gehörte nach dem Coup der 34-Jährigen in 9:12,69 Minuten zu den ersten Gratulanten, und was war das für ein triumphaler Lauf der zweimaligen WM-Dritten am Donnerstagabend zum dritten EM-Triumph nach 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin. Nach acht Jahren ist die schnellste Mama der Hindernis-Welt wieder die Königin Europas.
"Es ist eine unfassbar lange Zeit zwischen diesen beiden Meisterschaften und ich hatte so viele Höhen und Tiefen dazwischen. Ich bin einfach stolz, dass ich noch einmal Gold gewinnen konnte und auch ein bisschen stolz auf mein Lebenswerk", sagte Krause der Sportschau. "Ich glaube, es ist nicht üblich, so viele Jahre dabei zu sein. Ich bin unfassbar dankbar und auch sehr stolz auf Olivia, die ihre erste große Medaille gewonnen hat."
Für Gürth, die wie Krause für Silvesterlauf Trier startet und in 9:15,33 Minuten Saisonbestleistung erzielte, ist Bronze der größte Erfolg in ihrer bisherigen Karriere. "Für mich persönlich ist diese Bronzemedaille fast wie eine Goldmedaille. Es bedeutet mir unheimlich viel. Ich habe Gesas Rennen 2018 von der Tribüne aus verfolgt und sie ins Ziel laufen sehen. Jetzt zusammen im gleichen Rennen eine Medaille gewinnen zu können, ist quasi die Krönung des Weges", freute sich die 24-Jährige. Silber gewann Titelverteidigerin Alice Finot aus Frankreich (9:14,24).
Meyer wie bei der WM 2022 im PechDramatisch verlief das Finale für Lea Meyer, die auf Medaillenkurs auf der letzten Runde in den Wassergraben stürzte und Vierte wurde (9:17,07). Auch bei der WM 2022 war ihr im Vorlauf dieses Missgeschick passiert. Die 28-Jährige hatte zuvor nahezu das gesamte Rennen von der Spitze gelaufen und aufs Tempo gedrückt, Krause lief in ihrem Windschatten an Position zwei. Auch Gürth hielt in der acht- und schließlich fünfköpfigen Spitzengruppe mit, die sich vom Rest des Feldes abgesetzt hatte.
Nach gut zwei Kilometern wurde das Rennen vorne etwas langsamer, damit taktischer und schließlich auch dramatisch. Krause rannte auf der letzten Runde an die Spitze und spurtete schließlich als überlegene Siegerin ins Ziel, während Pechvogel Meyer im Wassergraben landete, sich tapfer aufrappelte, aber die Medaille letztlich unglücklich verpasste.
Meyer: "Eigene Dummheit wird direkt bestraft""Ich wäre nicht so schnell aufgestanden, wenn ich nicht gedacht hätte, dass ich Olivia noch kriegen kann", sagte sie im Anschluss. "Ich bin enttäuscht und vor allem sehr sauer. Eigene Dummheit wird direkt bestraft." An ihrer siegreichen DLV-Teamkollegin ließ Meyer kein gutes Haar: "Also das ist einem ja bewusst: Gesa will einfach keinen Meter was machen. Die sitzt es aus und rennt da hinten raus."
Doch die Niedersächsin gab sich in ihrem Zorn auch kämpferisch: "Ich halte mich selber für die beste Hindernisläuferin Europas. Ich bin überzeugt davon, 2028 stehe ich da und habe den deutschen Rekord." Meyers persönliche Bestleistung steht bei 9:09,13 Minuten, die deutsche Bestmarke bei 9:03,30 Minuten - aufgestellt von Krause im Jahr 2019.