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Trump testet die Grenzen des US-Militärs. Wenn sie brechen, zahlen wir alle

Дата публикации: 05-08-2026 14:26:38

Der Irankrieg hat Berichten zufolge nahezu Amerikas gesamten Bestand an Langstreckenpräzisionsraketen aufgezehrt.
Im Jahr 2022 und 2023, kurz bevor die tragbare Drohne die Kriegsführung für immer veränderte, wurde der Krieg in der Ukraine weitgehend von einer einzigen, schlichten Zahl bestimmt: Welche Seite konnte mehr Artilleriegranaten verschießen? Die Antwort lautete in den meisten dieser ersten zwei Jahre: Russland. Es verfügte über gewaltige Bestände an 152-Millimeter-Granaten, produziert von einer...
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Im Jahr 2022 und 2023, kurz bevor die tragbare Drohne die Kriegsführung für immer veränderte, wurde der Krieg in der Ukraine weitgehend von einer einzigen, schlichten Zahl bestimmt: Welche Seite konnte mehr Artilleriegranaten verschießen? Die Antwort lautete in den meisten dieser ersten zwei Jahre: Russland. Es verfügte über gewaltige Bestände an 152-Millimeter-Granaten, produziert von einer florierenden heimischen Rüstungsindustrie und strategisch bei Dritten rund um den Globus eingekauft. Dieser letzte Punkt war kein Zufall. Noch bevor der Einmarsch in die Ukraine begann, kaufte Russland systematisch Munitionsvorräte von anderen ehemaligen Sowjetrepubliken und -kolonien auf – um die globale Versorgung mit Munition zu kontrollieren, die es wusste, dass die Ukraine sie bald dringend brauchen würde.

Das Ergebnis vor Ort war: Wer sich auf ukrainischem Boden befand, wurde ständig beschossen. Ich war dort. Es war die Hölle. In der Stadt Cherson konnten russische Granaten jederzeit und überall einschlagen, und während ukrainische Batterien außerhalb der Stadt zurückschossen, mussten sie ihre Munition streng rationieren. Andernorts im Land – in Bachmut, Tschassiw Jar und Sjewjerodonezk – fraßen sich russische Artilleriesalven durch ganze Städte und drängten die ukrainischen Linien unaufhörlich zurück.

Heute sieht der Krieg anders aus – geprägt von der Entwicklung und dem Einsatz schneller, billiger Drohnen, die die Ukraine bislang deutlich besser herstellt und einzusetzen versteht. Doch beide Phasen des Ukrainekriegs haben eine historische Wahrheit über das Wesen des Krieges offenbart: Die Stärke eines Militärs bemisst sich oft nicht an seinen technischen Wunderwaffen, sondern daran, wie viele Exemplare einer bestimmten Waffengattung es in kurzer Zeit produzieren und einsetzen kann. Jeder Krieg läuft früher oder später auf Zermürbung hinaus.

Amerikas Raketen werden knapp

Damit kommen wir zur aktuellen Krise der Vereinigten Staaten. Am Dienstag berichtete Reuters, die USA hätten im Krieg gegen Iran „nahezu alle“ ihre Langstreckenpräzisionsraketensysteme verbraucht. Gemeint sind damit im Wesentlichen zwei Systeme: die Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und die Precision Strike Missiles (PrSM) – beides Boden-Boden-Raketen mit großer Reichweite, die jeweils über eine Million Dollar kosten. Im Krieg gegen Iran bildeten sie das Rückgrat der US-amerikanischen Schlagkraft, da sie es dem Militär ermöglichen, Ziele tief im Inneren des Irans zu treffen, ohne bemannte Flugzeuge in Bombenangriffe zu schicken oder Schiffe und andere Plattformen in die Nähe der iranischen Luftabwehr zu bringen.

Reuters berichtet zudem, dass die USA fast die Hälfte ihres Tomahawk-Bestands verbraucht haben – einer Waffe, die seit Jahrzehnten in vielen der gleichen Einsatzszenarien verlässlich funktioniert. Auch die defensiven Fähigkeiten sind angeschlagen: CNN meldet, das Militär habe nahezu 80 Prozent seiner THAAD-Abfangraketen und fast die Hälfte seiner Patriot-Abfangraketen aufgebraucht. Kurz gesagt: Die Waffen, auf die die USA für ihre moderne Kriegsführung dringend angewiesen sind, gehen zur Neige.

Die USA verfügen über ein hochmodernes, technokratisches Militär, das seit Jahren versucht, in jedem Bereich der Kriegsführung zu dominieren. Doch die Parameter des Krieges verschieben sich ständig. Im Iran haben billig produzierte Drohnen und konventionelle Raketen dem Land ermöglicht, Macht über die Straße von Hormus zu projizieren und eine US-Landoffensive abzuschrecken. Wenn die Langstreckenraketen ausgehen, wird Trump gezwungen sein, mehr menschliche Piloten in Gefahr zu schicken, um die Bomben abzuwerfen, mit denen er glaubt, den Iran besiegen zu können. Der Krieg dort ist ohnehin schon ein scheinbar endloser Sumpf – er wird nur noch schlimmer, wenn die Raketen alle sind. Das Pentagon bittet bereits um „kreative“ Lösungen, wie der Kampf fortgeführt werden kann.

Rüstungskonzerne schweigen

Die entscheidende praktische Frage lautet: Wie schnell können die USA ihre Bestände wieder auffüllen? Die Antwort ist alles andere als klar. Lockheed, Raytheon und die anderen Rüstungskonzerne, die ATACMS, Tomahawks und andere Systeme herstellen, halten sich bedeckt. Trump behauptet, es werde kein Problem sein – aber er ist ohnehin die unzuverlässigste Quelle in Sachen Iran.

Trump sagte Reuters, die USA hätten „weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt … weit mehr als wir brauchen“, und fügte hinzu, „unsere Rüstungsunternehmen stellen in diesem Moment mehr Munition her als je zuvor, und erweitern gleichzeitig ihre Anlagen und Ausrüstung in Rekordzahl.“

Daran mag etwas dran sein. Doch der Umstand, dass die USA so viel in den Irankrieg investiert haben, könnte das globale Mächtegleichgewicht ins Wanken bringen. Die Ukraine fordert seit Jahren ATACMS, um Ziele auf russischem Territorium direkt anzugreifen und russische Kommandostrukturen weit hinter den Frontlinien zu stören. Amerikas Bestände an Boden-Boden-Raketen sind außerdem ein Kernbestandteil seines militärischen Schutzschirms rund um Taiwan, das China seit Russlands Einmarsch in die Ukraine mit wachsendem Interesse beäugt. Wie weit müssen die US-Bestände noch sinken, bevor einer dieser Konflikte eine völlig neue Wendung nimmt? Was passiert, wenn anderswo ein Krieg ausbricht und die USA nicht über die nötige Munition verfügen, um ihn zu führen?

Das Trugbild der grenzenlosen Macht

Das US-Militär gilt gemeinhin als unerschöpflicher Machtapparat, der in der Lage ist, überall auf der Welt auf Knopfdruck Gewalt zu entfesseln. Die moralische Bewertung davon steht hier nicht zur Debatte – das ist schlicht die Realität, in der die Welt seit gut 80 Jahren funktioniert. Wir verfügen über eine aufgeblähte, globale Streitmacht, ausgestattet für nahezu jeden denkbaren Konflikt, vollgestopft mit Technologie, die eine blühende Rüstungsindustrie liefert, die der Regierung alles verkauft, was sie haben will. Das ist es, was ein Billionen-Dollar-Budget erkauft. Doch was Trumps katastrophaler, kleinlicher Krieg im Iran ans Licht gebracht hat, ist eine eklatante Schwachstelle dieses Systems: Wir können jeden bekannten Krieg führen – aber wir können keinen einzigen Krieg dauerhaft führen. Früher oder später gehen unsere Vorräte zur Neige. Krieg ist schließlich eine Frage der Ausdauer.

Bei meinem letzten Besuch in der Ukraine, Anfang 2023, verbrachte ich Zeit an der Front mit Gruppen ukrainischer Drohnenpiloten, die damals eine wachsende, aber noch spezialisierte Truppe waren, die ihre Rolle auf dem modernen Schlachtfeld erst noch finden musste. Über uns bedrohten weitreichende russische Drohnen die Straßen, doch die eigentliche Wirklichkeit des Drohnenkriegs hatte noch nicht vollständig eingesetzt. Als sie es tat, fanden die Ukrainer Wege zu siegen, ohne auf die technologische Überlegenheit amerikanischer Systeme zurückgreifen zu können. Doch bis dahin kostete es Tausende von Leben, ganze Einheiten wurden in Artilleriebeschuss ausgelöscht, unzählige Panzer, Autos und Transporter durch russische Waffen vernichtet. Wenn ein Militär sich übernimmt, zahlt immer jemand mit Blut. Im Iran hat das US-Militär sich weit, weit übernommen. Die Frage ist nun, wie viel Blut das noch kosten wird.

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Классификация: Армия и ОПК. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 10.61. Источник: www.rollingstone.de.