Der SC Magdeburg krönt eine überragende Saison mit dem vierten Meistertitel. Das Topspiel gegen Flensburg nimmt einen dramatischen Verlauf und ein kurioses Ende.
Der SC Magdeburg krönt eine überragende Saison mit dem vierten Meistertitel. Das Topspiel gegen Flensburg nimmt einen dramatischen Verlauf und ein kurioses Ende.
Die Fans besangen ihren Meistermacher Bennet Wiegert, die Betreuer schleppten schon Bierkästen auf die Platte, doch das Kampfgericht diskutierte noch immer über das letzte Tor. Für den SC Magdeburg machte es aber keinen Unterschied mehr, der nächste Titel war vorzeitig eingefahren, die Meisterschale zurück aus Berlin. Die lange Partynacht konnte nach dem 31:30 (13:13) im Topspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt beginnen.
Wiegert freute sich "unendlich" über den vierten Titel nach 2001, 2022 und 2024, gab seinen Spielern mit, "jetzt die Sau rauszulassen", hatte aber auch Mitleid mit dem Gegner. Eigentlich war das Spiel unentschieden ausgegangen, das letzte Tor von Magnus Saugstrup zählte aber nach einem ewig langen Videobeweis. "Am Ende tut mir der Sieg fast leid, einen Punkt hat Flensburg verdient", sagte Wiegert bei "Dyn".
Das Remis hätte dem SCM gereicht, es wäre auch ein würdiger Schlusspunkt eines dramatischen Abends gewesen. "Wir hatten einen kleinen Rucksack auf, wir wollten es unbedingt durchdrücken, da hat uns die Leichtigkeit etwas gefehlt", gab Wiegert zu. Auch Philipp Weber meinte: "Wir waren heute bei vier Minus schon fast tot." Doch der SCM kam zurück. "Das bedeutet unglaublich viel, gerade mir als Magdeburger Junge", sagte Weber.
Magdeburg zu Beginn mit ProblemenVor 6600 Zuschauern, unter ihnen Bundestrainer Alfred Gislason, hatte sich Magdeburg in der ausverkauften Getec-Arena zunächst allerdings schwergetan, in den Rhythmus zu finden und scheiterte zudem immer wieder an Flensburgs Torhüter Benjamin Buric. FCM-Keeper Matej Mandic, der zur Halbzeit eine starke Quote von 60 Prozent aufwies, hielt die Gastgeber lange im Spiel.
Die Partie blieb jedoch bis tief in die zweite Halbzeit heiß umkämpft, am Ende behielt Magdeburg die Nerven. Zum besten Werfer avancierte am Donnerstagabend Gisli Thorgeir Kristjansson mit jeweils sechs Toren, für die Gäste traf Simon Pytlick acht Mal.
Flensburg zittert um die Champions LeagueFür die Flensburger hat die Niederlage im Topspiel Konsequenzen. Durch das 30:30 (11:15) der Füchse Berlin gegen die TSV Hannover-Burgdorf zog der Hauptstadt-Klub punktgleich (49:13) dank der besseren Tordifferenz vorbei auf Platz zwei.
Nur die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für die Champions League. Berlin und Flensburg treffen am letzten Spieltag (7. Juni) aufeinander.
In Magdeburg feierten sie bereits am Donnerstag - und vor allem Bennet Wiegert. Als Trainer und Sport-Geschäftsführer in Personalunion ist der 44-Jährige das Mastermind hinter den SCM-Erfolgen. Beim ersten Triumph 2001 war er als Spieler dabei, bei den Meisterschaften 2022 und 2024 stand er in der Haupt-Verantwortung.
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