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Kubas Stromnetz erneut kollabiert: Wichtiges Kraftwerk beschädigt

Дата публикации: 15-07-2026 11:27:23

Es ist bereits der dritte landesweite Blackout in diesem Monat: Am Dienstag ist das kubanische Stromnetz um 11 Uhr 5 Ortszeit erneut vollständig zusammengebrochen. Auslöser …
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Es ist bereits der dritte landesweite Blackout in diesem Monat: Am Dienstag ist das kubanische Stromnetz um 11 Uhr 5 Ortszeit erneut vollständig zusammengebrochen. Auslöser war laut dem staatlichen Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) ein Problem mit einer Generatoreinheit in der östlichen Provinz Holguín, das plötzliche Frequenzänderungen im Netz verursachte.

Die Wiederherstellungsarbeiten liefen sofort an. In der Nacht zum Mittwoch war das Netz von der westlichsten Provinz Pinar del Río bis nach Holguín wieder zusammengeschaltet. In Havanna hatten zu diesem Zeitpunkt 132.728 Kunden – rund 15 Prozent der Hauptstadt – wieder Strom. Am Mittwochmorgen um 7 Uhr war das Stromnetz in Rekordzeit von unter 20 Stunden wiederhergestellt. Zum Vergleich: Bei den ersten landesweiten Blackouts 2024 dauerte es noch bis zu vier Tage, bis das Netz wieder vollständig verbunden war.

Wiederherstellung Schritt für Schritt

Als erster Schritt der Wiederherstellung wurden wie üblich sogenannte „Mikroinseln“ – voneinander getrennte, lokale Stromkreise – schrittweise aufgebaut und miteinander verbunden, um zunächst Krankenhäuser und Lebensmittelbetriebe zu versorgen. Noch am Dienstagnachmittag meldeten die Provinzen Guantánamo und Cienfuegos, dass ihre Krankenhäuser wieder mit Strom versorgt würden. Matanzas gab gegen 16 Uhr an, das historische Stadtzentrum sei bereits wieder am Netz.

Energieminister Vicente de la O Levy erläuterte den Prozess: Ausgangspunkt der Netzwiederherstellung war Energás-Werk in Boca de Jaruco, von wo aus das Kraftwerk in Santa Cruz del Norte hochgefahren wurde. Anschließend führte der Weg über Varadero zu den Kraftwerken in Cienfuegos, bevor die Anlagen in Nuevitas und Felton im Osten des Landes folgten.

Guiteras beschädigt, Batteriespeicher übernimmt Frequenzregelung
Archivbild: Die Antonio Guiteras braucht dringend eine Generalüberholung (Quelle: Periodico Girón)

Ein kritisches technisches Detail nannte O Levy im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Antonio Guiteras in Matanzas, dem wichtigsten und leistungsfähigsten des Landes, das sich allerdings in einem sehr schlechten technischen Zustand befindet.

Der Blackout hat offenbar ein Leck im Kessel der Guiteras verursacht. „Man muss warten, bis er sich abgekühlt hat, um eine Entscheidung treffen zu können“, sagte der Minister. Erst dann könne der Bevölkerung mitgeteilt werden, ob die Reparatur zwei, drei, vier Tage oder länger dauern werde.

Als stabilisierendes Element im Wiederherstellungsprozess nannte O Levy den neuen Batteriespeicher, der vor Kurzem in Havanna installiert worden ist. Dieser habe die Regulation der Netzfrequenz übernommen und damit das weitere Vorankommen bei der Wiederherstellung ermöglicht.

Havannas überlastete Transformatoren

Der Minister nutzte die Gelegenheit, um auf strukturelle Probleme im Verteilnetz der Hauptstadt hinzuweisen. Bei einer Stichprobe von 1500 Transformatoren in Havanna seien 755 – also etwa die Hälfte – um mehr als sieben Prozent überlastet. Ein Transformator dürfe laut O Levy bei maximal 85 Prozent seiner Kapazität betrieben werden, in vielen Fällen liegt jedoch mehr als 100 Prozent Last an. Hochgerechnet auf die rund 33.000 Transformatoren der Stadt bedeute das, dass schätzungsweise 13.000 Geräte überlastet seien.

Um gegenzusteuern, sollen ab Mittwoch 15 zusätzliche Brigaden aus anderen Provinzen in die Hauptstadt entsandt werden, um Stromkreise neu aufzuteilen, Kapazitäten zu erweitern und überlastete Transformatoren durch leistungsstärkere zu ersetzen. Parallel dazu soll die Produktion von Transformatoren in der Stadt verdoppelt werden.

Zudem sei in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wasserressourcen die Stromversorgung der wichtigsten Wasserpumpen Havannas neu strukturiert worden: Die Pumpen wurden in eigene, vorrangig versorgte Kreise ausgegliedert, wodurch die zuvor mit ihnen verbundene Last auf andere Kreise verteilt werden konnte.

Außerdem wurde die Zahl der sogenannten DAF-Kreise (Stromkreise mit geplanten, rotierenden Abschaltungen) in der Hauptstadt von 12 auf mehr erhöht, sodass jeder betroffene Kreis nur noch alle sieben Tage an der Reihe ist, anstatt dauerhaft betroffen zu sein. O Levy räumte ein, dass die erhofften Verbeserungen bislang noch nicht spürbar seien, führte dies aber auf die Instabilität der Guiteras in den vergangenen Tagen zurück.

Provinzen sollen autarker werden

Parallel zu den Arbeiten in der Hauptstadt verwies O Levy auf ein laufendes Programm zur Stärkung der regionalen Energieunabhängigkeit.

In Pinar del Río, Ciego de Ávila, Guantánamo und zuletzt Villa Clara hätten Solarparks bereits dazu beigetragen, die Rotation der Abschaltkreise zu verbessern und die durchschnittlichen Ausfallzeiten zu verringern. „Schon jetzt war eine bescheidene Verbesserung sichtbar“, sagte der Minister. Ziel sei es, ohne zusätzliche Kraftwerkskapazitäten und ohne zusätzlichen Treibstoff effizienter zu werden.

Dritter Kollaps in zwei Wochen

Der Blackout vom Dienstag war der dritte landesweite Ausfall in weniger als zwei Wochen. Bereits am Montag und Freitag der Vorwoche war das Netz vollständig zusammengebrochen und hatte mehr als neun Millionen Kubaner ohne Strom gelassen. Hinzu kamen zwei weitere landesweite Ausfälle im März sowie mehrere regionale Abschaltungen.

O Levy betonte, die Ausfälle seien keine Folge von Bedienungsfehlern. „In der Unión Eléctrica gibt es technisches Know-how, Wissen, Hingabe und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl“, sagte er. Die eigentliche Ursache sei der Zustand des Stromnetzes: „Ein Stromsystem, das durch die Blockade und insbesondere durch die jüngsten Sanktionen der USA schwer beschädigt wurde.“ Es fehle vollständig an Treibstoff, und der Zugang zu Ersatzteilen für die Kraftwerke sei nicht gegeben, so der Minister.

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