Wir haben uns auf Techtest schon einige LiFePO4-Akkus im Test angesehen. Auch privat nutze ich seit vielen Jahren verschiedene LiFePO4-Akkus in diversen Off-Grid-Solaranlagen. Daher habe ich einige Erfahrungen mit diesem Typ Akku sammeln können. Ich wurde nun schon des Öfteren gefragt, „welcher ist der beste LiFePO4-Akku“ oder „welcher ist der beste Hersteller für LiFePO4-Akkus“. In […]
Wir haben uns auf Techtest schon einige LiFePO4-Akkus im Test angesehen. Auch privat nutze ich seit vielen Jahren verschiedene LiFePO4-Akkus in diversen Off-Grid-Solaranlagen.
Daher habe ich einige Erfahrungen mit diesem Typ Akku sammeln können.
Ich wurde nun schon des Öfteren gefragt, „welcher ist der beste LiFePO4-Akku“ oder „welcher ist der beste Hersteller für LiFePO4-Akkus“.
In diesem Artikel wollen wir doch einmal versuchen, diese Fragen zu klären.
Die LiFePO4-Akkus im TestFolgende LiFePO4-Akkus hatte ich in der letzten Zeit für Techtest.org im Test:
Wie du sehen kannst, habe ich in letzter Zeit einige Akkus für Techtest.org getestet. Primär Akkus in der 100-Ah-Klasse, aber auch einige größere Modelle.
Warum ich immer zu einem Akku mit Bluetooth-BMS rateWenn du mich fragst, welches Feature ich bei einem LiFePO4-Akku für nahezu unverzichtbar halte, dann ist es das Bluetooth-BMS. Der Grund dafür liegt in einer Eigenheit dieses Akku-Typs: dem sehr flachen Spannungsverlauf.
Während du bei einem klassischen Blei-Gel-Akku noch relativ gut anhand der Spannung abschätzen kannst, wie voll oder leer er ist, funktioniert das bei LiFePO4-Akkus kaum noch. Die Spannung schwankt beim Entladen nämlich nur minimal. In meinen Tests spielt sich regelmäßig rund 90 % der nutzbaren Kapazität in einem winzigen Fenster von etwa 13,1 V bis 12,6 V ab. Fällt die Spannung dann unter etwa 12,5 V, ist der Akku praktisch schlagartig leer.
Das Problem: Mit einem externen Messgerät kannst du in diesem engen Bereich kaum zuverlässig ablesen, ob dein Akku noch zu 80 % oder nur noch zu 20 % gefüllt ist. Und genau hier kommt das Bluetooth-BMS ins Spiel. Es misst den tatsächlichen Lade- und Entladestrom mit und rechnet dir daraus zuverlässig den echten Ladestand in Prozent aus, den du dir bequem in der jeweiligen App anzeigen lassen kannst. Gerade in einer Off-Grid-Solaranlage, wo du wissen willst, wie viel Reserve dir noch bleibt, ist das aus meiner Sicht ein enormer Mehrwert. Für die vergleichsweise geringen Mehrkosten bekommst du hier ein Feature, das dir im Alltag echte Sicherheit gibt. Deshalb lautet meine klare Empfehlung: Wenn möglich, greife immer zum Modell mit Bluetooth-BMS.
Mehr Gutes als Schlechtes am Markt – ein KapazitätsvergleichGrundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten aktuell im Handel verfügbaren LiFePO4-Akkus ziemlich ok sind. Im Folgenden vergleichen wir einmal die von mir getesteten LiFePO4-Akkus, basierend auf der echten Kapazität, welche diese im Test liefern konnten, im Verhältnis zur Herstellerangabe.
Die allermeisten Akkus liefern nach meiner Erfahrung die versprochene Kapazität, viele übertreffen sie sogar leicht. Der Markt für LiFePO4-Akkus ist deutlich erwachsener geworden.
Dass ein Akku etwas mehr als 100 % erreicht, ist mittlerweile „normal“. Die meisten Hersteller geben ihre Kapazität eher konservativ an, sodass in der Praxis ein kleiner Puffer übrig bleibt. Ein Akku, der bei mir 103 oder 104 % erreicht, hat also schlicht seine Nennkapazität sauber erfüllt und noch eine Reserve obendrauf. Genau so soll es sein.
Interessanter sind für mich immer die Kandidaten am unteren Ende. Und hier sticht ein Modell klar heraus: Der Shentec LiFePO4 Akku mit 200 Ah landet mit rund 86 % deutlich unter der Herstellerangabe. Statt der versprochenen 200 Ah kamen im Schnitt nur etwa 172 Ah heraus. Das ist der einzige Akku im gesamten Testfeld, der die angegebene Kapazität spürbar verfehlt hat. Für mich ein gutes Beispiel dafür, dass man eben doch nicht blind zu jedem Angebot greifen sollte, auch wenn die große Mehrheit inzwischen wirklich ordentlich abschneidet.
Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Alle diese Werte habe ich an neuwertigen Akkus gemessen. Über die Jahre verliert jeder Akku etwas an Kapazität. Ein kleiner Puffer nach oben ist also durchaus willkommen, weil dir der Akku dann auch nach einigen Jahren und vielen Zyklen noch nah an der Nennkapazität dient.
Und welcher ist nun der beste Hersteller?Kommen wir zurück zur eigentlichen Frage. Ich muss dich an dieser Stelle ein kleines Stück weit enttäuschen: Den einen besten LiFePO4-Akku gibt es meiner Meinung nach nicht. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, je nachdem, ob du eine feste Off-Grid-Solaranlage, ein Wohnmobil oder einen Trolling-Motor versorgen willst.
Es gibt aber einige Hersteller, zu denen ich nach all meinen Tests immer wieder gerne rate. So gibt es zunächst eine Gruppe chinesischer Hersteller, welche recht ähnliche Akkus anbieten und alle nach meiner Erfahrung ordentlich bis gut sind!
Ich habe bislang keine negativen Erfahrungen mit Akkus dieser Hersteller gemacht! Technisch sind diese sehr ähnlich, und bislang hat mich noch kein Akku dieser Hersteller enttäuscht!
LiFePO4-Akkus von Creabest hatte / habe ich selbst im Einsatz, auch hier kann ich nichts Negatives berichten, und ich würde Creabest mit gutem Gewissen empfehlen.
Von LiThink hatte ich bislang nur einen Akku im Test, den LiThink 12,8V 280 Ah, welcher allerdings der beste LiFePO4-Akku ist, den ich bislang im Test hatte.
Was ist aber mit „Premium“-Herstellern wie Supervolt?
Der Supervolt LiFePO4 100Ah 12,8V Akku hatte bei mir im Test zwar bemerkenswert gut abgeschnitten, aber aus Sicht der „Preis-Leistung“ sind diese Akkus schwieriger. Du zahlst hier ein gutes Stück einfach für den deutschen Hersteller/Support.
Da musst du wissen, ob dir das den Aufpreis wert ist.
LangzeiterfahrungenIch habe gleich zwei Off-Grid-Solaranlagen, welche ich seit Jahren betreibe. In diesen Jahren haben sich natürlich die Komponenten etwas gewandelt.
Derzeit nutze ich folgende Komponenten:
Offgrid 1
Offgrid 2
Daran, dass ich diese beiden Akkus in meinen Solaranlagen nutze, kannst du vermutlich schon erkennen, dass ich diese für recht gut halte.
Bislang haben diese Akkus (und auch andere Modelle, die ich hier genutzt habe) nie Probleme gemacht.
0 % AusfallquoteBislang ist mir im Test oder nach einem Test noch nie ein LiFePO4-Akku kaputtgegangen!
Das ist insofern überraschend, da beispielsweise Powerstations bei mir die Produktkategorie mit der mit Abstand höchsten Ausfallquote sind.
Von daher halte ich generell die LiFePO4-Akkus für zuverlässig.
FazitDer Markt für LiFePO4-Akkus ist erwachsen geworden. Die allermeisten Modelle, die ich in letzter Zeit für Techtest.org im Test hatte, liefern zuverlässig die versprochene Kapazität und machen im Alltag einfach ihren Job. Blind zu jedem Angebot greifen solltest du zwar nicht, wie das ein oder andere schwächere Ergebnis im Testfeld zeigt, aber die Wahrscheinlichkeit, einen guten Akku zu erwischen, ist heute deutlich höher als noch vor ein paar Jahren.
Wenn du mich aber nach einer konkreten Empfehlung fragst, dann rate ich dir zu einem Akku von LiTime, Power Queen, Redodo, WattCycle und Co.. Die Hersteller aus dieser Gruppe sind technisch sehr ähnlich und allesamt ordentlich: solide Verarbeitung, saubere Kapazität leicht über Herstellerangabe und ein zuverlässiges Bluetooth-BMS zum fairen Preis.
Suchst du dagegen nach dem absoluten Spitzenmodell, dann führt für mich kein Weg am LiThink 12,8V 280 Ah vorbei. Er ist schlicht der beste LiFePO4-Akku, den ich bislang im Test hatte, und läuft bei mir nicht ohne Grund fest in einer meiner Off-Grid-Solaranlagen. Wenn du viel Kapazität willst und dabei auf Nummer sicher gehen möchtest, ist das meine klare Empfehlung.
Wie immer gilt aber: Die Preise für LiFePO4-Akkus schwanken teils deutlich. Mein Tipp an dich ist daher, vor dem Kauf kurz die aktuellen Tagespreise zu vergleichen. Triffst du dabei auf ein gutes Angebot von einem der genannten Hersteller, bin ich positiv, dass du nichts falsch machst.
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