125 junge Menschen starten bei Saarstahl und Dillinger ins Berufsleben. Die neuen Auszubildenden beginnen ihre Karriere in einer Zeit großer Veränderungen. Doch sie sind sehr zuversichtlich.
Völklingen/Dillingen · 125 junge Menschen starten bei Saarstahl und Dillinger ins Berufsleben. Die neuen Auszubildenden beginnen ihre Karriere in einer Zeit großer Veränderungen. Doch sie sind sehr zuversichtlich.
125 Azubis starteten am Montag bei Saarstahl und Dillinger ins Berufsleben.
Foto: SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA/Johannes Nollmeyer„Stahl ist Zukunft“-Rufe, dazu eine La-Ola-Welle fürs Gruppenfoto, ein bisschen fiebrige Aufregung, ein bisschen Schüchternheit – so war die Stimmung bei den neuen Auszubildenden der Saarstahl AG und der Dillinger Hütte, die am Montag in der „Stahlfamilie“ willkommen geheißen wurden, wie es die Stahl-Holding-Saar ausdrückt.
Für Saarstahl starteten 63 neue Azubis in die Ausbildung, davon 58 für eine gewerblich-technische Ausbildung und fünf im kaufmännischen Bereich. Dillinger hat 62 Auszubildende in der neuen Kohorte, davon 59 in gewerblich-technischen Berufen, drei im kaufmännischen Sektor.
Begrüßung mit Fototermin und „Get Together“
Joerg Disteldorf, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Dillinger und Saarstahl, begrüßte die neuen Auszubildenden an ihrem ersten Tag zusammen mit den Ausbildungsteams, Betriebsräten und Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Anschließend wurden verschiedene Gruppenfotos gemacht, es gab Snacks und Zeit, sich auszutauschen. Auf die Berufseinsteiger kommen nun gemeinsame Kennenlerntage zu.
Ein wichtiges Thema, das in Gesprächen immer wieder aufkam: der Ausbildungsbeginn mitten in der Transformation zur klimafreundlichen Stahl-Produktion im Dekarbonisierungsprojekt „Power 4 Steel“ von Dillinger, Saarstahl und der gemeinsamen Tochter ROGESA. Diese Transformationsphase spielt auch bei der Anwerbung neuer Auszubildenden eine Rolle. Unter dem Motto „Boost Your Talent – With Steel!“ (etwa: „Mach was aus deinem Talent – mit Stahl!) wollen Saarstahl und Dillinger junge Menschen zur Ausbildung in den Unternehmen motivieren. „Mit dieser neuen Technologie ändern sich auch die Erwartungen an die Arbeit selbst – und an die Talente, die dafür benötigt werden“, schreiben Saarstahl und Dillinger auf der Bewerbungsseite.
Wichtiger Faktor bei der Berufswahl: Sicherheit
„Zukunft machen wir“, steht deshalb auch auf den dunkelblauen T-Shirts der neuen Azubis, die meist etwas schüchtern auf ihren Stühlen sitzen. Einer dieser „Neuen“ ist Aaron Luca Remmel (17). Er beginnt die Ausbildung zum Industriemechaniker bei Saarstahl. Aaron war schon zum Tag der offenen Tür da, sein Vater arbeitet vor Ort. Eigentlich habe er Koch werden wollen, dann habe er ein Jahr lang im Kindergarten gearbeitet. „Jetzt bin ich hier, und ich hoffe, dass ich hier viel lernen kann“, meint er. Den Arbeitsplatz empfindet er vor allem als sicher.
Niklas Halbert (17) fängt bei der Dillinger Hütte eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik an. Viele seiner Freunde, die in der Stahlindustrie arbeiten, hätten ihn motiviert. Daneben habe ihn die Sicherheit gelockt: „Stahl wird man immer brauchen, das ist ein Material, das man nicht ersetzen kann.“
Niklas Halbert macht bei der Dillinger Hütte eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik.
Foto: Hannah MerkEs war weniger Stahl selbst, der Juliane Wirtz inspirierte, ihre Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau zu beginnen. Die 19-Jährige war eine Zeit lang bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Das hat mir gefallen, und ich dachte dann, dass ich mir das beruflich vorstellen könnte“, meint sie. Zunächst gebe es in der vielseitigen Ausbildung einen handwerklichen Teil, dann einen rettungsdienstlichen Teil und schließlich einen feuerwehrtechnischen Teil.
Mal ganz offen, mal ganz fokussiert
Adal, Loana und Mert sind dagegen schon mindestens im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zu Verfahrenstechnologen bei Saarstahl und berichten, wie es ihnen so geht. Adal war zunächst gar nicht auf eine bestimmte Ausbildung festgelegt, „ich wollte vor allem wissen, was bei Saarstahl so los ist“. Einerseits habe er mehr Automatisierung erwartet, gleichzeitig hätte er sich die Ausbildung auch noch härter vorgestellt.
Loana hat indes bewusst diese Ausbildung ausgewählt: „Mir war es wichtig, das Produkt von Anfang bis Ende mit begleiten zu dürfen.“ Schon ihr Opa und ihr Vater waren, beziehungsweise sind bei der Saarstahl AG, Loanas Bruder fängt hier nun auch eine Ausbildung an. „Als Frau merkt man oft, dass es nicht so einfach ist. Aber man muss sich halt durchsetzen“, sagt sie.
Sie sind schon seit mindestens zwei Jahren in der Ausbildung zum Verfahrenstechnologen (von links): Mert, Loana und Adal.
Foto: Hannah MerkMert hat mit der Schule einen Rundgang durch die Ausbildungswerkstatt gemacht und aus seiner vorher schon vorhandenen Freude an Handwerk heraus nun seinen Beruf gewählt. Dass er in der Ausbildung schon früh Einblicke im Betrieb vor Ort bekomme, habe er vorher nicht gedacht – doch für die frühe Berufserfahrung sei das gut. Alle drei können ihre Ausbildung weiterempfehlen. (mr)