Nach Rang acht will der FC Worpswede in der neuen Saison weiter oben angreifen. Trainer Gerd Buttgereit sieht Qualität im Kader, mahnt aber mehr Stabilität in der Defensive an.
Nach Rang acht will der FC Worpswede in der neuen Saison weiter oben angreifen. Trainer Gerd Buttgereit sieht Qualität im Kader, mahnt aber mehr Stabilität in der Defensive an.
Rami Haji kam vom Bremer Landesligisten FC Sparta Bremerhaven nach Worpswede. Tobias Dohr
In der vergangenen Bezirksliga-Saison hatte sich der FC Worpswede schnell fernab von Gut und Böse im Tabellenmittelfeld eingenistet und wurde am Ende Tabellenachter. Ein bisschen mehr dürfte es nach Ansicht von Trainer Gerd Buttgereit, der das Team weiterhin zusammen mit Stefan Horeis betreut, diesmal schon sein. Von der Qualität des Kaders, der mehrere interessante Neuzugänge aufweist, ist das Duo absolut überzeugt, doch die Grün-Weißen müssten konstanter in ihren Leistungen und vor allem stabiler in der Defensive werden.
2025/26 stand Worpswede für Spektakel. Über viereinhalb Treffer fielen im Durchschnitt pro Partie mit FCW-Beteiligung – klarer Bestwert in der Liga. Nur allzu logisch, dass Gerd Buttgereit zumindest an der Gegentorflut etwas ändern möchte: "Wir waren manchmal zu euphorisch und waren dann bei einfachen, langen Bällen verwundbar. Wir müssen kontrollierter spielen und eine bessere Balance finden." Im Angriff wird der Elf um Kapitän Niklas Heitmann ihr Topscorer der vergangenen Spielzeit, Ferdinand Takyi, fehlen, der sich dem Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder anschloss. Ein direkter Nachfolger wurde nicht verpflichtet, stattdessen will der FCW den Abgang im Kollektiv auffangen. Beispielsweise mit Derrick Ampofo, dem nach wie vor eine gewisse Spritzigkeit fehlt, der seine Kaltschnäuzigkeit allerdings bereits beim 3:1-Pokalerfolg über den Duhner SC mit einem Doppelpack erneut unter Beweis stellte. "Ich denke auch an Jonas Dieckmann, der zwar momentan beruflich stark eingespannt ist, den ich aber immer bedenkenlos reinwerfen kann", erklärt Gerd Buttgereit. Zudem hat das ambitionierte Team mit Dustin Kiesel, der einen starken linken Schuss besitzt und in der Vorbereitung schon einige Male traf, eine weitere Option in vorderster Linie zur Verfügung.
Kiesel ist Teil eines gestandenen, vierköpfigen Quartetts vom abgestiegenen Bremen-Ligisten ATSV Sebaldsbrück, das den Weg im Sommer ins Künstlerdorf gefunden hat und durch die Bank das Potenzial besitzt, in der Worpsweder Anfangsformation zu stehen. Ferhard Noori soll als klassischer Zehner dabei helfen, im Mittelfeld noch kreativer zu werden und die gegnerischen Linien schneller zu überspielen. Währenddessen besitzt der aktuell am Knie angeschlagene Noah Jagusch auf der Sechs eine starke Spieleröffnung und Souveränität am Ball. In der Innenverteidigung hat Lennart Richter darüber hinaus bei einigen Tests schon gezeigt, dass er es versteht, hinten ordentlich aufzuräumen. Die Grün-Weißen haben aber auch einige hoffnungsvolle Talente dazugeholt, wie zum Beispiel den jungen VSK-Stürmer Daniel Wiechmann oder den pfeilschnellen Außenverteidiger Princewill Azonabor vom JFV Bremen.
Um den Spitzenteams der Liga möglichst lange und häufig Paroli zu bieten, hat der FCW eine intensive Vorbereitung hinter sich. "So etwas hat man hier, glaube ich, schon lange nicht mehr erlebt", merkt Gerd Buttgereit an, "wir haben teilweise vier- bis fünfmal pro Woche trainiert und uns konditionell weiterentwickelt. Es wird ein Schlüssel sein, dass wir 90 Minuten Volldampf machen können." Inwiefern Worpswede tatsächlich oben mithalten kann, wird früh auf die Probe gestellt. Mit dem SV Anderlingen, TSV Ottersberg und TB Uphusen hat es das Auftaktprogramm zweifellos in sich. "Aber das macht doch Bock", ergänzt Gerd Buttgereit direkt und verspürt die typische Anfangseuphorie zum Start einer Saison. Zumal sich der Platz der Weyerbergkicker in einem hervorragenden Zustand befindet, pünktlich zum Auftakt am Sonntag gegen den SV Anderlingen, den Buttgereit aufgrund seiner eingespielten Truppe im Kampf um die Meisterschaft ganz oben auf dem Zettel hat.
Bezirksliga Lüneburg 3
FC Worpswede
Zugänge: Rami Haji (FC Sparta Bremerhaven), Daniel Wiechmann (VSK Osterholz-Scharmbeck U19), Sören Sperling (FC Hagen/Uthlede II), Nidhal Khalaf (TSV Gnarrenburg), Maximilian Golembski (TuS Sudweyhe), Yamen Alhalabi (Blumenthaler SV U19), Oseive Princewill Azonabor (JFV Bremen U19), Dustin Kiesel, Noah Jagusch, Lennart Richter, Ferhard Noori (alle ATSV Sebaldsbrück)
Abgänge: Ferdinand Takyi (1. FC Germania Egestorf/Langreder), Farudin Ramic (SG Aumund/Vegesack), Justin Schmidt (TB Uphusen), Emanuel Gyasi (Pause), Abdulaye Camara (unbekannt), Zeynedin Okanovic (FC Oberneuland), Jakob Reiter (Pause)
Restkader: Jöran Apel, Dennis Bley, Philip Gerken, Alexander Abataev, Eugen Uschpol, Christian Böhmer, Alexander Huhn, Jonathan Grotheer, Alpha Fadiga, Abdullah Basdas, Jonas Böhning, Niklas Heitmann, Lukas Rodenburg, Felix Ambrosi, Obed Scholl-Amoah, Issa Traore, Jonas Dieckmann, Derrick Ampofo
Cheftrainer: Gerd Buttgereit, Stefan Horeis
Co-Trainer: Alexander Huhn
Betreuer: Martin Hashagen
Saisonziel: Besser als Platz acht
Meisterschaftsfavoriten: SV Anderlingen, SG Unterstedt, FC Verden 04 II, Heeslinger SC II
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