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Was Sie zur Gemeinderatswahl in Lemwerder wissen müssen

Дата публикации: 06-08-2026 15:37:53

Wie Lemwerder künftig aussehen soll, dafür haben die Parteien jeweils eigene Vorstellungen entwickelt. Die Wahlprogramme geben Aufschluss über ihre Prioritäten der kommenden fünf Jahre.

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Knapp fünf Jahre lang wurde in Lemwerders Gemeinderat und den dazugehörigen Ausschüssen gerungen und gestritten. Oft ging es verbal hoch her, weil die Chemie zwischen den politischen Vertretern und der Bürgermeisterin nicht stimmte. Im Rahmen der Kommunalwahlen entscheiden Lemwerders Bürgerinnen und Bürger am Sonntag, 13. September, über die künftige Zusammensetzung des Gemeinderates sowie über die Besetzung des Chefsessels im Rathaus. Was Wahlberechtigte über die Gemeinderatswahl in Lemwerder wissen müssen.

Wer darf wählen?

Etwa 5600 Lemwerderaner Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren dürfen am 13. September ihre Kreuze machen. Vorausgesetzt, sie wohnen seit mindestens drei Monaten in Lemwerder und sind Deutsche oder Angehörige eines anderen EU-Staates.

Wer stellt sich in Lemwerder zur Gemeinderatswahl?

Der Gemeindewahlausschuss Lemwerders hat 56 Kandidatinnen und Kandidaten zugelassen. Sie gehören fünf Parteien und einer Wählervereinigung an. Unter ihnen befindet sich erstmals die AfD, die in der südlichsten Wesermarschgemeinde mit zwei Personen an den Start geht. Das größte Kontingent stellt mit 16 Männern und Frauen die CDU. Die SPD tritt mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten zur Gemeinderatswahl an. Die Grünen gehen mit zehn Männern und Frauen ins Rennen. Auf der Liste der Unabhängigen Wähler Lemwerder (UWL) stehen neun Namen zur Auswahl. Die Freie Demokratische Partei hat sieben Männer aufgestellt.

Wie ist die Altersspanne der Kandidaten?

Die Altersspanne ist groß: Mit der 26-jährigen Lea Drees stellt die SPD die jüngste Kandidatin, die CDU mit dem 79-jährigen Wolf Rosenhagen den ältesten. 33 Personen sind zwischen 31 und 60 Jahren alt. Der Altersgruppe 60 plus gehören 19 Bewerberinnen und Bewerber an. Vier Kandidierende sind jünger als 30 Jahre. Wer die Liste der Kandidaten durchgeht, findet zudem einen bunten Mix der beruflichen Hintergründe: Vom Diplom-Ingenieur über die Kinderpflegerin bis hin zum Spieleentwickler ist das Feld breit gestreut.

Welche Maßnahmen möchte die SPD in den nächsten fünf Jahren umsetzen?

Die SPD hat ein Wahlprogramm mit fünf Hauptpunkten aufgestellt: Kinderbetreuung, Arbeit, Klima, Zusammenleben, Infrastruktur. Zu den konkreten Forderungen zählen unter anderem der Ausbau von Betreuungsplätzen sowie der Angebote im Jugendzentrum Jule, die ausreichende Finanzierung der Ganztagsschule, die finanzielle Unterstützung von Seniorenarbeit durch das DRK und das Projekt Agil, die Einrichtung von Tempo-30-Zonen, eine Busanbindung an Bookholzberg sowie Minibusse, die die Außenbereiche anbinden. Energie, die in Lemwerder gewonnen wird, soll laut SPD auch in der Gemeinde genutzt werden.

Wofür will sich die CDU in den kommenden fünf Jahren in Lemwerder einsetzen?

Das Wahlprogramm der CDU sieht unter anderem vor, durch einen attraktiven Ortskern und gepflegte Ortsteile die Bürgernähe zu stärken und die Lebensqualität zu erhöhen. Zudem soll eine verlässliche Kinderbetreuung sichergestellt und Lemwerder somit zum Familienstandort werden. Die Christdemokraten sind überzeugt, dass eine starke Gemeinde starke Unternehmen braucht, wobei solide Finanzen nicht Stillstand, sondern kluge Prioritäten bedeuteten. Junge Menschen sollen mithilfe bezahlbaren Wohnraums, einer besseren ÖPNV-Anbindung und attraktiver Freizeit- und Vereinsangebote gehalten werden.

Auch Radwege sind im Fokus mehrerer Wahlprogramme.

Auch Radwege sind im Fokus mehrerer Wahlprogramme.

Foto: Christian Kosak

Welche Projekte stehen im Wahlprogramm der Grünen?

Geht es nach den Grünen, würde der "Deichläufer" öfter und länger fahren sowie eine Anbindung an Bookholzberg und ein Disco- und Kultur-Shuttlebus geschaffen werden. Als Service für Wohnungssuchende sollte die Homepage der Gemeinde einen Unterpunkt "Wohnungssuche / Wohnungsangebote" erhalten. Starkregenereignissen soll mit dem Umbau zu einer "Schwammgemeinde" begegnet werden. Bestehende Gebäude könnten durch Mauerbegrünung gekühlt werden. Die Grünen möchten ferner die Jule modernisieren sowie hochwertige Ganztags- und Betreuungsangebote und einen Ehrenamtspreis schaffen.

Was will die FDP in den kommenden fünf Jahren angehen?

Das Wahlprogramm der örtlichen Freidemokraten enthält drei Kernbotschaften: "Sicher mobil bleiben", "Zukunft für alle Generationen" sowie "Wohnen und Arbeiten ist nicht alles". Die Liberalen wollen den Sanierungsstau bei Rad- und Fußwegen abbauen. Aufgebaut werden soll hingegen eine intelligente Straßenbeleuchtung, die die vollständige Nachtabschaltung ablöst. Auch die Freizeit- und Kulturangebote sowie die Naherholungsmöglichkeiten möchte die FDP aufrechterhalten und ausbauen.

Was möchte die AfD in Lemwerder erreichen?

Die AfD will gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen, Genehmigungsverfahren dort beschleunigen, wo Potenzial besteht. Die Gemeinde müsse mithilfe verlässlicher Kinderbetreuung, guter Schulen und einer leistungsfähigen Bildungsinfrastruktur für Familien attraktiv bleiben. Die AfD lehnt einen flächenintensiven Ausbau von Windkraft- und Freiflächen-Solaranlagen zulasten von Landwirtschaft, Weideflächen und Landschaftsbild ab. Vielmehr will die Partei Grün- und Naherholungsflächen erhalten. Für die AfD hat zudem der Schutz von Dämmen und Weidetieren einen besonderen Stellenwert.

Welche Pläne hat die UWL für die Gemeinde?

Die UWL setzt sich für den Erhalt bestehender Infrastruktur, zum Beispiel bezüglich der Neugestaltung der örtlichen Grundschule, ein. Einen Neubau "auf der grünen Wiese" lehnt sie ab. Die UWL sieht ferner Radwege entlang der Ernst-Pieper-Straße sowie auf dem ehemaligen Bahndamm als sinnvolle Projekte an. Um mehr Wohnraum zu schaffen, möchte sie Neubaugebiete ausweisen, Bauen in zweiter Reihe ermöglichen und Altgebäude instand setzen. Um die Personalkosten der Gemeinde zu begrenzen, setzt sich die Wählergemeinschaft für interkommunale Kooperationen ein.

Welche Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Wahl?

56 Männer und Frauen bewerben sich um einen der 18 Sitze des künftigen Gemeinderates. Er ist damit kleiner als der heutige. Grund ist die sinkende Einwohnerzahl Lemwerders. Folgende Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich zur Wahl. SPD: 1. Maria Thomes-Klaproth, 2. Michael Ruminski, 3. Viktoria Heller, 4. Harald Helling, 5. Torsten Kühling, 6. Daniel Neuke, 7. Melanie Wilkens-Kühling, 8. Lea Drees, 9. Bettina Rahl-Friedrichs, 10. Manuela Schuchaert, 11. Burkhard Rahl, 12. Ralf Schuchaert. CDU: 1. Wolf Rosenhagen, 2. Bianka Ludwig, 3. Borchert Meyer, 4. Elma Čizmić, 5. Werner Ammermann, 6. Ute Volbers, 7. Julian Teichmann, 8. Tatjana Winterboer, 9. Matthias Hofacker, 10. Gesa Meyer, 11. Oliver Grotheer, 12. Sebastian Krimmert, 13. Philip Stolle, 14. Carsten Ziolko, 15. Karl Spieler, 16. Holger Otten. Grüne: 1. Brigitta Rosenow, 2. Frank Schwarz, 3. Christa Ibelings, 4. Arne Lorenz, 5. Lea Schölles, 6. Bahattin Aslan, 7. Antje Warnken, 8. Günter Naujoks, 9. Rita Naujoks, 10. Tim Warnken. FDP: 1. Harald Schöne, 2. Jörg Bade, 3. Thorben Schöne, 4. Benedict Tamminga, 5. Michael Blum, 6. Dieter Schach, 7. Martin Deter. AfD: 1. Manuel Bittner, 2. Jana Levin. UWL: 1. Sven Schröder, 2. Rainer Wohlers, 3. Tobias Schimmel, 4. Christel Heymann, 5. Heiko Lütjen, 6. Iris Schäfer, 7. Burkhard Cordsen, 8. Maja Zwicker, 9. Michael Lühmann.

Wie viele Wahllokale gibt es in Lemwerder und wo sind sie zu finden?

Die Gemeinde bietet ihren Wahlberechtigten insgesamt sieben Wahllokale an. Welches Wahllokal sie aufsuchen müssen, können die Bürgerinnen und Bürger ihrer Wahlbenachrichtigung entnehmen. Zudem können sie per Brief wählen. Die Unterlagen dafür müssen sie im Rathaus anfordern, ausfüllen und bis Sonntag, 13. September, im Rathaus wieder abgeben. Zudem steht bereits vorab eine Wahlurne im Rathaus bereit.

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