Die ukrainischen Drohnenangriffe auf Lager von Wildberries sorgen für enormen wirtschaftlichen Schaden. Angeblich wird über eine staatliche Rettung verhandelt.
Bei den jüngsten Angriffen auf Logistikzentren von Wildberries wurden Lagerbestände im Gesamtwert von bis zu fünf Milliarden US-Dollar vernichtet. Das Schicksal des extrem verschuldeten russischen Onlinehändlers „steht auf der Kippe“. Das berichtet zumindest das Wall Street Journal unter Berufung auf Analysen des Marktforschungsunternehmens Data Insight und weitere Quellen. Demnach hat Wildberries bei russischen Banken Kredite im Umfang von mehr als 10 Milliarden US-Dollar aufgenommen und auch deshalb würden Pläne für eine Rettungsaktion diskutiert, die weitreichende Folgen für Russlands Wirtschaft haben könnten.
Im Fokus der ukrainischen DrohnenWildberries wurde 2004 von Tatjana Kim (bis 2024 als Tatjana Bakaltschuk bekannt) gegründet und danach zu „Russlands Amazon“, ruft die US-Zeitung in Erinnerung. Der Onlinehändler konnte demnach zuletzt extrem davon profitieren, dass europäische und US-amerikanische Unternehmen ihre Geschäfte in dem Land eingestellt haben, nachdem Russland 2022 einen umfangreichen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat. In dem wurde Wildberries in diesem Sommer aber selbst zum Ziel, als die Ukraine begonnen hat, gezielt Logistikzentren von Wildberries anzugreifen. Das hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj damit begründet, dass der Onlinehändler daran beteiligt sei, Russlands Streitkräfte mit Drohnenkomponenten, Navigationstechnik und anderer Technik zu versorgen.
Die Drohnenangriffe auf Logistikzentren haben inzwischen mehr als eine Million Quadratmeter an Lagerfläche betroffen, hat Data Insight laut dem Wall Street Journal ermittelt. Die werden nicht nur von Wildberries genutzt, nach dem Vorbild von Amazon stellt der Konzern diese auch anderen Onlinehändlern zur Verfügung. Denen wurde demnach teilweise eine Entschädigung angeboten, ihre Waren dürfen sie aber nicht aus nicht betroffenen Lagern zurückholen. Auch wegen dieser engen Verflechtung mit Russlands Onlinehandel könnte der Staat eine finanzielle Rettungsaktion einleiten, um heftigere Konsequenzen abzuwehren. Noch ist aber unklar, ob eine solche kommen und wie sie aussehen wird.
(mho)
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