Kameras eines Drittherstellers haben von Überwasserdrohnen der britischen Marine Lebenszeichen nach China geschickt. Deshalb wurde ihnen das Internet abgedreht.
Die britische Marine hat Kameras von Überwasserdrohnen den Internetzugang abgedreht, nachdem entdeckt worden war, dass die sich kontinuierlich bei einer IP-Adresse in China gemeldet haben. Das hat der britische Telegraph erfahren und ergänzt, dass es um „Herzschlag-Signale“ gegangen sei. Das britische Verteidigungsministerium habe versichert, dass man keine Hinweise darauf habe, „dass sensible Daten oder Systeme ins Ausland übertragen worden seien“. Trotzdem habe der Vorfall für Befürchtungen gesorgt, dass durch die Kameras das Personal von Elitestreitkräften in Gefahr gebracht worden sein könnte. Der britische Hersteller hat den Fund demnach bereits eingestanden.
Für Einsatz in der Straße von Hormus vorgesehenDie Überwasserdrohne Kraken K3 Scout ist 8,40 Meter lang und knapp 2 Meter breit. Angetrieben von einem Dieselmotor kann das Gefährt 55 Knoten – knapp 102 Kilometer pro Stunde – erreichen. Bei einer Geschwindigkeit von 25 Knoten (etwa 46 Kilometer pro Stunde) soll die Reichweite 650 Seemeilen, etwa 1200 Kilometer betragen. Es kann für militärische oder zivile Zwecke ausgestattet werden und bis zu 30 Tage lang im Einsatz sein. Die Nutzlast kann demnach bis zu 600 kg auf die Waage bringen. Das im Vorjahr vorgestellte unbemannte Überwasserfahrzeug wird bislang ferngesteuert, soll in Zukunft aber autonom unterwegs sein. Bei der britischen Marine sind sie laut Telegraph seit März im Einsatz.
Laut der britischen Zeitung stammen die betroffenen Kameras von einem Dritthersteller, der deren Sicherheit zugesichert habe. Bei einer Analyse seien die regelmäßigen Rückmeldungen nach China aber aufgefallen, woraufhin die Internetanbindung gekappt worden sei. Sowohl die Marine als auch die Kraken Technology Group sind demnach überzeugt, dass keine sensiblen Informationen in die Volksrepublik geschickt worden seien. Die Drohnen sollen demnach in der Straße von Hormus eingesetzt werden, wenn es eine Einigung über die Sicherung der wichtigen Wasserstraße gibt. Laut einer anonymen Quelle ist das Vertrauen in die Sicherheit des Gefährts durch den Fund aber erschüttert. Es gebe Befürchtungen, dass die Kameras auch nach Abschaltung der Drohnen aktiv bleiben.
Seit dem Frühjahr wird die Kraken K3 Scout auch von der Rheinmetall-Tochter Blohm+Voss in Serie gefertigt. Dort sollen zunächst 200 Stück pro Jahr gebaut werden. Dafür hat Rheinmetall mit Kraken ein Joint Venture gegründet. Ob die im Rahmen dieser Kooperation gefertigten Überwasserdrohnen dieselben Kameras verwenden und dadurch ebenfalls Lebenszeichen nach China senden, ist bislang nicht bekannt. Eine Anfrage von heise online wurde bisher nicht beantwortet.
(mho)
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