Die Delmenhorster haben bei ihrem ersten Heimspiel in der Fußball-Regionalliga gegen den VfB Lübeck gewonnen. So erlebten die Torschützen Lucas Bauer und Ibrahim Temin ihre Treffer.
Lucas Bauer war für den ersten Heimtreffer der Blau-Gelben in dieser Saison verantwortlich. TAMMO ERNST
Nach dem Spiel gegen den VfB Lübeck standen mehrere Atlas-Legenden auf dem Rasen im Stadion an der Düsternortstraße und fachsimpelten über das 2:0 von Ibrahim Temin. Der Kapitän hatte von halblinks aus 25 Metern mit Vollspann abgezogen und in den langen Winkel getroffen.
Musa Karli, langjähriger Spielmacher der Delmenhorster und für seinen feinen Fuß bekannt, und Tammo Renken, Vorstandsmitglied des SV Atlas und in seiner aktiven Zeit als Stürmer immer wieder für besondere Tore bekannt, schäkerten, wie sie das Leder aus 25 Metern versenkt hätten.
Ein ganz besonderer TrefferTemin kam hinzu und beteuerte, dass das Tor Absicht war. Der nicht unbedingt für seine vielen Tore bekannte Kapitän hatte zuvor schon von seinem Traumtor berichtet und wird das an diesem Tag noch öfter getan haben – abends ging es für ihn noch auf eine Feier. "Ich bin ehrlich: Dass ich so ein Tor schieße, ist sehr selten. Dass es dann auch noch an einem Tag wie heute beim ersten Heimspiel klappt …", begann er.
Der Kapitän strahlte übers ganze Gesicht. "Ich bin nach Delmenhorst gekommen, um wieder Regionalliga zu spielen. Das ist gelungen. Dass ich mich mit so einem Tor belohne, macht mich überglücklich. Ich bin sehr dankbar dafür", fügte er hinzu.
Die Dankbarkeit des KapitänsAuch für den Sieg sei er dankbar – und blickte direkt schon auf das nächste Match am Mittwoch in Hannover voraus. "Aber heute können wir feiern. Ich fahre gleich auf eine Hochzeit und muss mich beeilen. Stell dir mal vor, ich wäre jetzt schon zur Hochzeit gefahren und nicht hier, dann wäre das alles nicht passiert. Ich liebe diesen Sport so krass. Der liebe Gott wollte das so, und ich bin dem lieben Gott sehr dankbar", sagte Temin.
Mit der Gesamtleistung der Mannschaft war er sehr zufrieden. "Wir waren in der ersten Halbzeit schon etwas überlegen. Wir haben dann in der Pause mit dem Coach klar angesprochen, dass wir voll auf Sieg gehen wollen. Wenn wir defensiv so stabil bleiben, wird es für keinen Gegner einfach gegen uns", ordnete Temin ein.
Lucas Bauer mit dem PremierentorAuch Lucas Bauer, Schütze des ersten Tores am Samstag, betonte die Defensivleistung. "Wir sind defensiv sehr stabil. Das war in der Oberliga schon so. Es ist eklig, gegen uns zu spielen im Moment. Und vorne machen wir es auch gut. Chancen bekommt man immer. Wenn man hinten so stabil ist wie wir, kann man auch in der Regionalliga viele Punkte mitnehmen", sagte Bauer.
Er hatte nach der Pause zunächst nach starker Balleroberung im gegnerischen Strafraum frei vor dem Lübecker Keeper noch das 1:0 verpasst, machte es nach einer guten Stunde jedoch besser. "Das erste Tor ist etwas super Besonderes. Vor allem in der Regionalliga. Yehor (Melenivskyi, Anmerkung der Redaktion) hat einen super Ball gespielt. Ich hab den gut mitgenommen und mich vor dem Tor dann zum Glück richtig entschieden", schilderte der pfeilschnelle Stürmer.
2000 Zuschauer jubelnDie durchaus vorhandene Zeit, die er in dieser Situation hatte, schadete nicht: "Ich habe auf den Torwart reagiert, ich glaube, dass das die meisten machen. Aber es geht einem da natürlich viel durch den Kopf. Gerade, wenn so viele Leute zugucken", berichtete er. Die Augen der mehr als 2000 Zuschauer waren auf ihn gerichtet, als er auf den Keeper zulief.
Bauer blieb cool. "Dafür spielt man Fußball. Mal geht er rein, mal nicht. Man muss einen kühlen Kopf bewahren und auf den Torwart gucken. Er ist früh runtergegangen und ich konnte mich entsprechend entscheiden", sagte er. Der Stürmer schob zum 1:0 ein, das Stadion bebte.
Zwei Spiele, vier TorschützenIn zwei Regionalligapartien haben nun bereits vier verschiedene Atlas-Spieler getroffen. Melenivskyi traf nach einer Standardsituation mit dem Fuß, Lamine Diop per Elfmeter, Lucas Bauer nach einem langen Pass im Eins-gegen-eins und Ibrahim Temin mit einem Distanzschuss. Im Niedersachsenpokal bei der SV Drochtersen/Assel netzte zudem Steffen Rohwedder. Freilich ist es früh in der Saison, doch die Variabilität der Blau-Gelben ist bereits ersichtlich, ebenso wie die generelle Torgefahr.
Weitere Tore sollen am Mittwoch gegen den HSC Hannover fallen. Dieser hat in zwei Runden bereits sechs Treffer kassiert. Die Blau-Gelben wollen in der Landeshauptstadt selbstredend unbesiegt in der Liga bleiben und weitere Punkte für den Klassenerhalt sammeln.
Ibrahim Temin (blau) setzte einen Schuss aus 25 Metern in den Winkel der Lübecker.
Foto: TAMMO ERNST
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