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Blick ins Heft c’t 17/2026: KI-Fakes sicher erkennen

Дата публикации: 06-08-2026 14:59:00

Mit gesundem Sprachgefühl kommt man KI-Texten heute nicht mehr auf die Schliche. Deshalb macht die EU nun aus einem Suchproblem eine Dokumentationspflicht.

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Einige von Ihnen mögen womöglich nichts mehr über KI lesen (und manchmal gehts mir auch so). In diesem Fall geht es aber gar nicht um die KI selbst, sondern dass man künstliche Texte, Fotos und Töne künftig als solche sofort erkennen soll.

Die Unterscheidung ist per se gar nicht so einfach, vielleicht haben Sie auch schon den einen oder anderen Bildertest gemacht, in dem Sie auf „KI“ oder „echt“ tippen mussten – und sind bei gut gemachten künstlichen Bildern ebenso grandios gescheitert wie ich.

Seit Anfang August sollten solche Spielereien theoretisch obsolet sein, denn die EU verlangt jetzt klarere Kennzeichnungen für KI-Inhalte. Am Wort „klarere“ haben Sie wahrscheinlich schon erkannt: robuste Wasserzeichen für Texte, Bilder und Töne bleiben schwierig. Wir haben uns deshalb angeschaut, was funktioniert, wo die Erkennung noch scheitert und wer für die Kennzeichnung verantwortlich ist.

KI-generiert ja, aber auch ein Deepfake? Wohl eher nicht, denn Drachen kommen in Köln eher selten vor.

(Bild: KI)

KI-Fakes sicher erkennen

Hat diesen Text ein menschlicher Autor geschrieben oder doch ein KI-Chatbot? Noch vor wenigen Monaten hätten Sie diese Frage wohl mit Ihrem gesunden Sprachgefühl beantworten können. Heute fällt selbst Experten die Unterscheidung immer schwerer. Große Sprachmodelle schreiben flüssig, fehlerarm und stilistisch flexibel.

Wenn sich KI-generierte Inhalte nicht zuverlässig erkennen lassen, drängt sich eine andere Frage auf: Müssen sie dann nicht schon bei ihrer Entstehung als solche kenntlich gemacht werden? Viele Politiker glauben, der Malaise mit einem Etikett nach dem Motto „Achtung: KI“ beikommen zu können. Die EU ersetzt nun die Frage „Kann man es erkennen?“ durch die schwierigere Frage „Wer muss es wann und wie kenntlich machen?“

Dienste wie Pangram, Copyleaks oder Winston AI versprechen, Texte als menschlich oder KI-generiert einzustufen. Für Bilder und Videos existieren ähnliche Angebote, hinzu kommen Forschungsprojekte.

Ein Text verrät bislang nicht von sich aus, ob ihn ein Mensch geschrieben oder ein Sprachmodell formuliert hat. Er enthält lediglich Merkmale, die auf das eine oder andere hindeuten können. Dasselbe gilt für Audiodateien, Bilder und Videos. Ein KI-Detektor ermittelt seine Aussagen deshalb immer anhand von Wahrscheinlichkeiten, kann aber keine Tatsachen belegen. Wie problematisch das in der Praxis ist, hat sich an Schulen und Hochschulen gezeigt, die schriftliche Arbeiten mit KI-Detektoren überprüfen wollten. Schnell stellte sich heraus, dass viele Detektoren auch vollständig von Menschen verfasste Arbeiten als KI-generiert einstuften. Im Bildbereich sieht es kaum besser aus.

Deshalb entsteht ein Hase-und-Igel-Rennen: Während KI-Modelle immer überzeugendere Texte, Bilder und Videos generieren, versuchen Detektorhersteller, neue Erkennungsmerkmale zu finden. Einen dauerhaften Vorsprung kann bislang keine Seite für sich verbuchen.

Die EU-KI-Verordnung definiert all jene Pflichten zur KI-Transparenz, die nun auf Anbieter und Nutzer von KI-Generatoren in Europa zukommen. Sie verpflichtet diejenigen, die KI-Systeme entwickeln oder beruflich einsetzen, Informationen über die Entstehung der Inhalte bereitzustellen. Aus einem nachträglichen Suchproblem wird damit eine Dokumentationspflicht.

Allerdings beantwortet der Gesetzestext viele Fragen nicht, etwa: Was genau ist überhaupt ein KI-generierter Inhalt? Wann gilt eine Bildmanipulation als harmlose Bearbeitung und wann als kennzeichnungspflichtige Deepfake-Erstellung? Muss ein vollständig überarbeiteter KI-Text gekennzeichnet werden? Deshalb hat die EU-Kommission Mitte Juli 2026 Leitlinien veröffentlicht, die aber ebenfalls Deutungsspielraum lassen und jede Menge praktische Schwierigkeiten aufwerfen.

Kunden von Booking.com und seinen Konkurrenzplattformen sind seit Jahren ein beliebtes Ziel von Cyberkriminellen.

(Bild: Holger Bleich / heise medien)

Auch das noch: Betrug über Booking.com

Kriminelle betreiben raffiniertes Phishing bei Kunden von Booking.com. Die Abläufe ähneln sich: Nach der Buchung auf booking.com erhalten Sie eine Reservierungsbestätigung. Einige Tage vor dem geplanten Aufenthalt bekommen Sie eine WhatsApp, Mail oder SMS. Anrufe sind ebenfalls möglich, in selteneren Fällen sogar Nachrichten im Booking.com-Konto. Der Kontaktversuch kommt angeblich von der Unterkunft. Es gebe ein Problem mit Ihrer Buchung, Sie müssten diese innerhalb kurzer Zeit erneut bestätigen. Andernfalls sei Ihre Reservierung in Gefahr.

Ich habe das jüngst selbst erlebt. Durch die Artikel meiner Kollegen war ich jedoch gewarnt und habe auf keinen Link geklickt und auch nichts überwiesen. Stattdessen habe ich im Hotel angerufen und siehe da: Meine Buchung war sicher, ich musste sie nicht erneut bestätigen und auch nichts vorab bezahlen.

Eigentlich ist Booking.com durch die DSGVO verpflichtet, sich bei einem Sicherheitsvorfall bei allen Betroffenen zu melden. Das klappt offenbar nicht immer, Hoteliers berichteten von Defiziten in der Kommunikation.

Was bedeutet das jetzt für Sie als Hotelgast? Sie sollten grundsätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) im Booking.com-Nutzerkonto aktivieren. Am besten nutzen Sie Passkeys. Wie auf allen Plattformen gilt, dass Sie nur über Booking.com mit der Unterkunft kommunizieren sollten. Auf WhatsApp & Co. verlieren Sie den plattformseitigen Schutz vor Betrug. Für Links in Mails gilt: Was weder auf die Plattform noch sicher auf die Hotel-Website führt, ist Fake. Prüfen Sie angebliche Probleme mit Buchungen immer im Nutzerkonto und in der Buchungsbestätigung. Was dort nicht auftaucht, gibt es wahrscheinlich auch gar nicht. Am besten rufen Sie selbst im Hotel an.

Und falls Sie doch zum Opfer werden, melden Sie die Angriffe der Buchungsplattform und der Unterkunft und erstatten Sie Anzeige. Stellen Sie einen Schaden fest, sperren Sie sofort alle Kreditkarten, deren Daten Sie auf Phishing-Webseiten eingegeben haben. All das gilt auch für andere Plattformen, von Airbnb bis Expedia.

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass niemand Ihren Urlaub durch lästige und gefährliche Phishing-Angriffe verdirbt.

Meine persönlichen Highlights im Magazin

Beim Onlineshopping erzeugt jeder Klick Datenspuren, die sich an der Kasse dem Kunden zuordnen lassen. Mit dem c’t-Einkaufszettel sehen Sie sich in Ruhe in Online-Shops um und kaufen später ein, ohne dass eine Surf-Historie existiert.

(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)

Smartphones liefern dank immer mehr Rechenleistung immer bessere Fotos. Trotzdem boomt der Markt der Kompaktkameras. Wir ergründen, wo eine separate Kamera punkten kann, und stellen die aktuellen Modelle vor.

Wer Android-Apps direkt vom Entwickler beziehen will, muss sie manuell finden, installieren und aktualisieren. Der freie Komi Store nimmt einem das mit einer schönen Oberfläche ab.

Banken sollen Betrugsopfer künftig öfter und schneller entschädigen und mehr für die Prävention tun. Der Kompromiss lässt den Instituten jedoch viel Spielraum.

Mit seinem Open-Weights-Modell Kimi K3 katapultiert sich das chinesische Start-up Moonshot AI in die oberste Sprachmodell-Liga – auch und insbesondere im Vergleich zu OpenAI, Google und Anthropic.

Das deutsche Start-up Vibrosonic hat 50 Testpersonen einen selbst entwickelten Schallwandler direkt aufs Trommelfell gesetzt. Die neue Hörgeräte-Technik bietet Chancen, eignet sich aber nicht für jeden.

Wir haben unser Live-System zur Schädlingsjagd auf Windows-PCs erneuert. Dieser Artikel blickt technisch auf die Neuerungen und die Auswirkungen für Nutzer.

Die Software Weeb Labs DSPi macht aus einem Mikrocontroller vom Typ Raspberry Pi Pico oder Pico 2 eine Soundkarte mit DSP und überraschender Funktionsfülle.

Der Staat schließt für IT-Projekte oft gigantische Rahmenverträge. Aus Sicht der Behörden ist das effizient, doch Kritiker warnen vor Steuergeldverschwendung.

(Bild: Albert Hulm)

Aus der Redaktion

Neulich in einer redaktionellen Planungssitzung warf jemand mitten in eine etwas zähe Diskussion ein, „demnächst ist übrigens Sonnenfinsternis“. Plötzlich waren alle Anwesenden hellwach und wollten wissen, wo und wann man die denn sehen könne. Und natürlich, wer Sie, liebe Leserinnen und Leser, darüber informiert. Schnell war eine kundige Person ausgemacht: Meine Kollegin Sabrina Patsch kann das als Physikerin und begeisterte Poetry-Slammerin wunderbar erläutern.

Zwar besagt ein alter chinesischer Mythos, dass bei einer Sonnenfinsternis ein Drache die Sonne verschlingt. Doch Sabrina hat eine deutlich fundiertere Erklärung: Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond während seines Umlaufs zwischen Sonne und Erde. Obwohl die Sonne sehr viel größer ist als der Mond, erscheinen beide von der Erde aus am Himmel nahezu gleich groß. Stehen die drei Himmelskörper in einer Linie und ist der scheinbare Durchmesser des Mondes größer als der der Sonne, verdunkelt er sie vollständig – eine totale Sonnenfinsternis entsteht. Bei einer partiellen Sonnenfinsternis steht die Erde im Halbschatten und die Sonne steht als Sichel am Himmel. Auch Beobachter abseits des Pfads der völligen Verdunklung sehen während einer totalen Sonnenfinsternis eine partielle Sonnenfinsternis.

In den nächsten Jahren werden in Spanien drei Sonnenfinsternisse zu sehen sein: zwei totale in 2026 und 2027, sowie eine ringförmige 2028.

(Bild: European Space Agency (ESA))

Im Artikel finden Sie noch jede Menge weitere Infos zu dem Phänomen, etwa warum eine Sonnenfinsternis für die Wissenschaft so relevant ist und was sie mit Einsteins Relativitätstheorie zu tun hat.

Doch bevor Sie sich jetzt auf Sabrinas Beitrag stürzen, hier die wichtigsten Daten für das diesjährige Spektakel: Am 12. August wird sich die Sonne über Grönland, Island, Spanien und einer kleinen Region Portugals und Russlands für wenige Minuten vollständig verdunkeln, in Deutschland wird die Sonne immerhin zu 80 bis 90 Prozent verdeckt. Los geht es bereits gegen 19 Uhr, den Höhepunkt erreicht die partielle Sonnenfinsternis zwischen 20:00 und 20:30 Uhr.

Viel Spaß beim Beobachten, aber denken Sie unbedingt daran: Schauen Sie niemals direkt in die Sonne! Weder handelsübliche Sonnenbrillen noch goldbeschichtete Rettungsdecken bieten ausreichenden Schutz. Entweder sie nutzen explizite Sonnenfinsternis-Brillen, die man schon für 3,50 Euro bekommen. Oie bauen sich eine Lochkamera (PDF) oder eine Camera Obskura.

(uk)

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