Nach dem Reform-Chaos um die Regionalliga schlägt Dirk Zingler Alarm. Der Union-Präsident rechnet scharf mit dem DFB ab und kündigt Riesen-Proteste an.
Dirk Zingler hat genug. Der Präsident des 1. FC Union Berlin ist angesichts des festgefahrenen Streits um die Reform der Regionalligen mächtig sauer. Was sich in den vergangenen zwei Jahren abgespielt habe, sei für ihn eine „Katastrophe“ – und eine „bodenlose Frechheit“ des Verbandes.
Dirk Zingler verärgert über plötzlichen WandelIm Rahmen einer Medienrunde im Union-Trainingslager in Österreich schilderte Zingler, wie er den bisherigen Reformprozess erlebt hat. Über zwei Jahre seien Vorschläge entwickelt worden, schließlich habe man sich auch mit den DFB-Vertretern auf ein Modell verständigt, das zur Abstimmung freigegeben wurde.
Doch damit war die Sache offenbar nicht erledigt. „Und dann wird es still und heimlich noch einmal verändert“, sagte Zingler. Anschließend seien plötzlich Vorschläge aus dem Süden gekommen, noch einmal nach anderen Modellen zu suchen.
Das brachte den Union-Präsidenten endgültig auf die Palme. „Da frage ich mich ernsthaft, was die Leute in den vergangenen Jahren in den Verbänden gemacht haben. Das ist alles sehr unsolidarisch.“ Zingler rechnet nun mit deutlichen Reaktionen. „Wir werden völlig zurecht massive Proteste erleben“, sagte er.
Im Kern geht es um eine der größten Baustellen im deutschen Fußball: den Aufstieg aus der Regionalliga in den Profifußball. Vor allem die Regionalliga Nordost kämpft seit Jahren um eine gerechtere Lösung. Ihr Meister hat derzeit keinen garantierten direkten Aufstiegsplatz.
Eigentlich sollte eine Reform genau das ändern. Über zwei Jahre wurde an verschiedenen Modellen gearbeitet. Doch bei der jüngsten Abstimmung fand keines der vorgeschlagenen Modelle die notwendige Mehrheit.
Für die Vereine im Osten ist das ein besonders bitterer Zustand. Sie können eine Saison als Meister beenden und trotzdem vor der Frage stehen, ob der Weg in den Profifußball überhaupt frei ist.
Union gehört zu den Profivereinen, die sich öffentlich für eine Reform eingesetzt haben. Zinglers deutliche Worte zeigen nun, wie groß der Frust über den bisherigen Prozess ist. Der Streit dürfte damit längst nicht beendet sein.
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