Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Der Tod in Memphis: Wie Tech-Bros ganze Landstriche opfern

Дата публикации: 12-04-2026 11:00:00

Ist Europa zu bürokratisch? Vielleicht. Aber wenn man Leuten wie Elon Musk keine behördlichen Regeln entgegensetzt, hat das oft schreckliche Folgen.

Основное содержимое страницы с новостью.

Bauarbeiten auf dem Gelände des Supercomputers "Colossus" in Memphis.

Bauarbeiten auf dem Gelände des Supercomputers "Colossus" in Memphis.

© REUTERS / Karen Pulfer Focht

Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Meinung

Ist Europa zu bürokratisch? Vielleicht. Aber wenn man Leuten wie Elon Musk keine behördlichen Regeln entgegensetzt, hat das oft schreckliche Folgen.

Südmemphis am Mississippi ist industriell geprägt. Die Asthma-Rate ist deutlich erhöht, die Konzentration krebserregender Schadstoffe ebenso.

Europa braucht weniger Regeln und mehr Visionen – das hört man oft. Wir müssen in Wirtschaft und Technik an die Weltspitze zurück. Das erreicht man nicht durch Auflagen, Paragrafen und Vorschriften, sondern durch beherztes Anpacken.

Das hat sicher einen wahren Kern. Selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert Bürokratieabbau. Aber man kann auch den gegenteiligen Fehler begehen: Wenn wichtige Regeln fehlen oder einfach ignoriert werden, endet das noch viel schlimmer. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist Elon Musks Supercomputer Colossus, auf dem das AI-Modell Grok entstand.

„MechaHitler“ kommt aus Memphis

Grok, das AI-Modell von Elon Musks Firma xAI, sorgt immer wieder für Skandale: Man versuchte, einen Chatbot zu bauen, der ungefiltert und ohne Rücksicht auf politische Correctness alles sagen darf – und bekam ein Ungetüm, das sich selbst als „MechaHitler“ bezeichnete, rassistische Falschinformationen verbreitete und auf Zuruf entwürdigende sexualisierte Bilder von realen Personen generiert.

Als Elon Musk beschloss, seine eigene Künstliche Intelligenz zu entwickeln, sagte man ihm: 18 bis 24 Monate würde es dauern, ein geeignetes Riesen-Computerzentrum aus dem Boden zu stampfen. Für Musk eine untragbar lange Zeitdauer. Er kaufte stattdessen eine bestehende, verlassene Fabrikhalle in Memphis, Tennessee, und ließ dort den gewaltigen Supercomputer „Colossus“ aufbauen.

Doch ein gewaltiger Supercomputer braucht auch gewaltig viel Energie, mehr als die Elektrizitäts-Infrastruktur von Memphis liefern konnte. Man brauchte also eine eigene Stromquelle – und entschied sich für eine schnelle und ganz besonders umweltschädlichste Variante: 35 transportable Gasturbinen wurden am Werksgelände untergebracht. Diese Anlagen erzeugen Strom, ähnlich wie ein Gaskraftwerk, aber deutlich ineffizienter und mit deutlich höherem Schadstoffausstoß. Stickoxide, Formaldehyd und Feinstaub werden aus den Anlagen herausgeblasen – zusätzlich zum klimaschädlichen Kohlendioxid.

Insgesamt kamen die Turbinen auf eine Maximalleistung von fast einem halben Gigawatt – deutlich mehr als das größte österreichische Donaukraftwerk. Weil es sich aber um transportable Turbinen handelte, so die Argumentation von xAI, bräuchte man dafür keine Genehmigung, keine Umweltverträglichkeitsprüfung, keinen Umweltschutz.

Stromproduktion auf dem Gelände des Supercomputers "Colossus" in Memphis.

Stromproduktion auf dem Gelände des Supercomputers "Colossus" in Memphis.

© REUTERS / Karen Pulfer Focht

Verschmutzung auf Kosten der Unterschicht

Das geschah in einer Region, die ohnehin schon stark benachteiligt war – in einer sogenannten „sacrifice zone“. Darunter versteht man eine Gegend, mit deren bleibenden Umweltschäden man sich politisch abgefunden hat. Also alles schon egal, da kann man bedenkenlos noch weitere Industrie dazu bauen!

Südmemphis am Mississippi ist industriell geprägt. Die Asthma-Rate ist deutlich erhöht, die Konzentration krebserregender Schadstoffe ebenso. Wer dort lebt, tut das oft deshalb, weil er sich das Wohnen anderswo nicht leisten kann. Es sind Leute mit niedrigem Einkommen, Großteils schwarze Communities.

Im Jänner 2026 stellte die US-Umweltbehörde EPA klar: Das Recht auf saubere Luft geht vor, xAI muss sich die Turbinen genehmigen lassen – aber genau diese Umweltbehörde hat seit Musks DOGE-Kontrollen mit Personalabbau und Budgetkürzungen zu kämpfen. Ob sich die EPA in diesem Umfeld durchsetzen kann? Der Rechtsstreit dauert an – während Menschen in Memphis über Atembeschwerden klagen.

Es ist ein besonders prägnantes Beispiel dafür, was passiert, wenn Regeln und Gesetze nichts mehr gelten: Am schlimmsten trifft es die wirtschaftlich Schwächsten. Die Mittelschicht leidet indirekt – man muss mehr Geld in die Hand nehmen, um in einer „guten“ Gegend wohnen zu können, und Zonen wie Südmemphis zu entfliehen. Zu den ganz wenigen Profiteuren zählen Tech-Oligarchen.

Ein historisches Muster

Musks Gasturbinen sind kein Einzelfall. In Flint (Michigan, USA) sparte man beim Wassersystem – die Folge waren tausende Kinder mit erhöhten Bleiwerten und teilweise langfristigen Gesundheitsschäden. Schon in den 1950ern wurde im Gebiet der Navajo Uran abgebaut – radioaktiver Abfall gelangte in Flüsse und tötete Menschen und Tiere. Die Gegend in Louisiana am Mississippi, wo besonders viele Chemieanlagen stehen, bezeichnet man heute als „Cancer Alley“.

Neue Technologien werden immer Nachteile mit sich bringen. Und manchmal muss man das in Kauf nehmen. Aber die Gesundheit von Menschen, die wenig politische und wirtschaftliche Macht haben, einfach zu ignorieren, ist ein fatales Muster, das sich durch die Technikgeschichte zieht.

Bei aller Sympathie für wagemutige Techno-Fans: Manchmal ist die typisch europäische Vorsicht eine gute Sache. Ja, bauen wir unsere Bürokratie ab. Aber seien wir auch ein bisschen stolz darauf, dass wir eine Kultur von Regeln haben, die zumindest manche Entgleisungen – wie die irrwitzigen Gasturbinen in Memphis – verhindern können.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Europa är Elon Musks gisslan08.423-10-2026
2Новости, которые мы заслужили-8302-07-2026
3Fracking: Wie man die Zombie-Technologie Erdgas am Leben hält018.8626-04-2026
4Bloomberg: В Европе обсуждали условия начала конфликта с США -5713-07-2026
5An der Hitze oder mit der Hitze gestorben?07.219-07-2026
6Маск призвал страны ЕС к выходу из сообщества0001-08-2025
7РАПУ: Европа навредит сама себе, если ограничит поставки удобрений из РФ0021-02-2025
8Маск предупредил о невозможности бюджета Испании справиться с наплывом мигрантов012.9430-07-2026
9NYT: ЕС может оштрафовать X более чем на $1 млрд0003-04-2025
10Nach Rekord-IPO: Abgebrochener Testflug setzt SpaceX-Aktie weiter zu-2617-07-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 12.57. Источник: futurezone.at.