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„Perversling-Brillen“: Smart Glasses sind schon jetzt tot

Дата публикации: 06-08-2026 13:20:42

Es ist erstaunlich, wie beharrlich Unternehmen an Geräten festhalten, die gesellschaftlich unten durch sind.

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Meta CEO Mark Zuckerberg delivers a speech during the Meta Connect event in Menlo Park

© REUTERS / Carlos Barria

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Meinung

Es ist erstaunlich, wie beharrlich Unternehmen an Geräten festhalten, die gesellschaftlich unten durch sind.

Mark Zuckerberg ist von smarten Brillen überzeugt. Er ist nicht der einzige Unternehmenschef.

Es gibt wohl wenige Geräte, die beim Umfeld der Nutzer für so starke Emotionen sorgen wie Smart Glasses. Träger werden in der Öffentlichkeit beschimpft, Anti-Smart-Glasses-Apps erfahren Rekordzugriffe und teilweise stehen sogar Verbote der Geräte im Raum. Das unschöne Wort der „Perversling-Brille“ macht bereits die Runde.

➤ Mehr lesen: „Perversling-Brillen“: Träger von Smart Glasses schämen sich

Und dennoch lassen sich die Hardware-Hersteller nicht davon abbringen, diese Gerätekategorie gebetsmühlenartig als das „nächste große Ding“ anzupreisen. Meta dominiert derzeit den Markt, Samsung dürfte in Kooperation mit Google bald nachziehen, und auch Apple tüftelt an einer solchen Brille. Es ist eine erstaunliche Beharrlichkeit für ein Konzept, das gesellschaftlich schon jetzt ein Rohrkrepierer ist.

Denn auch abseits von gesellschaftlichem Gegenwind gilt: Man muss Menschen einen verdammt guten Grund bieten, sich ein Gerät ins Gesicht zu setzen und damit herumzulaufen. Genau diesen Grund gibt die aktuelle Generation schlicht nicht her. Sie liefert Kopfhörer und Kamera im Brillengestell, nicht mehr und nicht weniger. Der einzige wirkliche Vorteil gegenüber Hardware, die jetzt schon jeder hat, ist freihändig fotografieren oder filmen zu können.

Hersteller versuchen, das zu kaschieren, indem sie die Brillen als ultimatives Werkzeug vermarkten, um mit KI zu interagieren. Aber kann das wirklich nützlicher sein, als dass man als vermeintlicher „Perversling“ gilt? Und ganz abseits davon: Will ich überhaupt, dass mir eine KI permanent über die Schulter schauen kann?

Wenn überhaupt, dann mit Display

Ein wenig neu verhandeln muss man das Argument gegen die Smart Glasses, wenn es tatsächlich praxistaugliche Brillen gibt, die einen Bildschirm ins Sichtfeld einblenden. Ich glaube sehr wohl, dass es dafür Anwendungsfälle gibt, allerdings ohne verhasste Foto-Linse. Denn diese braucht es ja auch gar nicht zwingend. Schließlich lässt sich auch ein Smartphone vollumfänglich nutzen, ohne dauerhaft die Linse auf seine Mitmenschen oder die Umgebung zu richten.

Schon 2013 wurde der Begriff „Glassholes“ etabliert. Das Kofferwort aus „Glasses“ und „Assholes“ bezeichnete die Menschen, die mit Googles Datenbrille Google Glass andere Menschen ohne deren Zustimmung gefilmt oder fotografiert haben. Die gesellschaftliche Ablehnung war einer der Hauptfaktoren, wieso Google Glass schlussendlich ein Fehlschlag war. Dass die Industrie über 10 Jahre später genau dieselbe Kamera-Debatte wiederholt, offenbart 2 Dinge: wie erschreckend wenig man aus der Vergangenheit gelernt hat und wie wenig Neues manchen Unternehmen einfällt.

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