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Denkmalschutz-Streit: Kläger werfen Trump-Regierung Vertuschung am Lincoln Memorial vor

Дата публикации: 06-08-2026 13:45:05

Klage gegen Trump-Regierung: Wurden am Reflecting Pool Beweise vertuscht? Ein Gericht soll jetzt unabhängigen Gutachtern Zugang gewähren.

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Denkmalschutz-Streit: Kläger werfen Trump-Regierung Vertuschung am Lincoln Memorial vor

Stand: 06.08.2026, 15:45 Uhr

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Klage gegen Trump-Regierung: Wurden am Reflecting Pool Beweise vertuscht? Ein Gericht soll jetzt unabhängigen Gutachtern Zugang gewähren.

Washington, D.C. – Eine Gruppe verklagt die Trump-Regierung wegen Renovierungsarbeiten am Reflecting Pool des Lincoln Memorial. Sie beschuldigt Bundesbeamte, Beweise im laufenden Rechtsstreit über Schäden an dem Wahrzeichen vertuschen zu wollen, noch bevor ein Gericht abschließend geklärt hat, wie die Beschädigungen entstanden sind.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Die Cultural Landscape Foundation (TCLF), eine der Klägerinnen gegen das Projekt, hat in dieser Woche einen Bundesrichter gebeten, Sachverständigen Zugang zum Reflecting Pool zu gewähren. In einem am Dienstag (4. August) beim U.S. District Court for the District of Columbia eingereichten Schriftsatz schrieben die Anwälte der Organisation: Bundesbeamte hätten wiederholt Behauptungen über die Ursache der Schäden am Becken aufgestellt, während sie sich gleichzeitig darauf vorbereiteten, die Bedingungen vor Ort zu verändern. Diese Diskrepanz zwischen öffentlichen Aussagen und praktischen Maßnahmen sei für die juristische Aufarbeitung von zentraler Bedeutung.

ARCHIV - 13.07.2026, USA, Washington: Vor dem Lincoln Memorial Reflecting Pool ist ein Zaun aufgestellt. (zu dpa: „«Reflecting Pool“: Trump stellt Staatsanwältin an den Pranger») Foto: Khang Mischke/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vandalismus oder fehlerhafte Installation? Der Streit um den Reflecting Pool geht weiter. © Khang Mischke/dpa

Der Streit entspringt einer umfassenderen Klage über Veränderungen an dem ikonischen Wahrzeichen der National Mall im Rahmen eines Renovierungsprojekts, das vom Innenministerium und dem National Park Service beaufsichtigt wurde. Newsweek wandte sich per E-Mail an TCLF und das Innenministerium mit der Bitte um Stellungnahme. Eine Antwort lag zunächst nicht vor. Doch die öffentliche Kontroverse über die Verantwortung für die Schäden setzt die beteiligten Behörden zunehmend unter Druck.

Streit um Schäden am Reflecting Pool: Vorwurf der Vernichtung möglicher Beweise

Die Schäden stehen im Mittelpunkt einer laufenden Klage der Cultural Landscape Foundation. Die Organisation hatte das Innenministerium im Mai erstmals verklagt. Sie machte geltend, dass die Arbeiten am Reflecting Pool gegen bundesrechtliche Denkmalschutzbestimmungen verstoßen hätten.

TCLF argumentierte, der Austausch des Beckens gegen eine blau gefärbte synthetische Auskleidung habe ein prägendes historisches Merkmal des nahezu hundert Jahre alten Wahrzeichens verändert. Dies sei ohne die nach dem National Historic Preservation Act und anderen Bundesgesetzen erforderlichen Prüfungen erfolgt. Nach Darstellung der Organisation ist das dunkelgraue Becken des Reflecting Pool seit seiner Eröffnung im Jahr 1924 ein zentrales Gestaltungselement.

„Sie nahmen Rasierklingen“: Trump sprach zunächst von Vandalismus

Nach Abschluss der Renovierung traten Probleme mit der neu installierten Auskleidung auf, von raschem Algenwachstum bis zum Ablösen der neuen „American Blue“-Beschichtung des Beckens. In einem Gerichtsdokument vom 24. Juni erklärte der stellvertretende Direktor des National Park Service, Frank Lands: „Am 9. Juni 2026, nachdem das Sanierungsprojekt im Wesentlichen abgeschlossen war, reagierte die U.S. Park Police auf eine Meldung des NPS über Schäden am Reflecting Pool, darunter eine Fuge über dem Schaumdichtmittel, die mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge aufgeschnitten worden war, sowie zerstörtes, sich ablösendes Oberflächenmaterial. Außerdem wurden rund 70 Zaunpfostenkappen in das Becken geworfen.“

„Sie nahmen Rasierklingen und Messer und schnitten Flicken von etwa 350 Fuß (ca. 107 m) Länge. Sie kamen und schnitten es. Und dann packten sie es und rissen es hoch. Deshalb ist alles zerrissen“, sagte Präsident Donald Trump im Juni. Die drastische Wortwahl des Präsidenten unterstrich die damalige Linie des Weißen Hauses, wonach mutwillige Zerstörung und nicht Baufehler die Hauptursache der Schäden gewesen seien.

Strafverfolgung gegen mutmaßlichen Vandalen kippt: Schäden seien auf Installationsfehler zurückzuführen

Vergangene Woche wurden die Anklagen gegen den ehemaligen olympischen Kanuten David Hearn fallen gelassen. Er war am 19. Juni wegen der vermeintlichen Sachbeschädigung am Reflecting Pool festgenommen worden. Hearn bestritt alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Am Freitag beantragte Trumps Justizministerium die Einstellung des Verfahrens gegen Hearn und erklärte in einem Schriftsatz, dass der Schaden an der Auskleidung des Beckens „das Ergebnis einer fehlerhaften Installation durch den Auftragnehmer“ sei.

Die Anwälte von TCLF argumentieren, diese Feststellungen untergrüben frühere Darstellungen von Vertretern des Innenministeriums. Sie würden neue Fragen dazu aufwerfen, was während der Renovierung tatsächlich geschehen sei. Sie verwiesen zudem auf einen DOJ-Schriftsatz, in dem Teile des Innenministeriums beschuldigt werden, „nicht in vollem Umfang Informationen“ über das Projekt zur Neugestaltung der Beckenoberfläche und die anschließenden Probleme geliefert zu haben.

Streit um unabhängige Begutachtung – TCLF wartet auf Entscheidung des Richters

„Spätere Entwicklungen legen dringend nahe, dass einige der bisherigen Behauptungen der Beklagten über den Zustand des Beckens falsch sind“, heißt es in dem Schriftsatz. Die Kläger sehen darin ein weiteres Argument dafür, dass das Gericht aktiv Maßnahmen zum Erhalt des aktuellen Zustands des Reflecting Pool anordnen müsse.

Die Trump-Regierung hat den Antrag abgelehnt und argumentiert, dass die Klage nach dem Administrative Procedure Act geführt werde, bei dem die Beweisaufnahme in der Regel begrenzt sei. Die gemeinnützige Organisation entgegnet, ihr Antrag ziele ausschließlich auf die Sicherung von Beweismitteln ab und bedeute keine Ausweitung der regulären Beweisaufnahme. Ein Richter hat noch nicht entschieden, ob der Gruppe der Zugang zur Inspektion des Reflecting Pool gewährt wird.

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