Harvard kooperierte mit Kuba – nun steht die Elite-Uni unter Spionageverdacht. Historiker Schultz vertritt sie in Havanna. Was sagt er zu den Attacken?
Ein aktueller US-Bericht zeichnet Kuba als sicherheitspolitischen Akteur, der über Hochschulen, Kultur und soziale Bewegungen Einfluss in den USA genommen haben soll. Für Rainer Schultz, Historiker und Leiter des CASA-Instituts in Havanna, greift diese Lesart zu kurz – und folgt einer politischen Strategie. Im Interview spricht er über Wissenschaftsdiplomatie, akademische Freiheit, reale Einflussrisiken und die Frage, ob Kuba zum Symbol eines größeren innenpolitischen Konflikts in den USA gemacht wird.
Herr Schultz, der Bericht liest sich nicht nur als Sicherheitsanalyse, sondern auch als ideologisches Gegennarrativ zur kubanischen Revolution. Wie belastbar sind seine Vorwürfe – und wo beginnt die politische Deutung?
Die politische Deutung beginnt aus meiner Sicht bereits im ersten Satz. Natürlich enthält der Bericht einzelne historisch belastbare Beispiele und reale Kontakte. Diese werden jedoch häufig aus ihrem Zusammenhang gelöst und in ein neues Narrativ eingefügt, das einem politischen Ziel dient.
Es geht dabei nicht nur um ein Gegennarrativ zur kubanischen Revolution. Der Bericht richtet sich, so meine Lesart, gegen eine emanzipative Geschichtsschreibung insgesamt – gegen Dekolonialisierung, soziale Bewegungen und politische Erneuerungsprozesse seit dem Zweiten Weltkrieg.
Sehr unterschiedliche historische Ereignisse werden dabei miteinander verknüpft: der Anti-Apartheid-Kampf in Südafrika, der ANC und Nelson Mandela, Konflikte in Palästina, die Entkolonialisierung Afrikas, soziale Bewegungen in den USA und politische Veränderungen in Lateinamerika. All das wird in eine kubanische Verantwortung hineingelesen.
Ein Beispiel ist Nelson Mandela: Er galt in den USA lange als Terrorist, wurde später aber als Friedensnobelpreisträger Teil des etablierten historischen Narrativs. Nun wird versucht, diese Geschichte erneut umzudeuten. Ähnlich verhält es sich mit Black Lives Matter. Der Bericht erweckt den Eindruck, die kubanische Revolution habe seit ihren Anfängen versucht, schwarze Bewegungen und Bewegungen von People of Color in den USA zu steuern, zu instrumentalisieren und zu Gewalt anzustiften.
Verkürzt gesagt lautet die Botschaft: Die Gewalt rund um Black Lives Matter sei letztlich aus Havanna hervorgegangen. Als Beleg werden angebliche Äußerungen Fidel Castros angeführt, Kuba könne über seinen Einfluss auf schwarze Bewegungen „Race Riots“ in den USA auslösen. Das halte ich für stark überzogen und aus dem Kontext gerissen.
Ja, es gab Kontakte zwischen politischen und sozialen Bewegungen in den USA und Kuba. Auch Gruppen wie die Black Panther Party oder Weather Underground hatten teilweise Verbindungen nach Kuba; vereinzelt wurde politisches Asyl gewährt. Aber das ist kein kubanischer Sonderfall. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist voller Beispiele von Staaten, die politisch Verfolgten Asyl gewährt haben – auch Menschen, die in ihren Herkunftsländern wegen schwerer Straftaten oder politischer Gewalt verurteilt worden waren. Denken wir nur an die vielen Nazi-Kollaborateure, die in den USA, aber auch Lateinamerika nicht nur Asyl fanden, sondern z. T. auch aktiv in Staatsaufgaben eingebunden wurden.
privat
Rainer Schultz ist Historiker und leitet seit 2015 das CASA-Institut in Havanna, an dem auch die Harvard University beteiligt ist. Zuvor koordinierte er das Cuban Studies Program an der Harvard University und wirkte an Kooperationen, Veranstaltungen und Abkommen zwischen Harvard und Havanna mit.
Der Bericht macht aus einzelnen, realen Kontakten ein umfassendes Steuerungsnarrativ. Damit werden soziale Bewegungen, die teilweise auch gewaltsame Elemente hatten, pauschal als terroristisch, fremdgesteuert und von Havanna kontrolliert dargestellt. Das ist ein politisches Projekt: Kuba soll diskreditiert und eine härtere Politik gegen die Insel dadurch weiterhin gerechtfertigt werden. Denn wer selber Terror sät, der darf, sicher auch militärisch bestraft werden.
Harvard verstand den akademischen Austausch mit Kuba offenbar als Brücke. Kann Wissenschaftsdiplomatie in einem autoritären Staat überhaupt neutral sein – oder wird sie zwangsläufig Teil staatlicher Außenpolitik?
Harvard und andere US-Universitäten haben diese Kooperationen nicht nur als Brücke verstanden, sondern als Raum für Dialog, gemeinsame Forschung und Erkenntnisgewinn. Es ging um Themen wie Klimawandel, Meeresbiologie, das Erbe der Sklaverei, soziale Reformen oder Ungleichheit. Der Anspruch war, gemeinsam an Problemen zu arbeiten und Lösungen zu entwickeln, voneinander zu lernen. Ähnliche Programme hatte Harvard auch mit China und vielen anderen „Entwicklungsländern“. Neben dem tatsächlichen Wissensaustausch und gemeinsamer Forschung ist dies natürlich auch Netzwerken und softpower. Nicht selten werden gute Wissenschaftler später auch Regierungsberater. Allein während der ersten 15 Jahre unseres Cuban Studies Program haben wir in Harvard etwa 100 kubanische Wissenschaftler eingeladen. Von Anthropologen bis Zoologen, aus allen Disziplinen.
Und dies war auch der Ansatz der Harvard-Projekte, die ich begleitet habe: Wissenschaft als Erkenntniserweiterung und als Beitrag zum gesellschaftlichen Nutzen – für Menschen in beiden Ländern, deren Steuergelder oder private Mittel diese Systeme finanzieren.
Natürlich kann man Kuba auch als autoritären Staat bezeichnen. Es handelt sich um ein Einparteiensystem mit erheblichen Einschränkungen. Zugleich ist die Frage, ob Wissenschaftsdiplomatie „neutral“ sein kann, grundsätzlich breiter. Wissenschaft findet nie außerhalb realer Machtverhältnisse statt.
Auch die USA zeigen autoritäre Tendenzen, etwa wenn politische Entscheidungen, sogar Kriege, wie zuletzt gegen Iran, zunehmend per Präsidialdekret getroffen werden. Deshalb sollte man die Frage nicht nur in eine Richtung stellen.
Wissenschaftlicher Austausch bewegt sich zudem immer auch unter außenpolitischen Rahmenbedingungen. In Deutschland wird etwa der DAAD aus öffentlichen Mitteln, auch vom Auswärtigen Amt, finanziert. In den USA ist das System anders organisiert, weil Universitäten und private Stiftungen eine größere Rolle spielen. Dennoch gibt es staatliche Vorgaben und politische Interessen.
Im Fall Kuba existiert seit den 1990er-Jahren auch die Idee einer Track-II-Diplomatie: informelle Kontakte über Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, die politische Annäherung ermöglichen oder vorbereiten sollen. Dafür fließen nachvollziehbar öffentliche Gelder in wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Projekte. Manche davon haben ausdrücklich politische Zielsetzungen.
Kuba: Sowjet-Auto fährt in Pinar del Río an Haus mit Kubas und 26.-Juli-Flaggen vorbei.
© Yamil Lage
Das wird in Kuba kritisch gesehen – und führt dort zu Einschränkungen. Nicht jedes Forschungsprojekt wird genehmigt, einige US-Wissenschaftler dürfen nicht einreisen. Das sind reale Problemfelder. Sie zeigen aber vor allem: Wissenschaft bewegt sich nicht in einem neutralen Raum, sondern innerhalb einer konfliktreichen bilateralen Beziehung. Die USA verfolgen gegenüber Kuba seit Jahrzehnten offen das Ziel eines politischen Systemwandels. Entsprechend prüft die kubanische Regierung wissenschaftliche Vorhaben aus den USA unter diesem Vorbehalt.
Die US-Regierung warnt vor Einflussnetzwerken, Geheimdienstkontakten und politischer Instrumentalisierung. Müsste dieselbe Skepsis nicht auch für amerikanische Universitäten gelten, wenn sie im Ausland Werte, Netzwerke und politische Deutungen exportieren?
Ja, selbstverständlich. Wissenschaft und Kultur prägen Meinungen. Wissenschaftler treten als Experten in Medien auf, beraten Regierungen und beeinflussen gesellschaftliche Debatten. Deshalb sind diese Bereiche für Staaten und auch für Nachrichtendienste grundsätzlich interessant.
Das gilt nicht nur für Kuba. Die USA versuchen, wie andere Großmächte auch, in anderen Ländern Einfluss zu nehmen – direkt oder indirekt, über Förderprogramme, Netzwerke, Stiftungen und öffentliche Diplomatie. Das muss keine Verschwörungstheorie sein. Häufig geschieht es über Werte, Förderkriterien und langfristige Zielvorgaben.
Regierungsgelder können Forschungs- und Wissenschaftsprojekte ermöglichen. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die oft nicht gut bezahlt werden, ist das attraktiv. Solche Finanzierung hat langfristig politische Bedeutung und generiert auch Abhängigkeiten, die dann eine vermeintliche wissenschaftliche Neutralität infrage stellen.
Die entscheidende Frage muss deshalb für alle Seiten gelten: Wer finanziert Projekte, welche Ziele werden formuliert und wie unabhängig bleiben Forschung, Lehre und Publikation tatsächlich?
Wer entscheidet, wann Austausch Dialog ist – und wann er als Einflussoperation gilt? Sind die Maßstäbe der USA universell anwendbar oder vor allem Ausdruck eines geopolitischen Konflikts mit Havanna?
Das lässt sich nicht abstrakt beantworten, sondern hängt immer vom Einzelfall ab. Auf kubanischer Seite entscheiden im Wesentlichen staatliche Stellen, vor allem das Außenministerium und die zuständigen Institutionen für Hochschul- und internationale Zusammenarbeit. Internationale Veranstaltungen, Vereinbarungen und Auftritte von Gastwissenschaftlern müssen in der Regel genehmigt werden.
Das geschieht gerade wegen des Verdachts, dass wissenschaftliche Projekte auch politische, aus kubanischer Sicht verfassungsfeindliche Absichten verfolgen können.
Aber auch die USA reagieren auf solche Verdachtsmomente. Es gab Fälle, in denen chinesische Wissenschaftler an US-Eliteuniversitäten unter Spionageverdacht gerieten, von Programmen ausgeschlossen oder strafrechtlich verfolgt wurden. Israelkritische Wissenschaftler wurden ausgeladen oder ihnen sogar die Einreise ins Land verboten. Insofern ist die Logik grundsätzlich universell: Staaten reagieren auf vermutete Einflussnahme mit unterschiedlichen Mechanismen.
Der Deutsche Rainer Schultz vertritt die Harvard-Universität in Havanna.
© privat
Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Machtverhältnisse. Aus meiner Sicht ist es absurd anzunehmen, Kuba könne die nationale Sicherheit der USA ernsthaft gefährden. Der Bericht konstruiert diesen Eindruck. Im Verhältnis zu China wäre die Frage aufgrund ganz anderer finanzieller, technologischer und personeller Möglichkeiten anders zu bewerten.
Harvard steht für globale Elitebildung und den Anspruch, Wissenschaft über politische Grenzen hinweg zu organisieren. Wird Kooperation mit Kuba damit zum Sicherheitsrisiko – oder zum Testfall dafür, ob akademische Freiheit auch gegenüber politischen Gegnern des Westens gilt?
Genau das ist eine der zentralen Fragen. Droht in den USA eine neue Einschränkung wissenschaftlicher Freiheit?
Man erinnert sich an die McCarthy-Ära des Antikommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals führten politische Konflikte zu massiven Eingriffen in Wissenschaft, Kultur und öffentliche Debatten. Auch in Deutschland gab es Berufsverbote gegen Personen, die im Verdacht standen, mit verfassungsfeindlichen oder gewaltbereiten Organisationen in Verbindung zu stehen.
Eine große Stärke der amerikanischen Wissenschaft war lange, dass sie trotz politischer Gegensätze Austausch und gemeinsame Forschung über Grenzen hinweg ermöglichte. Das war nie frei von Konflikten oder Einflussnahme. Aber der aktuelle Bericht ist aus meiner Sicht ein deutlicher Vorstoß in Richtung Einengung und Kriminalisierung.
Dazu passt, dass in den USA bereits Bücher aus öffentlichen Bibliotheken entfernt werden und Studienfelder wie Critical Race Theory oder Gender Studies unter Druck geraten. Nun könnten auch Forschungsprojekte zu Ländern und Bewegungen, die mit sozialen oder antikolonialen Befreiungsbewegungen verbunden werden, stärker unter Verdacht geraten.
Es wird versucht, eine direkte Verbindung zwischen Wissenschaft, Politik und Gewalt herzustellen. Das kann weitreichende Folgen für die akademische Freiheit haben.
Der Bericht beschreibt kubanische Hochschulen als Teil des Staats- und Ideologieapparats. Wie unabhängig kann eine Partnerschaft sein, wenn eine Seite nur eingeschränkt frei forschen, lehren oder reisen kann? Und welche Verantwortung hat die stärkere Institution?
Mexiko-Stadt: Tausende demonstrieren am 26.07.2026 gegen US-Embargo und für Kuba zum 73. Jahrestag des Moncada-Angriffs.
© Wu Wei/ imago
Die kubanische Wissenschaft ist stark staatlich und öffentlich geprägt. Das ist zunächst kein Alleinstellungsmerkmal; viele Länder verfügen über starke öffentliche Bildungsstrukturen. In Kuba war das vor der Revolution anders: Damals gab es einen großen und einflussreichen privaten Bildungssektor, sowohl in Schulen als auch an Universitäten. Nach 1959 veränderte sich das grundlegend.
Natürlich gibt es politische und ideologische Grenzen. Aber die Aussage, kubanische Wissenschaftler könnten nicht forschen, lehren oder reisen, muss differenziert werden. In den rund 15 Jahren, in denen ich das Harvard-Programm begleitet habe, konnten wir mehr als 100 kubanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Harvard einladen. Umgekehrt reisten zahlreiche US-Forscher und Studierende nach Kuba.
Es gab und gibt also Spielräume für Austausch, Forschung und Meinungsäußerung. Die Verantwortung finanzstärkerer Institutionen besteht aus meiner Sicht darin, solche Räume zu ermöglichen und dauerhaft offen zu halten. Deutsche und europäische Diplomaten und Wissenschaftler unterstützen diese Prozesse zum Glück, aber wir könnten sehr viel mehr tun.
Der DAAD und viele deutsche Universitäten haben wichtige gemeinsame Forschungsprojekte, beispielsweise zur Aufarbeitung der Pandemie, erneuerbare Energien oder auch Sommerschulen zu Wirtschafsreformen. Das ist toll und sollte unbedingt weiter geschehen. In Kuba gibt es trotz aller Krise, gerade wenn wir die Wissenschaftscommunity auch transnational denken, ein großes wissenschaftliches Potenzial. Es wäre wünschenswert, wenn Deutschland und die EU eine konstruktive Rolle in Kubas Transformationsprozess spielen könnten, Wenn auf respektvoller Ebene, ohne politische Konditionierung an den enormen gesellschaftlichen Herausforderungen gearbeitet werden kann.
Der Fall Víctor Manuel Rocha zeigt, wie Biografien, Eliten, Netzwerke und staatliche Interessen ineinandergreifen können. Belegt ein solcher Einzelfall ein strukturelles Versagen von Harvard – oder wird die Reputation der Universität für eine größere politische Erzählung genutzt?
Ich würde nicht von einem Versagen Harvards sprechen. Eher zeigt der Fall, dass eine Eliteuniversität Menschen Zugänge, Kontakte und Karrieremöglichkeiten eröffnet. Das gilt für viele Institutionen dieser Art.
Wenn Menschen – wie in einigen der im Bericht genannten Fälle behauptet wird – aus ideologischer Überzeugung für eine andere Seite tätig werden, lässt sich das kaum durch institutionelle Filter vollständig verhindern. Solche Fälle wären auch außerhalb von Harvard möglich.
Natürlich kann eine Universität junge Intellektuelle prägen und Netzwerke hervorbringen. Genau das wird Kuba im Bericht vorgeworfen: Man habe gezielt Studierende und Intellektuelle angesprochen, Kontakte gepflegt und später als Informationsquellen genutzt. Aber daraus folgt nicht automatisch eine institutionelle Verantwortung der Universität.
Es handelt sich um Einzelfälle. Zugleich werden sie in dem Bericht für eine größere Erzählung genutzt: für den Konflikt zwischen der konservativen, MAGA-geprägten politischen Bewegung und liberaleren, weltoffenen Hochschulinstitutionen in den USA.
Der Bericht kann deshalb auch als Angriff auf die kulturelle und politische Offenheit amerikanischer Universitäten gelesen werden. Diese Offenheit wird mit radikalen, gewaltsamen oder staatsfeindlichen Bewegungen in Verbindung gebracht – und damit delegitimiert.
Die Frage reicht über Kuba hinaus: Sollten westliche Spitzenuniversitäten Kooperationen mit autoritären Staaten abbrechen, begrenzen oder bewusst als Räume für kritischen Kontakt offenhalten? Und wer definiert dabei das Risiko?
Der Bericht versucht aus meiner Sicht, soziale und politische Bewegungen in den USA, die wachsende Ungleichheit und gesellschaftliche Unzufriedenheit thematisieren, mit einem internationalen Bedrohungsbild zu verbinden. Dazu gehören etwa Bewegungen gegen Rassismus, progressive Kräfte innerhalb der Demokratischen Partei oder politische Akteure, die Umverteilung und eine grundlegende Reform staatlicher Strukturen fordern.
Blick auf Havanna.
© Ramon Espinosa
Indem diese Kräfte mit Ländern wie Kuba, Iran, Russland, China oder Nordkorea in Verbindung gebracht werden, entsteht ein einfaches Feindbild: Alles wird in einen Topf geworfen, Kuba erscheint als Knotenpunkt eines globalen Netzwerks, das auch gewaltsam gegen die USA und den Westen arbeite.
Dieses Narrativ erfüllt zwei Funktionen. Erstens können dadurch schärfere Maßnahmen gegen Kuba gerechtfertigt werden – von Sanktionen bis hin zu weitergehenden politischen oder militärischen Optionen. Zweitens entsteht ein Weltverschwörungsbild, in dem soziale, politische und wissenschaftliche Kritik als Teil einer äußeren Bedrohung erscheint.
Das kann dazu führen, dass Menschen Einschränkungen von Freiheitsrechten akzeptieren, weil diese als notwendige Abwehr eines großen äußeren Feindes dargestellt werden. In diesem Narrativ wird Kuba zum Symbol – nicht nur für außenpolitische Konflikte, sondern auch für innenpolitische Auseinandersetzungen in den USA.
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