Wieder blieben Passagiere am Flughafen zurück und mussten zusehen, wie ihre gebuchte Maschine ohne sie abhob. Diesmal betraf es einen Flug von Frankreich nach Marrakesch.
Wieder blieben Passagiere am Flughafen zurück und mussten zusehen, wie ihre gebuchte Maschine ohne sie abhob. Diesmal betraf es einen Flug von Frankreich nach Marrakesch.
Ein Ryanair-Flug von Tours-Val de Loire nach Marrakesch hob am Mittwoch, dem 11. März, ohne 24 angemeldete Passagiere ab. Diese waren zwar rechtzeitig am Flughafen, steckten aber so lange in den Sicherheits- und Zollkontrollen fest, dass der Pilot das Flugzeug ohne sie starten ließ - aus Rücksicht auf seinen Startslot. Über den Fall berichtet der französische Sender Ici.
Für die Betroffenen, wie Maxime, der mit Freunden in den Urlaub fliegen wollte, wirkte die Situation "komplett absurd". "Das Flugzeug startete dann ohne uns, kurz vor 13 Uhr, das ist unglaublich", so der Franzose.
Der Durchgang durch den Zoll und die Sicherheitskontrolle war endlos. "Wir haben dort mehr als anderthalb Stunden verbracht", so Maxime.
Der Flughafendirektor bezeichnete den Vorfall gegenüber Ici als "bedauerlich" und führte ihn auf drei Faktoren zurück: eine unangekündigte Kontrolle der Gendarmerie am gesamten Flughafen, die Einführung des neuen europäischen „Entry/Exit Systems“ (EES) mit vollständigen Grenzkontrollen für Flüge außerhalb des Schengen-Raums sowie den engen Startslot des Piloten, den dieser einhalten musste.
In einem Statement erklärte Ryanair gegenüber FOCUS online: "Aufgrund einer Sicherheitsüberprüfung am Flughafen Tours Loire Valley haben einige wenige Passagiere den Flug nach Marrakesch am 11. März verpasst." Es sei gängige Praxis, dass Flugsteige pünktlich geschlossen würden, um einen planmäßigen Abflug zu gewährleisten. Hätten sich die betroffenen Passagiere rechtzeitig am Flugsteig eingefunden, hätten sie den Flug gemeinsam mit den anderen 155 Passagieren antreten können, die sich pünktlich dort eingefunden hatten. "Wir bedauern, dass die Verzögerungen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Tours Loire Valley, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, dazu geführt haben, dass einige Passagiere ihren Flug verpasst haben“, so Ryanair.
Vor ein paar Tagen kam es zu einem ähnlichen Vorfall, mehrere Passagiere blieben auf Lanzarote zurück. Am Flughafen César Manrique-Lanzarote kam es zu massiven Verzögerungen bei der Passkontrolle für Nicht-Schengen-Reisende. Rund 89 Ryanair-Passagiere verpassten dadurch ihren Flug nach Bristol in Großbritannien.
Das Bodenpersonal musste das Gepäck der zurückgebliebenen Passagiere wieder aus dem Flieger holen. Das Flugzeug startete Berichten zufolge mit nur der Hälfte der Sitzplätze besetzt. Die Maschine landete schließlich mit 52 Minuten Verspätung in Bristol.
Das Entry/Exit System (EES) ist ein automatisiertes IT-System der EU zur Registrierung von Reisenden aus Nicht-EU-Staaten, das ab dem 12. Oktober 2025 schrittweise (bis 10. April 2026) eingeführt wird. Es ersetzt die manuelle Passstempelung durch die digitale Erfassung biometrischer Daten (Gesichtsbild, Fingerabdrücke) bei der Ein- und Ausreise im Schengen-Raum.