Rund 1000 Aktive der U-23-Klasse gehen auf der Wedau-Regattabahn an den Start. Im Hinterkopf spielt auch Olympia eine Rolle.
Eine Weltmeisterschaft ist gerade zu Ende gegangen, die andere beginnt jetzt. Dabei liegt es auf der Hand, dass die in vielfacher Hinsicht kritikbelasteten Titelkämpfe im Fußball der Männer in den USA, Kanada und Mexiko eine ganz andere Aufmerksamkeit auf sich zogen als der globale Wettkampf der U-23-Ruderinnen und -Ruderer, der ab diesem Donnerstag auf der Regattabahn im Duisburger Sportpark über die Bühne geht. Klar dürfte aber dabei auch sein: Wer Sport in seiner nicht kommerzialisierten Variante bevorzugt, kommt eher beim hiesigen Großereignis auf seine Kosten.
Weitere Artikel:Etwa 1000 junge Männer und Frauen werden bis Sonntag um 20 Titel kämpfen. Sie kommen aus genau 50 Nationen, die ihre Meldung abgegeben haben. Dabei sind alle Klassen vom Einer bis zum Achter am Start, natürlich auch die Leichtgewichte sowie zwei Bootsklassen der paralympischen Athletinnen und Athleten. In der U-23-Klasse wurde zuletzt im September 2020 auf der Wedau-Bahn um internationale Ehren gekämpft. Damals war es die Europameisterschaft, die terminlich allerdings unter einem unglücklichen Stern stand. Im September 2020 rollte gerade die zweite Corona-Welle an, weshalb auf Publikum verzichtet werden musste.
Das wird jetzt natürlich ganz anders sein. Auch die Rahmenbedingungen haben sich geändert, denn seit 2023 wurde die Regattabahn mit einem Volumen von 30 Millionen Euro modernisiert. Das neu gebaute Regattahaus wird am Mittwoch um 17.30 Uhr von Oberbürgermeister Sören LInk eingeweiht; eine Stunde darauf wird der Präsident des Weltruderverbands, Jean-Christophe Rolland, die WM offiziell eröffnen. Die ersten Rennen starten am Donnerstag um 9.05 Uhr. Eintrittskarten gibt es online unter duisburg2026.com sowie jeweils auch immer an einer Tageskasse. Der Eintritt zur Eröffnungsfeier ist frei.
Natürlich wird auch schon über die aktuelle WM hinausgeblickt. Die Region Köln-Rhein-Ruhr bewirbt sich um Olympische Sommerspiele, dabei ist Duisburg mit seiner bekannten Fachkompetenz für Rudern und Kanu vorgesehen. Regattabahnleiter Mirko Günther und sein Team werden folglich alles daran setzen, ihre bewährte Wettkampfstätte so gut wie möglich zu präsentieren. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst, der am Samstag beim Nations Dinner in der Schauinsland-Reisen-Arena die internationalen Gäste in seinem Land begrüßt, dürfte darauf hoffen, dass die Regattabahn sich olympiareif zeigt.
Wir wollen uns als perfekte Gastgeber zeigen.
Tobias Weysters, Organisationsleiter der WM
„Wir freuen uns auf großen Sport und freuen uns, dass wir auf einer der modernsten Strecken der Welt dem Nachwuchs optimale Bedingungen bieten, sein Können zu beweisen“, sagt Tobias Weysters, Organisationsleiter der Regatta. „Klar drücken wir der deutschen Crew die Daumen, dass sie mehr als nur die eine oder andere Medaille einfährt. Was zugleich mindestens so schön ist: Wir können die Welt des Rudersports bei uns hier begrüßen. Alle großen Nationen sind hier.“ Sein Vorstandskollege Thomas Küpper ergänzt: „Ich bin mir sicher, dass wir während der WM-Tage mehr als eine kommende Olympiasiegerin oder einen Olympiasieger sehen werden.“
DRV stellt größtes TeamMit 51 Athletinnen und Athleten stellt der Deutsche Ruderverband das größte Team bei der WM, gefolgt von den USA (48). Die Amerikaner sind bereits seit Freitag in Duisburg, seit Montag dürfen die Aktiven offiziell auf der Strecke trainieren. 250 Boote gilt es diesmal an der Regattabahn zu lagern.
Tobias Weysters beschreibt die Herausforderung: „Wir wollen uns als perfekte Gastgeber zeigen. Das beginnt mit der Anreise und endet nicht mit dem letzten Rennen. Zu einer gelungenen Regatta gehören die Unterbringung, der Transport und die Verpflegung der Teilnehmenden. Entscheidend aber ist die Atmosphäre während der Wettkampftage. Ich bin überzeugt, dass wir da wie schon bei den University Games einen positiven Eindruck hinterlassen werden.“
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