Wenn Ihnen Deutschland zu langweilig geworden ist und Sie ein Abenteuer im Ausland suchen, ist Auswandern immer eine Option. Doch wohin? Wir haben zum sechsten Mal 889 Städte auf der ganzen Welt analysiert und verraten die besten Ziele.
Wenn Ihnen Deutschland zu langweilig geworden ist und Sie ein Abenteuer im Ausland suchen, ist Auswandern immer eine Option. Doch wohin? Wir haben zum sechsten Mal 889 Städte auf der ganzen Welt analysiert und verraten die besten Ziele.
Um bei der Antwort zu helfen, haben wir dieses Jahr 889 Städte auf der ganzen Welt analysiert. Wo Sie letztendlich hingehen, ist natürlich eine höchst individuelle Entscheidung, die wir aber vielleicht etwas einfacher machen können. Basierend auf Daten der Vergleichswebseite Numbeo sowie des Karrierenetzwerkes LinkedIn sind folgende Faktoren in unsere Analyse eingeflossen:
In jeder Kategorie kann eine Stadt maximal 100 Punkte erreichen. Für die Gesamtpunktzahl wurden die einzelnen Kategorien gewichtet. Gehalt und Jobchancen spielen dadurch etwa eine größere Rolle als Wetter und Luftqualität. Außerdem berücksichtigen wir für die Top-Ten-Liste nur jeweils eine Stadt pro Land und haben mit München eine deutsche entfernt, die es sonst in diese Liste geschafft hätte.
Bevor Sie die Top Ten lesen, noch eine Einschränkung: Die vorgestellten Städte sind nur nach den oben beschriebenen Kriterien die besten. Was wir nicht bewerten können, ist etwa das soziale Leben in einer Stadt, welche Sprachen dort gesprochen werden und unter welchen Bedingungen Deutsche ein (Arbeits-)Visum für das jeweilige Land erhalten. Außerdem fließen keine persönlichen Vorlieben ein. Vielleicht findet die Mehrheit das Wetter in der Karibik schön, Sie mögen es aber lieber kalt – dann überspringen Sie diese Stadt einfach.
Städte aus dem Vereinigten Königreich sind oft bei Auswanderern gut bewertet. Derby schafft es dabei zum zweiten Mal nach 2022 in die Top Ten. Die Stadt mit rund 250.000 Einwohnern liegt rund 200 Kilometer nördlich von London. Im 18. Jahrhundert war Derby eine der Hochburgen der industriellen Revolution. Heute lebt die Stadt von der Auto- und Bahnindustrie. Rolls-Royce und Toyota haben hier etwa Werke, ebenso der Gleisbauer Bombardier.
Derby holt die meisten Punkte mit der Kaufkraft, die Ihnen ein durchschnittlicher Lohn dort einbringt. Der liegt bei rund 3100 Euro netto im Monat, was ebenso ein Platz unter den besten 200 Städten ist wie die Noten für die Zahl der freien Jobs, das Gesundheitssystem und die Luftqualität. Abstriche müssen Sie bei der Kriminalitätsrate machen, die nur auf weltweitem Durchschnitt liegt. Die Mieten sind zwar knapp 40 Prozent günstiger als in Berlin, die Lebenshaltungskosten insgesamt aber auf demselben Niveau.
Auch Wien meldet sich nach 2024 zum zweiten Mal in den Top Ten an. Rund zwei Millionen Menschen – ein Fünftel der gesamten Bevölkerung Österreichs – leben hier an der Donau. Wien ist ob seiner historischen Bauten eine Pracht, aber auch Sitz vieler internationaler Konzerne aus sämtlichen Branchen, die von hier aus ihr Osteuropa-Geschäft steuern.
Die besten Noten gibt es für Gesundheitssystem, Luftqualität, das Verkehrssystem und die Kaufkraft im Vergleich zu Berlin. Am schlechtesten schneidet die Metropole bei den hohen Mieten und Lebenshaltungskosten ab. Wien ist hier kaum günstiger als die deutsche Hauptstadt. Zudem wird das Klima nur durchschnittlich beurteilt.
Helsingborg rutscht gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze ab, bleibt aber im Ranking. Die Stadt im Süden Schwedens in Sichtweite Dänemarks mag nur rund 100.000 Einwohner beherbergen, aber auch den zweitgrößten Hafen des Landes. Entsprechend macht der Handel den Großteil der Wirtschaftskraft aus, aber auch Lebensmittel, Chemie und Pharma sowie ein schnell wachsender Dienstleistungssektor haben sich hier etabliert. Für die Zeit nach Feierabend lockt Helsingborg mit einer der höchsten Kneipendichten Schwedens.
Top-Bewertungen erhält die Stadt für das fünftbeste Gesundheitssystem. Die Kaufkraft landet auf Platz 31, das Verkehrssystem auf Platz 57 und das Nettogehalt von 2800 Euro im Schnitt pro Monat auf Platz 157. Während alle anderen Werte um den weltweiten Durchschnitt oder darüber liegen, gibt es nur wenig Punkte in puncto Sicherheit. Die Kriminalitätsrate gehört zu den 200 höchsten auf der Welt, was etwa dem Niveau von London, Athen und Abidjan entspricht.
Aalborg war von 2021 bis 2023 in den Top Ten, seitdem hat es keine dänische Stadt mehr in die Liste geschafft. Das gelingt jetzt erstmals Odense. Die mit rund 185.000 Einwohnern drittgrößte Stadt des Landes liegt auf der Insel Fünen. Berühmtester Sohn Odenses ist der Schriftsteller Hans Christian Andersen, dem hier auch ein Museum gewidmet ist. Wirtschaftlich ist Odense eine Industriestadt, die von Schiffbau, Elektro- und Textilfabrikanten lebt. Auch Lebensmittelhersteller haben hier ihren Sitz, 2017 baute zudem Facebook(Meta) ein Rechenzentrum.
Odense lockt Auswanderer mit der zehntbesten Kaufkraft der Welt. Das Gesundheitssystem landet zudem auf einem exzellenten 26. Platz. Das Nettogehalt von durchschnittlich 3800 Euro im Monat gehört zu den 50 besten der Welt. Entsprechend hoch sind aber auch Mieten und Lebenshaltungskosten, die sich mit Berliner Niveau vergleichen können. Und das dänische Klima ist nicht jedermanns Sache.
Direkt neben der Hauptstadt Seoul liegt mit Incheon eine weitere südkoreanische Millionen-Metropole. Drei Millionen Menschen sind hier heimisch. Sie leben hauptsächlich von der Industrie. Zahlreiche Autokonzerne haben etwa Werke in Incheon. Als zweite Standbeine dienen die Frachtindustrie mit dem viertgrößten Frachtflughafen der Welt und die Biotech-Industrie. Von Frankfurt aus brauchen Sie rund 10,5 Flugstunden für die 8500 Kilometer hierhin.
Incheon war Sieger bei der ersten Ausgabe des Städterankings 2021, verabschiedete sich dann aber bis vergangenes Jahr aus den Top 10. Dieses Jahr geht es von Platz sieben auf sechs nach oben. Die Stadt hat nach Ansicht von Auswanderern das beste Gesundheitssystem der Welt. Das Verkehrssystem landet auf Platz 60, die örtliche Kaufkraft knapp außerhalb der Top 100. Mieten und Lebenshaltungskosten sind durchschnittlich, die schlechtesten Bewertungen gibt es für die Umweltverschmutzung und das Klima.
Den Haag gewann das Ranking 2023 und 2024, fiel 2025 auf Platz 2 und jetzt auf Platz 5 ab. Die Stadt mit ihren 550.000 Einwohnern ist Sitz der niederländischen Regierung. Außerdem thronen hier der niederländische König, der Internationale Gerichtshof, der Internationale Strafgerichtshof, Europol und viele andere internationale Organisationen. Für Kulturliebhaber gibt es zahlreiche Kunstmuseen.
Den Haag verdankt seinen Platz der Tatsache, dass es in fast allen Kategorien mindestens zu den 200 am besten bewerteten Städten gehört. Die meisten Punkte holt die Stadt für das durchschnittliche Nettogehalt von 3900 Euro, das gute Gesundheitssystem, die niedrige Kriminalitätsrate und die hohe Kaufkraft des Euro. Die einzige Ausnahme von den guten Werten sind die Mieten und Lebenshaltungskosten. Sie zahlen hier bis zu 20 Prozent mehr als in Berlin.
Aufsteiger des Jahres ist diesmal Suzhou aus China, das um 118 Plätze nach oben und in die Top Ten schießt. Dort verdrängt es Shenzhen, das im Vorjahr als beste chinesische Stadt Platz 5 belegte. Suzhou liegt im Osten Chinas unweit der Metropole Shanghai am Ostchinesischen Meer. 12,7 Millionen Menschen leben hier in einer der ältesten Städte Chinas, die zudem das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf des Landes aufweist. Suzhou beherbergt Produktionsstätten vieler internationaler Konzerne wie Samsung, Apple, Logitech, dem Pharmariesen GlaxoSmithKline und Philips. Aus Deutschland sind hier etwa die Autozulieferer ZF Friedrichshafen und Knorr-Bremse vertreten, die Schott AG aus Mainz produziert hier Kochfelder.
Suzhou punktet mit der elft-niedrigsten Kriminalitätsrate der Welt. Außerdem sind hier derzeit rund 66.000 Jobs ausgeschrieben, ebenfalls ein Top-100-Wert. Gut bewertet ist auch das Verkehrssystem, Mieten und Lebenshaltungskosten liegen rund 50 bis 70 Prozent unter Berliner Niveau. Wenig Punkte gibt es für Umweltverschmutzung und Luftqualität, auch das Klima wird unterdurchschnittlich bewertet. Zudem ist das durchschnittliche Nettogehalt mit rund 1100 Euro nicht üppig.
Die Hauptstadt der Region Flämisch-Brabant mit rund 100.000 Einwohnern entzückt mit seiner Altstadt und der großen Universität. Zudem hat hier der globale Bierbrauer Anheuser-Busch InBev seinen Hauptsitz. Die Uni, die als innovativste Europas gilt, produziert daneben viele Spin-Off-Unternehmen im Tech- und Elektronik-Bereich. Von Deutschland aus ist es ein Katzensprung nach Löwen. Aachen liegt nur rund 100 Kilometer entfernt.
Löwen landet das vierte Jahr in Folge in den Top Ten und mit Platz 3 so hoch wie nie. Die meisten Punkte holt die Stadt mit dem drittbesten Gesundheitssystem aller Städte im Ranking. Zudem ist die Kriminalitätsrate niedrig und das Jobangebot in Stadt und Region üppig. Das durchschnittliche Nettogehalt von 2900 Euro kann sich ebenfalls sehen lassen. Lediglich bei Mieten und Lebenshaltungskosten gibt es schlechtere Noten, diese liegen aber immer noch etwas unter Berliner Niveau.
Virginia Beach ist erstmals im Ranking vertreten und stürmt gleich auf Platz 2. Die Stadt mit rund 460.000 Einwohnern liegt, wie der Name vermuten lässt, an der Atlantik-Küste des US-Bundesstaates Virginia. Hier wurde 1607 die älteste Siedlung englischer Kolonisten gegründet, die bis heute Bestand hat. Zudem führt ein Untersee-Internetkabel von hier nach Bilbao in Spanien. Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Militär, welches hier eine Navy-Basis unterhält. Mit dem Versicherer Geico und dem deutschen Maschinenbauer Stihl sind aber auch andere Branchen prominent vertreten.
Virginia Beach holt gleich in vier Kategorien Top-100-Platzierungen: Die Umweltverschmutzung landet auf Platz 70, die Kaufkraft auf Platz 40, die Zahl der offenen Jobs – rund 100.000 – auf Platz 47 und das Nettogehalt von durchschnittlich 3600 Euro auf Platz 56. Nur im weltweiten Durchschnitt liegt die Kriminalitätsrate sowie die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Die Mieten sind sogar 20 Prozent höher als in Berlin.
Yokohama verteidigt seinen Spitzenplatz aus dem Vorjahr und siegt zum zweiten Mal in Folge. Rund 3,8 Millionen Menschen leben hier. Die Stadt besitzt einen der wichtigsten Handelshäfen Japans, entsprechend spielt die Schifffahrt hier eine große Rolle. Aber auch bekannte Unternehmen wie Nissan haben ihren Hauptsitz in der Stadt.
Yokohama erzielt den höchsten Rang bei der Kaufkraft mit Platz 11 weltweit. Die Kriminalitätsrate ist so niedrig, dass sie Platz 23 belegt. 66.000 offene Stellen bedeuten Platz 73 und das Gesundheitssystem schafft es mit Platz 97 ebenfalls in die Top 100 der Welt. In neun von zehn Kategorien platziert sich Yokohama besser als der weltweite Durchschnitt, lediglich das Verkehrssystem landet darunter.
Hier finden Sie die Vorjahreslisten:
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