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Mit Albtraum-Baustelle „sollen Mieter mürbe gemacht werden”

Дата публикации: 28-03-2026 19:31:00

Seit Monaten leben Mieter im Hamburger Abendrothsweg im Baustellen-Chaos: Kritiker sprechen von gezielter Entmietung.

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Seit Monaten leben Mieter im Hamburger Abendrothsweg im Baustellen-Chaos: Kritiker sprechen von gezielter Entmietung.

Seit knapp einem Jahr leben die Bewohner des Mehrfamilienhauses im Hamburger Abendrothsweg 61 im Ausnahmezustand. Denn der neue Eigentümer des 60er-Jahre-Klinkerbaus, die Immobiliengesellschaft Hamburg-Berlin Grundbesitz (HBG), führt umfassende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im gesamten Gebäude durch. 

Die Hälfte der zwölf Wohnungen steht bereits leer. Sechs Mieter harren noch in ihren Wohnungen aus und lassen die Baumaßnahmen über sich ergehen. 

Mieter beklagen unhaltbare Zustände während Bauarbeiten

Sie berichten der Mopo von Schimmel und kaputten Heizungen. Hinzu kämen Baulärm, Staub, offenstehende Türen, Durchzug. Zudem wurden, so ein weiterer Vorwurf, neue Fenster, die in den Wohnungen eingebaut werden sollen, ohne Zusage der Mieter auf ihren Balkonen gelagert. 

Reaktionen der HBG auf die Missstände habe es kaum gegeben. Auch ein ausführlicher Bau- und Zeitplan sei nicht vorgelegt worden.

Auch die Kommunikation mit der HBG sei schwierig. „Es wird immer viel versprochen, aber am Ende passiert nichts“, sagt ein Mieter, der vergeblich auf nach eigener Aussage zugesagte Rückzahlungen wartet. Eine generelle Mietminderung wurde den Parteien bislang nicht angeboten.

„Meine Mutter war eingesperrt!“

Das Fass zum Überlaufen brachte der Bau eines Fahrstuhls. Dafür wurde vor dem Eingang eine riesige Grube ausgehoben. Der Weg ins Haus führt nun über die Garage und den Keller. Doch der schmale Weg ist mit Baumaterialien vollgestellt, führt über Rollsplit und über die steile Garagenauffahrt. 

„Das entspricht nicht den Sicherheitsstandards und ist für eine Frau mit Rollator absolut unmöglich!“, empört sich eine Mieterin.

„Damit sollen die Mieter mürbe gemacht werden”

Kürzlich musste eine 87 Jahre alte Bewohnerin wegen plötzlichem Bluthochdruck und Atemnot – auch ihre Wohnung ist massiv von Schimmel befallen – den Notdienst alarmieren. Nur mithilfe der Feuerwehr konnten die Sanitäter sie aus dem Haus manövrieren. Die Tochter der 87-jährigen Bewohnerin bestätigt: „Meine Mutter war eingesperrt!“

Nicht nur die Anwohner halten das für unzumutbar. Auch Mietervereins-Chef Rolf Bosse ist entsetzt. Er sieht ein eklatantes Sicherheitsrisiko für die Bewohner. „Die Baumaßnahmen kommen als Entmietung daher. Damit sollen die Mieter mürbe gemacht werden, um sie letztlich loszuwerden“, sagt Bosse.

Mieterverein fordert einen Baustopp im Abendrothsweg

Er hofft auf Unterstützung des Bezirksamts und fordert einen Stopp der Bauarbeiten: „Es macht viel Aufwand, sich um seine Rechte zu kümmern. Und das nutzen Vermieter gnadenlos aus. Aber die Mieter dürfen sich nicht entmutigen lassen: Je massiver man auftritt, desto besser schützt man seine Rechte!“ Auf eine schriftliche Anfrage der Mopo äußert sich die HBG nicht zu den Vorwürfen.

Vor Beginn der Bauarbeiten hat die HBG den verbliebenen Mietern fünfstellige Summen für einen Auszug angeboten. Für Immobiliengesellschaften lohnen sich diese Zahlungen. Das Geschäftsmodell: Ältere Immobilien kaufen, modernisieren und dann als Kapitalanlage oder Eigenheim teuer zu verkaufen.

Für viele Mieter sind solche Immobiliengeschäfte beängstigend. Nicht ohne Grund: Denn Wohnraum in Hamburg ist knapp. Wer einmal seinen alten Mietvertrag aufgibt, wird sich eine Neuvermietung in derselben Lage kaum noch leisten können. Das bestätigt auch die Tochter der 87-Jährigen – und fragt: „Wo soll meine Mutter denn hin? Sie lebt seit 60 Jahren hier und ist hier verwurzelt!“

Von Katharina Langenbach

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Классификация: Недвижимость. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 16.8. Источник: rss.focus.de.