Makler kaufen gezielt Kontaktdaten von Eigentümern. Der Handel wächst, doch über den Verkauf entscheiden weiterhin Beratung und Marktkenntnis.
Makler kaufen gezielt Kontaktdaten von Eigentümern. Der Handel wächst, doch über den Verkauf entscheiden weiterhin Beratung und Marktkenntnis.
Als Immobilienmakler bekomme ich mittlerweile regelmäßig Anrufe von Unternehmen, die mir Eigentümerkontakte verkaufen möchten. Die Gespräche laufen meist ähnlich ab: exklusive Leads, vorqualifizierte Verkäufer und neue Aufträge auf Knopfdruck.
Neu ist dieses Geschäftsmodell nicht. Was mich jedoch immer wieder überrascht, ist das Ausmaß, das dieser Markt inzwischen angenommen hat. Denn rund um Eigentümerkontakte hat sich längst ein eigenes Geschäftsfeld entwickelt.
Marco von Reeken ist Immobilienexperte und wurde durch „mieten, kaufen, wohnen“ einem breiten Publikum bekannt. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
In der Immobilienbranche spricht man dabei von sogenannten „Leads”. Gemeint sind Kontakte von Eigentümern, die sich beispielsweise für eine Marktanalyse, eine Wertermittlung oder einen möglichen Verkauf interessieren. Viele Eigentümer betrachten eine solche Anfrage zunächst als reine Orientierung. Aus Sicht vieler Anbieter kann dieselbe Anfrage jedoch bereits ein potenzieller Verkaufsauftrag von morgen sein.
Genau deshalb haben Eigentümerkontakte einen erheblichen Wert. Je nach Anbieter werden solche Kontakte kostenpflichtig an einzelne Unternehmen vermittelt oder mehreren Interessenten gleichzeitig angeboten. Oft werden Anfragen zuvor eingeordnet und nach ihrer Attraktivität bewertet. Dahinter steckt ein Markt, den viele Eigentümer vermutlich gar nicht kennen.
Seit der Gründung meines Unternehmens vor 14 Jahren habe ich diesen Weg der Kundengewinnung nie genutzt. Die meisten Aufträge kamen über Empfehlungen, bestehende Kunden und mein persönliches Netzwerk zustande.
Das bedeutet nicht, dass Lead-Systeme grundsätzlich schlecht sind. Im Gegenteil: Für manche Eigentümer können sie ein schneller Weg sein, mit einem passenden Ansprechpartner in Kontakt zu kommen.
Trotzdem zeigt diese Entwicklung aus meiner Sicht, wie stark sich die Immobilienbranche verändert hat. Früher entstand der erste Kontakt zwischen Eigentümer und Makler häufig über das persönliche Umfeld oder die lokale Präsenz vor Ort. Heute können Eigentümerkontakte an vielen Stellen digital entstehen, vermittelt und gehandelt werden.
Hinzu kommen neue technische Möglichkeiten und künstliche Intelligenz, die viele Prozesse zusätzlich beschleunigen.
Fest steht für mich jedoch: Ein Eigentümerkontakt allein verkauft noch keine Immobilie. Entscheidend bleibt, was danach passiert. Denn am Ende gewinnt nicht derjenige, der einen Eigentümer zuerst erreicht. Entscheidend ist, wer ihn kompetent berät, den Markt versteht und ihn erfolgreich durch den Verkaufsprozess begleitet.
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