In Finnland verschwinden die letzten Überbleibsel der analogen Festnetztelefonie. Ein historischer Standard wird durch digitale Lösungen ersetzt.
In Finnland verschwinden die letzten Überbleibsel der analogen Festnetztelefonie. Ein historischer Standard wird durch moderne digitale Lösungen ersetzt.
Finnland vollzieht einen endgültigen Wandel in seiner Kommunikationsinfrastruktur. Mit der Stilllegung der letzten kupferbasierten Festnetze durch den Betreiber Elisa endet diesen Sommer eine Ära, die ihren Ursprung in den 1880er Jahren hatte. Damit verschwinden die klassischen Telefonanschlüsse im Laufe des Monats Juli fast vollständig aus dem nationalen Netz.
Wie das Nachrichtenportal „Diario do Comercio“ berichtet, ist dieser Prozess durch den Siegeszug der Glasfasertechnologie beschleunigt worden. Während der Bedarf an analogen Anschlüssen stetig sank, gewannen digitale Leitungen, die Internet und Sprachdienste vereinen, an Bedeutung. Die meisten großen Anbieter hatten ihre entsprechenden Infrastrukturen bereits in den vergangenen Jahren sukzessive zurückgebaut.
Der Rückgang der klassischen Festnetztelefonie ist eng mit dem Aufstieg der Mobilfunkindustrie verknüpft. Ausgerechnet der finnische Handyhersteller „Nokia“ war hier Vorreiter. Laut „Diario do Comercio“ erreichte die Verbreitung der Festnetzanschlüsse in privaten Haushalten ihren Zenit zwischen den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. Seither verlor die Technologie durch die zunehmende Mobilität der Nutzer kontinuierlich an Relevanz.
Zum Abschluss der analogen Ära tauschten sich der Geschäftsführer von Elisa, Topi Manner, und der Leiter der finnischen Verkehrs- und Kommunikationsbehörde, Jarkko Saarimaki, in einem letzten Telefonat aus. Dabei erinnerten sie an die Bedeutung des Festnetzes in vergangenen Jahrzehnten. Das Gespräch beendeten beide mit dem finnischen Ausdruck „kuulemiin“, was so viel bedeutet wie „wir sprechen uns später“.
In Deutschland ist die eigentliche Abschaltung des analogen Festnetzes im Kern bereits vollzogen: Die großen Netzbetreiber haben ihre Telefonie schrittweise auf IP-basierte Anschlüsse umgestellt, bei denen Gespräche nicht mehr über die frühere analoge oder ISDN-Technik laufen, sondern über das Internetprotokoll. Für viele Haushalte sieht ein Festnetzanschluss nach außen zwar noch wie gewohnt aus, technisch steckt dahinter aber meist bereits ein digitaler Anschluss über DSL, Kabel oder Glasfaser. Klassische Kupferleitungen spielen dabei weiterhin oft eine Rolle als physische Infrastruktur, vor allem bei DSL, doch die frühere Festnetztechnik selbst wird immer weiter verdrängt.
Laut der Bundesnetzagentur sollen die kupferbasierten Netze in den kommenden Jahren schrittweise durch Glasfaser ersetzt werden, allerdings nicht zu einem einheitlichen bundesweiten Stichtag.
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