Seit der Iran die Straße von Hormus wieder blockiert, steigen die Gaspreise stärker als die Ölpreise. Für Verbraucher kann das ein Problem bedeuten.
Seit der Iran die Straße von Hormus wieder blockiert, steigen die Gaspreise viel stärker als die Ölpreise. Für Verbraucher könnte das im Winter ein Problem werden.
Um rund 20 Prozent sind die europäischen Gaspreise am niederländischen Handelspunkt TTF seit Ende Juni gestiegen. Allein in den vergangenen Tagen schossen sie um fünf Euro pro Megawattstunde nach oben. Grund dafür ist, dass der Iran und die USA ihr Rahmenabkommen kündigten und die Straße von Hormus wieder blockiert wird. Mit jetzt 49 Euro liegen die Preise zudem immer noch fast 30 Prozent höher als vor dem Kriegsausbruch im Februar.
Die Ölpreise hingegen zeigen sich vom neuen Konflikt weit weniger beeindruckt. Der Kurs der Nordseesorte Brent stieg diese Woche zwar auch um rund sechs Prozent. Er liegt aber mit rund 77 Dollar pro Barrel sogar leicht unter dem Vorkriegsniveau.
An den Tankstellen kommt die jüngste Eskalation bisher weniger stark an als am Gasmarkt. Die Preise für Diesel und Benzin haben seit Beginn der neuen Kampfhandlungen nur leicht zugelegt. Diesel stieg im bundesweiten Durchschnitt von 1,93 auf 2,00 Euro pro Liter, Benzin von 2,00 auf 2,04 Euro. Das sind prozentual Anstiege von zwei bis vier Prozent, sogar noch unter dem Anstieg der Ölpreise.
Den Anstieg der Gaspreise spüren Verbraucher hingegen nicht so direkt. Er wird sich aber spätestens im Winter bemerkbar machen. Die Sommerzeit ist normalerweise die Periode, in der Gasversorger Erdgas einkaufen, um die Speicher für den Winter zu füllen. Tatsächlich hat die Befüllung in Deutschland dieses Jahr Ende Mai angezogen. Seitdem stiegen die Speicherstände in rund sechs Wochen von 28 auf 43 Prozent.
Der Grund für dieses Timing ist, dass Erdgas für gewöhnlich im Sommer am günstigsten ist, weil es dann eben auf der Nordhalbkugel wärmer ist und kaum Gas zum Heizen verwendet wird. Dieses Jahr ist es aber komplett anders. Kostet die Megawattstunde heute außerhalb jeder Heizperiode eben 49 Euro, waren es selbst zum Höchststand des vergangenen Winters Ende Januar nur 40 Euro.
Die Speicher nachzufüllen, kostet Gasversorger demnach in diesem Jahr mehr als in den Vorjahren. Tatsächlich lagen die Preise in den vergangenen beiden Sommern bei rund 30 bis 40 Euro je Megawattstunde. Heute sind es rund 25 bis 60 Prozent mehr. Die höheren Kosten der Versorger werden sich dann bei dynamischen Gasverträgen oder bei der Verlängerung bestehender Verträge in höheren Preisen niederschlagen.
Wie stark das Ihre Rechnung am Ende erhöht, lässt sich schwer sagen. Bei Kriegsbeginn im Februar stieg der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde für Haushalte von 9,9 auf 11,6 Cent. Das geht aus Daten des Vergleichsportals Verivox hervor. Damals verdoppelten sich die Gaspreise am Handelspunkt TTF nahezu. Als reine Modellannahme ließe sich daraus ein Anstieg der Haushaltspreise um drei bis fünf Prozent ableiten. Ausgehend vom jetzigen Niveau von durchschnittlich 10,7 Cent pro Kilowattstunde wäre das also ein Aufpreis von 0,3 bis 0,5 Cent. Für einen Single mit 5000 Kilowattstunden Jahresverbrauch lägen die Mehrkosten bei 15 bis 25 Euro. Paare mit 10.000 kWh Verbrauch würden 30 bis 50 Euro mehr zahlen, Familien mit 20.000 kWh Verbrauch rund 60 bis 100 Euro.
Ob es so weit kommt, lässt sich aber derzeit noch nicht voraussagen. Erstens hängt es davon ab, wie sich der Krieg am Persischen Golf weiterentwickelt. Bleibt die Straße von Hormus länger weitgehend gesperrt, dürften auch die Weltmarktpreise hoch bleiben. Legt sich der Konflikt schnell wieder, entspannen sich auch die Preise.
Gasversorger stecken damit in demselben Dilemma wie im vergangenen Jahr, als sich etwa zum selben Zeitpunkt Israel und der Iran beschossen und die Gaspreise ebenfalls anzogen. Kaufen sie jetzt Erdgas ein, ist es teurer als normalerweise im Sommer. Alternativ können sie auf sinkende Preise spekulieren und mit dem Kauf abwarten. Dann drohen aber Engpässe bei der Befüllung, wie es sie im vergangenen Jahr gab. Aktuell kaufen die Gasversorger nur vorsichtig ein. Mit einem Füllstand von 43 Prozent sind die deutschen Gasspeicher deutlich leerer als in den Vorjahren. Da waren es zu diesem Zeitpunkt im Schnitt 64 Prozent.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gasspeicher leer, Preise steigen: Heizkosten unter Druck | 0 | 11.94 | 07-03-2026 |
| 2 | Trotz Hormus-Krise können Verbraucher beim Gas Geld sparen | 0 | 11.07 | 01-07-2026 |
| 3 | Hormus-Krise treibt Gaspreis auf Rekord: 63 Euro pro Megawattstunde | 0 | 20.71 | 23-07-2026 |
| 4 | Минэнерго США ожидает сохранения волатильности цен на газ в ближайшие месяцы | 0 | 0 | 13-10-2021 |
| 5 | Almost 7 in 10 want Iran war done 'as quickly as possible' | 0 | 5 | 05-06-2026 |
| 6 | Цены на нефть и газ достигли максимумов более чем за 12 месяцев | 0 | 7 | 02-03-2026 |
| 7 | قفزة في أسعار النفط بعد إغلاق هرمز والضربات الأمريكية على إيران | 0 | 7 | 13-07-2026 |
| 8 | Энергорынок за неделю: газ в Европе уже по $ 700, аналитики ждут и по $ 1200 | -2 | 6 | 18-07-2026 |
| 9 | «У мира нет проблемы с нефтью, у него есть проблема с бензином» // Новая эскалация на Ближнем Востоке обострила ситуацию на топливном рынке: оценки мировых СМИ | 0 | 7 | 15-07-2026 |
| 10 | Gas prices see 30-cent increase in past week | 0 | 5 | 09-07-2026 |