Franziska van Almsick zeigt sich im Gespräch mit Johannes B. Kerner von ihrer ernsten Seite. Die einstige Top-Schwimmerin kritisiert die Förderung von Athleten.
Franziska van Almsick zeigt sich im Gespräch mit Johannes B. Kerner von ihrer ernsten Seite. Die einstige Top-Schwimmerin kritisiert die Förderung von Athleten.
Wie Johannes B. Kerner ist auch Franziska van Almsick Mitglied im Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Im Gespräch mit dem Moderator betont die Ex-Schwimmerin, dass in der Sportförderung ein Umdenken stattfinden sollte. „Ich glaube, dass wir durchaus eine Bereitschaft haben, in Deutschland zu fördern. Ich glaube, dass wir Geld haben dafür. Aber ich glaube auch, dass unser System nicht mehr passt, um es mal ganz klar und deutlich zu sagen“, so van Almsick im Podcast „Kerners 11“.
Laut ihr wäre ein Wandel angebracht – für die alte Kultur hat sie kein Verständnis: „Im Laufe der Zeit verändern wir uns, und die Gesellschaft und das Momentum verändern sich. [...] Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir an den Strukturen etwas ändern könnten.“
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Van Almsick meint enttäuscht, die Fördergelder würden bislang falsch eingesetzt werden: „Viel zu wenig kommt da an, wo es hin muss.“ Als einstige Schwimmerin liegt ihr besonders am Herzen, dass der Wassersport mehr Unterstützung erfährt, vor allem auch in Schulen. Dass „viele Kinder nicht mehr schwimmen lernen“, wie Johannes B. Kerner anmerkt, komme für seine Gesprächspartnerin wenig überraschend. „Jede zweite Schwimmhalle ist sanierungsbedürftig in Deutschland. Also da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir die Kinder nicht ins Wasser kriegen und wenn wir da irgendwie hinterherhängen“, kritisiert van Almsick, die kürzlich über die strenge Erziehung ihre Kinder gesprochen hat.
Ihr Tonfall wird ernster und der 48-Jährigen platzt der Kragen. In Bezug auf ändernde Maßnahmen in der Sportförderung meint sie: „Was mich am meisten nervt, ist, dass wir immer nur darüber reden.“ Es werde zu viel gesprochen und zugleich zu wenig umgesetzt. Dabei müsse „wirklich mal was passieren“, um wieder „auf die Füße zu kommen“.
Die einstige Schwimmerin sieht es offenbar als ihre Mission, einen Kurswechsel anzustoßen. Mit bisherigen Strategien wird ihrer Meinung nach in der Sportförderung – speziell auch bei Kindern – nicht viel erreicht. „Und es ist ja nicht nur im Sport so, dass wir nicht hinterherkommen. Auch im Thema Bildung hängen wir ja völlig hinterher. Wir sind einfach nicht mehr up to date“, so ihr hartes Urteil. Ob Franziska van Almsick mit ihrer Kritik bei den Verantwortlichen etwas bewirken kann? Seit Jahren bestreitet sie diesen Kampf.
Von Max Häussler
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