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Kinostarts der Woche: Chéri, ich komme! Wie geht Orgasmus Ü50?

Дата публикации: 22-07-2026 13:50:46

Vorgetäuschte (und echte) Höhepunkte, Dance-Pop, „Toy Story 5“ und Riesenkraken: Was die aktuelle Kinowoche sonst noch zu bieten hat, lesen Sie hier.

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Den meisten dürfte der Begriff „Gender-Pay-Gap“ bekannt sein. Ein Schlafzimmer-Pendant dazu gibt es übrigens auch: die „Orgasm-Gap“. Dreimal dürfen Sie raten, wer auch hier mal wieder den Kürzeren zieht. Der Problematik widmet sich Regisseurin Rheem Kherici in ihrer neuen Liebeskomödie („Chéri, ich komme!“).

Wofür sich der Kinobesuch diese Woche sonst noch lohnt, lesen Sie hier.

1 Toy Story 5

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Es gibt Filmtitel, die einen eher ins Kino locken als „Toy Story 5“. Die „5“ im Titel mag nach öder Franchise-Routine klingen. Doch kurzweilige, amüsante und anrührende 102 Minuten später weiß man: Die Kinomagier von Pixar, haben es mal wieder hinbekommen.

„Toy Story 5“ erzählt die hochkomplexe, verästelte, mittlerweile Jahrzehnte realer und fiktiver Zeit überspannende Geschichte von Woody, Buzz, Jessie und all den anderen Spielzeugen und ihren menschlichen Eigentümern kongenial weiter.

Wie in jedem Teil gibt es auch hier eine existenzielle Bedrohung für die Spielzeuge. Bonnie, die mit überbordender Fantasie gesegnete achtjährige Besitzerin der kunterbunten Rasselbande, wird von ihren Mitschülerinnen gehänselt, weil sie noch uncool mit analogen Spielzeugen hantiert, anstatt, wie in ihrer Alterskohorte längst üblich, ihre Zeit vor dem mobilen Endgerät mit Social Media und Games zu verbringen.

Bonnies reflexhafte Verbannung ihrer geliebten Spielzeuge und die von den Eltern gut gemeinte Anschaffung eines Lilypads, eines altersgerechten Tablets mit Froschaugen, verwandeln das Kind in eine bildschirmsüchtige Userin. Und das Sleepover mit den ersehnten neuen Freundinnen entpuppt sich als geistloses Zeittotschlagen ohne Gemeinschaftserlebnis oder kreativen Funken.

Natürlich geben sich die Toys, angeführt vom hemdsärmeligen Cowgirl Jessie, nicht so einfach geschlagen von den neumodischen Geräten und setzen alles daran, Bonnie auf den Pfad des fantasievollen Spielens zurückzuführen.

Wie die besten Pixar-Filme ist auch „Toy Story 5“ ein Kinospaß für alle Altersgruppen. Es gibt Action, Slapstick und Niedliches für die Kleinen und Drama, Popkultur-Zitate und Meta-Ebenen für die Großen. Vielschichtige Themen wie Bildschirmsucht und das Abtauchen in virtuelle Realitäten werden auf eine für Kinder verständliche Ebene heruntergebrochen und ohne moralisierenden Unterton verhandelt. (Jörg Wunder)

2 Wham! 10 Days In China

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Wham! waren im Jahr 1985 die erste westliche Pop-Band, die in China auftreten durfte. Der gewiefte Manager Simon Napier-Bell wollte George Michael (links) und Andrew Ridgeley (rechts) mit dem Coup vor allem in den USA bekannt machen.

Die Doku „Wham! 10 Days in China“ zeigt die Ereignisse im April 1985. Regisseur Mike Christie konnte auf bisher nie gezeigtes Material einer damals geplanten Dokumentation zurückgreifen. Entstanden ist das spannende Porträt einer Zeit, in der sich das kommunistische China langsam zu öffnen begann.

Mittendrin in diesem Culture Clash die damals erst 21- bzw. 22-jährigen Schulfreunde, die mit britischen Journalisten im Schlepptau absurde Promo-Termine absolvieren und politische Fragen beantworten sollen.

Unter den Augen der Sicherheitskräfte ist das Publikum in Peking reserviert wie bei einem Klassik-Konzert. Verunsicherung auf und vor der Bühne.

Berührend wird es, wenn Zuschauer von damals berichten, was ihnen dieser erste Kontakt mit westlicher Popmusik auch für ihr späteres Leben bedeutet hat. Und ja, Wham! spielten auch ihren Hit „Freedom“. (Frank Weiss)

3 H wie Habicht

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Es gibt ja diesen Kinotrick, dass man dem Antihelden ein süßes Tier zur Seite stellt, und schwupps, färbt die Sympathie ab.

In der Verfilmung des Bestsellers „H is for Hawk“ sind weder die menschliche noch die tierische Hauptfigur besonders flauschig: Helens neue Mitbewohnerin Mabel, ein Habichtweibchen, ist so wunderschön wie furchterregend.

Und sie selbst (super: Claire Foy aus „The Crown“) eigenbrötlerisch, arrogant und schroff. In einer Szene sieht man die Nachwuchs-Wissenschaftlerin bei einer äußerst distinguierten Teeparty auf dem Campus von Cambridge: Sie – den flatternden Vogel auf der Faust – erklärt einer Professorin genervt den Unterschied zwischen Falke und Habicht („Kampfhubschrauber im Tiefflug“).

Die Liebe zu Greifvögeln verband sie mit ihrem Vater (Brendan Gleeson). Und in der Trauer nach dessen Tod kauft sie den jungen Habicht quasi als Rettungsring.

Während sie mit dem schönen Monster ringt, versteht man, dass Trauer einen absolut aus der Bahn werfen kann – und zur Bewältigung blutige Fasanen in einer verlotterten Küche gehören können.

Wer keinen Trost braucht, könnte diese (wahre) Selbsttherapie allerdings einen Tick langweilig finden. (Antje Scherer)

4 Dreams – Gefährliches Verlangen

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Michel Francos Film beginnt in einem Lieferwagen, der eine Gruppe Mexikaner illegal über die amerikanische Grenze bringt.

Unter ihnen der junge Fernando (Isaac Hernández), dessen Weg ihn geradewegs nach San Francisco, in das luxuriöse Townhouse seiner Geliebten Jennifer (Jessica Chastain), führt.

Sie plant mit dem Geld ihres Vaters eine Tanzakademie für sozial benachteiligte Jugendliche, Balletttänzer Fernando träumt von einer Karriere in Amerika. Franco beobachtet die guten Absichten der guten Menschen seit jeher mit Skepsis.

Die asymmetrische Affäre zwischen Jennifer und Fernando basiert auf einem Machtgefälle. Doch je vehementer er sich ihrer Kontrolle entzieht, desto mehr eskaliert ihre Beziehung.

Es geht in „Dreams“ nicht um Begehren, sondern um Besitztum. Francos ungerührte Inszenierung – lange Einstellungen, lakonische Schnitte – spielt mit den liberalen Befindlichkeiten des Publikums Katz und Maus.

In dieser Liebesgeschichte zwischen Amerika und Mexiko sollte sich niemand auf der richtigen Seite wähnen. (Andreas Busche)

Die vollständige Rezension können Sie hier lesen.

5 Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust

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20 Jahre lang hat Fanny ihre Orgasmen Tom nur vorgespielt. Die Lust, die sich in Toms Gesicht beim Höhepunkt zeigt, trotz aller Sorgen, die sich aus seiner Arbeitslosigkeit ergeben, will Fanny endlich auch erleben.

Kurz fühlt sich Tom betrogen und als Versager, dann bildet sich der Ingenieur und Erfinder mithilfe eines Stapels Selbsthilfeliteratur, der Ratschläge der Buchhändlerin und des Internets fort.

Das führt unter anderem zu einem Höllenritt mit Fanny über das Kopfsteinpflaster des Marktplatzes, und beinahe hätten die Vibrationen zum Erfolg geführt. Schließlich entwickelt das Paar gemeinsam einen innovativen Vibrator, den „Womanizer“.

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Doch in Wirklichkeit sind es Nuancen in der gegenseitigen Wahrnehmung und Wertschätzung der Partner, an denen das glückliche Paar wächst. Für die Inszenierung ist dieses Glück ein Problem.

Regisseurin Rheem Kherici wagt es nicht, die Sache ins wirklich Absurde zu steigern – oder sich eben subtil vorzutasten. Dabei hätte sie mit Alexandra Lamy und François Cluzet Darsteller, die zu allem bereit scheinen. So bleibt die mäßig unterhaltsame Komödie ziemlich bieder, selbst das Prädikat „frivol“ können wir nicht vergeben. (Ingolf Patz)

6 To My Sisters

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Eigentlich wollte die junge Kurdin Haval Anwältin werden, um sich gegen Ungerechtigkeit einzusetzen. Doch seit der brutalen Machtergreifung des IS in Nordsyrien ist das nicht mehr möglich.

Stattdessen beschließt Haval, sich der kurdischen Frauenverteidigungseinheit YPJ anzuschließen, um die Region vor dem IS zu schützen. Ihr größter Antrieb: die Angst, zu enden wie die jesidischen Frauen in Sindschar, die während des Völkermords an den Jesiden 2014 von IS-Kämpfern getötet, verschleppt und systematisch vergewaltigt wurden.

Eine Überlebende ist Sepan, die zweite Protagonistin der Doku To My Sisters. Sieben Jahre wurde sie von hochrangigen IS-Mitgliedern als Sklavin gehalten und missbraucht, worüber sie im Film erstmals öffentlich spricht.

Ebenfalls zu Wort kommt die Deutsche Zakia, deren Mann sich, von ihr angeblich unbemerkt, während der Ehe radikalisierte und dem IS anschloss – und sie nach Syrien brachte, wo sie mittlerweile mit ihren Kindern in einem Lager unter IS-Anhängern lebt.

Aus einem solchen Lager flohen Anfang des Jahres 200 Insassen, was bei vielen die Angst vor einer erneuten Ausbreitung des IS auslöst. Das macht diesen Film so brandaktuell: „Wir kämpfen diesen Krieg für alle Frauen auf der Welt“, sagt Haval. (Emma Rotermund)

7 Kraken – Erwachen der Tiefe

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Riesenspinnen, weißer Hai, Mörder-Affen, Aliens – Filme, in denen die Bedrohung von mutierten Tieren oder anderen Lebewesen ausgeht, sind nicht totzukriegen. Und damit auch das Motiv der Natur als Racheengel gegen den rücksichtslosen Menschen.

Hier sind es skrupellose Investoren, die einen norwegischen Fjord mittels stressiger Unterwasser-Schallbehandlung zum Premium-Resort mit XXL-Lachsen hochjazzen wollen. Weg mit dem Ökosystem, Maximalprofit!

Dumm nur, dass dadurch tief drunten ein mörderischer Monster-Oktopus aufgescheucht wird.

Regisseur Pål Øie lässt Touristen in den dunklen Fluten verschwinden und dreht genreüblich an der Eskalationsschraube, mit allem, was dazu gehört: reizvoller Kontrast von malerischer Landschaft und blutigem Tierhorror sowie bombastischer Score.

Seiner Heldin, einer idealistischen Meeresforscherin, die zur Rettung an den Fjord gerufen wird, lässt Øie sogar noch eine unheimlich direkte Begegnung mit den glibberigen Riesententakeln angedeihen. Das erinnert an einen ikonischen Klassiker des Genres. Commander Ripley lässt grüßen. (Markus Ehrenberg)

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