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Rettungswagen aus Wasseralfingen: System Strobel im Notfall

Дата публикации: 23-07-2026 15:00:00

Jedes Jahr verlassen Hunderte Rettungsfahrzeuge das Gelände. Wie ein Familienbetrieb aus Wasseralfingen Hidden Champion wurde.

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Stand: 23.07.2026, 17:00 Uhr

Von: Bernhard Hampp

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Das Firmengelände von System Strobel in Wasseralfingen.

Das Firmengelände von System Strobel in Wasseralfingen. © Bernhard Hampp

Jedes Jahr verlassen Hunderte Rettungsfahrzeuge das Gelände. Wie ein Familienbetrieb aus Wasseralfingen Hidden Champion wurde.

Aalen. Wer einen Rettungswagen mit Blaulicht durch die Straßen rasen sieht, denkt selten an Wasseralfingen. Dabei rollen vom Firmengelände jedes Jahr zwischen 350 und 400 Fahrzeuge, die irgendwo im Ernstfall gebraucht werden. Fast 200 Beschäftigte fertigen dort, was der Rettungsdienst braucht – still, ohne großes Aufsehen, aber mit messbarem Gewicht: Ein erheblicher Teil der Notfalleinsätze, Notarzteinsätze und Krankentransporte werden mit Fahrzeugen aus Wasseralfingen gefahren. 

Vom Lackierbetrieb zum Rettungsfahrzeughersteller

Die Geschichte des nach außen hin verschwiegenen Unternehmens begann in den 1930er-Jahren. Damals gründet Josef Strobel in Wasseralfingen einen Lackier- und Karosseriebetrieb. Nun ist Thomas Strobel als geschäftsführender Gesellschafter am Ruder. „Gegründet wurde die Firma von meinem Vater 1935, und übernommen habe ich die Firma 1982. Da war die Firma fünf Mann groß", erzählt er im Video, das auf der Website zu sehen ist. Ein kleiner Handwerksbetrieb, mehr nicht.

Den Schwenk zum Rettungsfahrzeugbau vollzog Thomas Strobel bewusst: 1984 gründete er unter dem Dach des Familienbetriebs die Marke System Strobel und begann, Rettungsfahrzeuge zu bauen. Ein Jahr später verließ der erste Rettungswagen die Halle. Er ist laut Unternehmensangaben bis heute im Einsatz.

Für das Geschäftsjahr 2024/25 wies die System Strobel GmbH & Co. KG einen Umsatz von knapp 35,8 Millionen Euro aus. Die Zahl der Mitarbeitenden wurde zu März 2025 auf 189 beziffert. 

Gebaut, um zu funktionieren

Was System Strobel herstellt, soll nicht glänzen, sondern halten. Zum Programm gehören Rettungswagen mit Kofferaufbau, Krankentransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge sowie Spezialfahrzeuge für schwer zugängliches Gelände – darunter ausgebaute Unimogs und Pistenraupen. Gekauft werden sie von Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten und Feuerwehren, in Deutschland und weltweit. Zu den Kunden zählen unter anderem das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe, aber auch internationale Abnehmer.

Hohe Fertigungstiefe

Das Unternehmen legt Wert auf eine außergewöhnlich hohe Fertigungstiefe. Holzmöbelherstellung, Alufräsung, Schweißerei, Blechbearbeitung – all das läuft unter einem Dach in Wasseralfingen. Torsten Niebius, Fertigung, nennt im Firmenvideo die Konsequenz daraus: „Erstens sind wir nicht abhängig von Lieferanten und Lieferzeiten. Zweitens haben wir eine viel schnellere Zeit, wo ein Produkt von der Konstruktion umgesetzt werden kann. Und es sind die eigenen Arbeitsplätze."

Die Fahrzeuge entstehen als Aluminium-Sandwichkofferaufbauten auf einem Gesamtgewicht von 4,1 Tonnen – ausreichend stabil für den Dauereinsatz, leicht genug, um sie ohne besondere Führerscheinklasse zu fahren. Zuletzt experimentierte das Unternehmen auch mit industriellem 3D-Druck, um Sonderbauteile schneller und wirtschaftlicher fertigen zu können.

Individuelle Fahrzeuge

Für jedes Fahrzeug gibt es eine individuelle Besprechung – weil jede Rettungsorganisation andere Geräte, andere Koffer und andere Abläufe mitbringt. „Die Innovationen kommen eindeutig vom Kunden. Man muss einfach zuhören können, was der Kunde will – und dann entstehen neue Produkte", sagt Thomas Strobel. 

Intern herrscht dabei ein Klima, das Niebius im gleichen Video so beschreibt: „Wir sind vom Handwerk in die Industrie gerutscht. Aber trotz alledem ist es heute genauso wie früher – man kann miteinander reden, alle arbeiten zusammen. Es ist wie eine große Familie."

Einsatz für Wasseralfingen

Neben dem Kerngeschäft taucht der Name Strobel in Wasseralfingen immer wieder auf – dann, wenn öffentliche Einrichtungen in die Klemme geraten. Das Freibad Spiesel drohte wegen städtischer Sparmaßnahmen Öffnungszeiten zu verlieren. Thomas Strobel spendete 12.500 Euro, damit es an Wochenenden früher aufmacht. „Das Freibad Spiesel gehört zu Wasseralfingen. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem Generationen zusammenkommen", erklärte er dazu.

Das Spieselstadion, das mangels Flutlicht in den Wintermonaten abends weitgehend brachlag, rückte zuletzt ebenfalls ins Bild – auch hier mit Strobels Beteiligung. 

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