Ein Flohmarktfund, der sich als echter Schatz entpuppt, lässt die „Bares für Rares“-Händler sprachlos zurück – und zeigt mal wieder, wie wahr doch das Sprichwort „Wenn zwei sich streiten...“ sein kann.
Stand: 29.07.2026, 04:42 Uhr
Von: Sabine Kohl
Ein Flohmarktfund, der sich als echter Schatz entpuppt, lässt die „Bares für Rares“-Händler sprachlos zurück – und zeigt mal wieder, wie wahr doch das Sprichwort „Wenn zwei sich streiten...“ sein kann.
Köln – Die beiden „Bares für Rares“-Urgesteine Fabian Kahl und Wolfgang Pauritsch – beide sind seit der ersten Folge im Jahr 2013 dabei – haben im Händlerraum der ZDF-Trödelshow sicher schon so einiges erlebt. Diese Verhandlung dürfte allerdings auch den beiden noch lange im Gedächtnis bleiben.

Grund ist ein kleiner Junge, der auf einer Schnecke reitet. Monika und Rafael Nowak aus der Eifel, beide passionierte Flohmarktgänger und Schnäppchenjäger, haben die Porzellanfigur des renommierten österreichischen Keramikdesigners Michael Powolny (1871 bis 1954) mit zu „Bares für Rares“ gebracht.
Bieterduell bei „Bares für Rares“ um 10-Euro-FlohmarktfundLaut Kunst-Experte Colmar Schulte-Goltz stammt das Stück aus der Schule der Wiener Keramik und wurde zwischen 1904 und 1912 gefertigt. Das auf einer Schnecke reitende Kind solle die stillgestandene oder zumindest stark verlangsamte Zeit symbolisieren, ein Festhalten der Kindheit.
Gefunden hat das Ehepaar aus der Eifel die Keramik auf einem Flohmarkt in Belgien. Und dass sie wissen, welchen Schatz sie da ausgegraben haben, wird am zufriedenen Lächen Rafael Nowaks deutlich, je weiter Schulte-Goltz in seiner Expertise kommt. 1500 Euro wünschen sie sich denn auch als Erlös, der Fachmann geht auf 1000 bis 1500 Euro.
Moderator Horst Lichter ahnt derweil, dass die beiden wohl deutlich weniger gezahlt haben. „Aber über den Preis sprechen wir jetzt mal nicht, man muss ja nicht alles ausplaudern, schon gar nicht gegenüber den Händlern“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Anders hielt er es bei einem anderen Flohmarktfund, den einst eine Schnäppchenjägerin mit zu „Bares für Rares“ brachte – damals siegte die Neugier des Moderators.
In der Händlerrunde stürzt sich der Österreicher Wolfgang Pauritsch umgehend auf den Schneckenreiter, den er gleich als ein Stück der Wiener Keramik identifiziert: „Zufällig komme ich aus diesem Land und schätze die Schnecke sehr.“ Doch dann meldet sich Fabian Kahl zu Wort, das zweite „Bares für Rares“-Urgestein in der Runde: „Ich habe zufällig eine große Affinität zu Tieren und schätze die Schnecke deshalb ebenfalls sehr.“ Die Grundlage für ein hitziges Bietergefecht ist gelegt. „Das kann was werden“, orakelt Pauritsch deshalb wohl schon vor dem ersten Gebot.
Flohmarktfund bringt sagenhaften Gewinn bei „Bares für Rares“Und die beiden enttäuschen nicht. Fabian Kahl eröffnet die Runde mit 400 Euro, zunächst bieten auch David Suppes, Anaisio Guedes und Elke Velten mit. Bei 1000 Euro sind die drei dann allerdings raus. Pauritsch und Kahl bleiben übrig, und die beiden schenken sich nichts. Im Sekundentakt hauen sie ihre Gebote raus, immer in 50-Euro-Schritten.
„Das sind hier keine Gebote im Schneckentempo“, kommentiert der staunende Anaisio Guedes, der sich selbst erst kürzlich in einem Bietergefecht seinem Kollegen Jan Čížek geschlagen geben musste. Der Brasilianer kann kaum glauben, dass eine solch winzige Keramik-Figur solche Preise erzielen kann.

Die beiden Kontrahenden nähern sich derweil zügig der 2000-Euro-Marke. Als Fabian Kahl seinen Händler-Kollegen immer wieder überbietet, verliert der nach und nach seine Contenance: „Du kannst mich bald gernhaben“, entrüstet sich Pauritsch. Der Thüringer Antiquitätenhändler lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen, erhöht stattdessen sein eigenes Gebot von 1900 Euro auf 2000 Euro. Pauritsch legt erneut Widerspruch ein: „Jetzt bin ich dran, du kannst dich nicht einfach vordrängeln.“ Kahl reagiert locker: „Okay, 1950 sagt der Wolfgang, ich sage 2000.“ – und hat damit die Lacher auf seiner Seite.
Noch einmal geht der Österreicher darüber, bei 2100 Euro gibt er dann auf: „Mein Großvater hat immer gesagt: ‚Haltung bewahren und verlieren.‘ Ich geb sie jetzt ab.“ Und so macht Fabian Kahl das (Schnecken-)Rennen. Bevor er allerdings den Kaufpreis abzählt, möchte er doch vom Ehepaar Nowak wissen: „Verraten Sie mir erst, was Sie bezahlt haben. Damit ich Ihnen gratulieren kann.“ Als er die Antwort hört – der Flohmarkt-Preis wird also doch noch offenbart –, traut er seinen Ohren kaum: 10 Euro haben die Eifler für die wertvolle Keramik bezahlt. Sie dürfen sich nun über einen 210-fachen Gewinn freuen.
„Die stelle ich mir jetzt hin, das ist wie ein Pokal“, kann Fabian Kahl es zum Abschluss nicht lassen, noch ein wenig in Richtung seines Kollegen zu sticheln. „Ich kann dich nicht mehr leiden, jetzt nimm sie weg“, gibt der zurück, während Monika und Rafael Nowak hochzufrieden mit ihrem Gewinn das „Bares für Rares“-Studio verlassen.
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