Mit einem NHL-Einsatz hat es für Maksymilian Szuber diese Saison nicht gereicht. Auch mit Olympia und WM wurde es nichts. Doch jetzt ist der erste Spieler, der es aus dem DEG-Nachwuchs in die NHL schaffte, bester Laune. Er wurde zu den ruhmreichen Montreal Canadiens transferiert.
Düsseldorf · Mit einem NHL-Einsatz hat es für Maksymilian Szuber diese Saison nicht gereicht. Auch mit Olympia und WM wurde es nichts. Doch jetzt ist der erste Spieler, der es aus dem DEG-Nachwuchs in die NHL schaffte, bester Laune. Er wurde zu den ruhmreichen Montreal Canadiens transferiert.
Maksymilian Szuber wird in den nächsten Wochen fleißig Französisch pauken müssen. Und das leider von Null an. „Ich hatte neben Englisch nur Latein in der Schule“, sagt der 23 Jahre alte Eishockeyprofi – und fügt schmunzelnd an: „Das wird lustig mit dem Französisch. Ich muss vorher auf jeden Fall noch lernen.“
Warum sich Szuber diesen Sommer nicht nur auf dem Eis fortbilden muss? Er hat den Verein gewechselt. Oder wie das in Nordamerika heißt: Er wurde getradet, von den Utah Mammoth zu den Montreal Canadiens. Und das ohne Mitspracherecht. Denn wer in der NHL nicht zu den großen Stars gehört, ist nur eine Figur im Schachspiel der Manager. Meckern will darüber aber niemand, die NHL ist für jeden Eishockeyspieler der Sehnsuchtsort. Für welchen Verein man spielt, ist da zweitrangig.
Als erster DEG-Spieler im NHL-Draft ausgewählt
Szuber, geboren im polnischen Oppeln, aufgewachsen in Düsseldorf, hat es noch nicht fest in die Milliardenliga geschafft. Zwar ist er der erste Spieler aus dem DEG-Nachwuchs, der im NHL-Draft ausgewählt wurde, 2022 von den Arizona Coyotes. Aber die meiste Zeit hat Szuber seitdem bei den Tucson Roadrunners verbracht, dem Farmteam in der AHL. Das änderte sich auch nicht, als die kompletten Coyotes 2024 verkauft und nach Utah verfrachtet wurden.
Lediglich ein NHL-Spiel hat der Düsseldorfer bislang gemacht. In der abgelaufenen Saison war er zwar kurz vor dem nächsten, wurde erneut in den NHL-Kader der Utah Mammoth hochgezogen, aber ein Spiel machte er nicht. „Das ist ein Business, so läuft es halt“, sagt Szuber. „Man muss es akzeptieren. Und es war trotzdem cool, wieder oben zu sein, man lernt auch dadurch etwas.“
Kein Olympia und keine WM
Dennoch: Ohne Einsatz wieder in die AHL geschickt zu werden, war eine Enttäuschung. Und nicht die einzige in dieser Saison. Die größte erlebte Szuber im Februar, als er nicht für Olympia nominiert wurde. Dabei war er ja schon 2023 dabei, als die deutsche Mannschaft in Finnland sensationell Vizeweltmeister wurde. Auch 2024 und 2025 gehörte er zum WM-Kader. Aber bei Olympia in Mailand blieb er außen vor. Was die Fachwelt verwunderte, gerade der deutschen Defensive fehlt Tiefe, und Szuber bringt als Zwei-Meter-Mann, der in Nordamerika kleines Eis und höheres Tempo gewohnt ist, Dinge mit wie kaum ein anderer deutscher Verteidiger.
Szuber selbst war „traurig und enttäuscht, aber das war eine Trainerentscheidung, die ich respektieren muss und die zum Sport dazugehört“. Bitter war sie dennoch: „Olympia wäre eine tolle Erfahrung gewesen. Das hätte mir auch persönlich helfen können, weil ich mich dann noch mal auf der ganz großen Bühne für die NHL hätte präsentieren können.“ Die zweitgrößte Bühne sagte er dann von sich aus ab: die WM in der Schweiz im Mai. Erstens musste er eine Verletzung auskurieren, zweitens hatte er noch keinen Vertrag für die kommende Saison.
Bis jetzt hat er den nicht, aber lange dürfte es nicht mehr dauern, bis er einen in Montreal unterschreibt. Szuber freut sich drauf. Auf die neue Chance bei einem neuen Klub, und auf die Canadiens an sich, neben den Toronto Maple Leafs der bekannteste Eishockeyklub der Welt. Gegründet 1909, Rekordmeister mit 24 Titeln, der Stolz des französischsprachigen Teils Kanadas. „Die Geschichte mit den ganzen Stanley Cups, den vielen Fans, wie die ganze Stadt Eishockey lebt, das wird etwas ganz Besonderes“, sagt Szuber.
Bestenfalls noch lange in Nordamerika
Er selbst wird aber wohl wieder beim Farmteam anfangen, bei Laval Rocket vor den Toren Montreals. Aber er ist guter Dinge, dass es diesmal klappt. „Ein, zwei Jahre“ will er sich noch geben, um es dauerhaft in die NHL zu schaffen. Falls nicht, kommt er halt wieder nach Europa. Interessenten gäbe es genug. Vor allem aus München, wo er 2023 Meister wurde und auch gerade trainiert. „Es kommt drauf an, wie das Jahr jetzt läuft. Wenn ich merke, dass es nicht reicht, komme ich zurück. Aber wenn ich weiter eine Chance auf die NHL habe und merke, dass ich nah dran bin, kann es noch länger dauern. Wenn es richtig gut läuft, bin ich vielleicht noch zehn Jahre in Nordamerika.“
Und dann? Würde er gern noch mal in der Heimat auflaufen. Die DEG hat er natürlich immer im Blick. „Es ist einfach schade mit dem Abstieg. Ich wünsche mir die DEG vom Verein, von der Stadt und von den Fans her in der DEL. Jetzt haben sie neu verpflichtet, ich hoffe, dass es dieses Jahr besser wird.“ Auch aus persönlichem Interesse. „Die DEG ist ein Verein, bei dem ich die letzten Jahre meiner Karriere gern noch mal spielen würde.“
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